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SK Hynix Aktie: 750 Milliarden Dollar Lieferverträge mit Nvidia und Microsoft

SK Hynix verzeichnet Kurssprung vor Rekord-Quartalszahlen. Analysten erwarten operativen Gewinn von über 64 Billionen Won.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kurssprung von über drei Prozent
  • Rekord-Quartalsgewinn von 64 Billionen Won erwartet
  • KI-Speichermarkt treibt Wachstum an
  • Milliardenverträge mit Nvidia und Microsoft

Zwei Tage vor der Vorlage seiner Quartalszahlen sorgt SK Hynix am Montag für den größten Kurssprung im südkoreanischen Chipsektor. Die Aktie legte in Seoul um 3,24 Prozent auf 1.816.000 Won zu und zog damit den Gesamtmarkt mit nach oben – der Leitindex Kospi schloss bei 6.755,75 Punkten im Plus. Auf Wochensicht steht für SK Hynix ein Zuwachs von 2,95 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 179,52 Prozent verändert. Vom Rekordhoch aus Ende Juni bleibt das Papier mit einem Abstand von 39,20 Prozent aber weiterhin deutlich entfernt – die jüngste Erholung markiert eher eine Stabilisierung nach dem scharfen Rücksetzer der vergangenen Wochen als eine Rückkehr zu alten Höchstständen.

Analysten erwarten mehr als 64 Billionen Won operativen Gewinn

Der Kurssprung fällt mit wachsender Vorfreude auf den Quartalsbericht zusammen, den SK Hynix am Mittwoch veröffentlicht. Der Analystenkonsens aus 14 Häusern sieht einen Umsatz von 84,17 Billionen Won und einen operativen Gewinn von rund 64,2 Billionen Won – beides wäre ein Rekord für einen einzelnen Quartal. Die operative Marge soll zwischen 75 und 77 Prozent liegen. Damit würde allein das zweite Quartal den gesamten operativen Gewinn des Geschäftsjahres 2025 von 47 Billionen Won deutlich übertreffen. Für das erste Halbjahr 2026 rechnen Analysten mit einem operativen Gewinn von über 100 Billionen Won, mehr als doppelt so viel wie im kompletten Vorjahr.

Treiber dieser Entwicklung ist der Speicherchipmarkt für Künstliche Intelligenz. SK Hynix hält laut Marktdaten von Counterpoint einen Anteil von 58 Prozent am HBM-Markt für Hochleistungsspeicher und damit die Führungsposition. Gleichzeitig zogen die Preise für Standard-DRAM im zweiten Quartal um 58 bis 63 Prozent gegenüber dem Vorquartal an, weil das Unternehmen Kapazitäten zugunsten von KI-Speicher umgeschichtet hat. Morgan Stanley geht davon aus, dass HBM-Chips knapp bleiben und die Speicherpreise im dritten Quartal um weitere 25 Prozent steigen könnten. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnte hingegen vor dem Risiko einer Überinvestition in der Branche.

Milliardenverträge mit Nvidia und Microsoft untermauern die Wachstumsstory

Untermauert wird die optimistische Erwartungshaltung durch neue Großaufträge. Die SK Group unterzeichnete eine Absichtserklärung mit Nvidia über ein KI-Infrastrukturprojekt im Volumen von mehr als 500 Milliarden Dollar. SK Hynix selbst plant, US-Unternehmen im Rahmen langfristiger Lieferverträge Speicherchips im Gesamtwert von 750 Milliarden Dollar bereitzustellen – darunter eine fünfjährige Vereinbarung zur Lieferung von HBM4-Speicher an Nvidia sowie eine Partnerschaft mit Microsoft zur Belieferung von KI-Servern mit Speicherchips. Zusammen mit einer separaten Vereinbarung von Samsung Electronics mit Broadcom über 200 Milliarden Dollar ergibt sich ein branchenweites Auftragsvolumen von 950 Milliarden Dollar. Die Verträge markieren einen Wandel von einjährigen zu mehrjährigen Lieferabkommen, was Anlegern mehr Planungssicherheit verschaffen soll – auch wenn es sich bislang um Absichtserklärungen und nicht um verbindliche Einzelverträge handelt. Zusätzlich ist SK Hynix nach einem Anteilsverkauf von Bain Capital faktisch zum zweitgrößten Aktionär von Kioxia mit einem Anteil von 14 Prozent aufgestiegen.

Streit um ADR-Prämie begleitet den Nasdaq-Auftritt

Parallel zur operativen Entwicklung sorgt die im Juli erfolgte Nasdaq-Notierung weiter für Diskussionen. SK Hynix hatte am 10. Juli mit einem Emissionsvolumen von 26,5 Milliarden Dollar das größte Listing eines ausländischen Unternehmens in den USA hingelegt. Seither zahlen koreanische Anleger einen deutlichen Aufschlag für die Hinterlegungsscheine gegenüber den heimischen Aktien: Die Prämie schwankte zwischen 16 und 51 Prozent und lag am Montagvormittag bei 32,8 Prozent, bei einem vorbörslichen ADR-Kurs von 164,21 Dollar. Der Analyst Lee Jeong-bin von Shinhan verweist zur Einordnung auf die durchschnittliche ADR-Prämie von TSMC, die über fünf Jahre bei 12,6 Prozent lag – deutlich unter dem aktuellen SK-Hynix-Niveau. Ab Mittwoch startet die gegenseitige Konvertierbarkeit zwischen ADRs und Seoul-Aktien, wenn auch zunächst begrenzt auf 2,5 Prozent der ausstehenden Anteile.

An der Wall Street bleibt die Grundhaltung dennoch optimistisch: Barclays initiierte die Coverage mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 330 Dollar, was dem breiten Analystenkonsens entspricht, der die Aktie ebenfalls mit „Moderate Buy“ und demselben Kursziel einstuft. Ob sich diese Zuversicht bestätigt, entscheidet sich am Mittwoch mit der Vorlage der Zahlen – der wichtigste Termin für die Aktie in dieser Woche.

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Diskussion zu SK Hynix

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.