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SK Hynix Aktie: 72-Prozent-Marge lockt Lieferanten an

Rekordgewinne bei SK Hynix locken Ausrüster an, die nun höhere Preise fordern. Die operative Marge von 72% gerät so in Gefahr.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Ausrüster fordern Preiserhöhungen von 3-4%
  • Operative Marge erreicht Rekordwert von 72%
  • DRAM-Preise steigen im Q2 um bis zu 63%
  • KI-Boom treibt Speicherbedarf weiter an

SK Hynix verdient so viel wie nie zuvor — und genau das macht das Unternehmen zur Zielscheibe seiner eigenen Lieferanten. Mehrere Ausrüstungslieferanten der ersten Reihe fordern Preiserhöhungen von drei bis vier Prozent. Der koreanische Chiphersteller prüft die Anfragen und verlangt von den Lieferanten zunächst Kostennachweise.

Ungewöhnlicher Druck aus der Lieferkette

Was diese Forderungen von normalen Rohstoffverhandlungen unterscheidet: Sie kommen von Ausrüstungsherstellern. Deren Preise richten sich üblicherweise nach Entwicklungskosten und technischer Leistungsfähigkeit — nicht nach Rohstoffindizes. Preiserhöhungen in diesem Segment sind selten. Dass sie jetzt trotzdem kommen, deutet darauf hin, dass die Lieferanten mehr vom KI-Boom einfordern wollen.

Der Hintergrund ist eindeutig. SK Hynix erzielte im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 52,5 Billionen Won und ein operatives Ergebnis von 37,6 Billionen Won — das entspricht einer operativen Marge von rund 72 Prozent. Ein Quartalsrekord. Kein Wunder, dass die Lieferkette jetzt ihren Anteil einfordert.

HBM-Boom trifft auf steigende Kosten

Der Speichermarkt bleibt eng. TrendForce erwartet für das zweite Quartal 2026 einen Anstieg der DRAM-Vertragspreise um 58 bis 63 Prozent gegenüber dem Vorquartal. NAND-Flash-Preise sollen sogar um 70 bis 75 Prozent zulegen. Als Treiber nennt TrendForce die KI-Servernachfrage, die Verlagerung von Kapazitäten hin zu HBM und Server-DRAM sowie langfristige Lieferverträge großer Cloud-Anbieter.

Bis 2027 und 2028 dürfte sich die Lage weiter zuspitzen. Nvidias nächste KI-Hardware-Generation soll den Speicherbedarf erneut erhöhen — und nordamerikanische Cloud-Konzerne sichern sich bereits jetzt langfristige Liefermengen für ihre Rechenzentren.

Bewährungsprobe für die Marge

Die Aktie hat die starke Nachfrageseite längst eingepreist. Seit Jahresbeginn legte sie um mehr als 210 Prozent zu. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2.407.000 Won, das Anfang Juni erreicht wurde, liegt der Kurs aktuell rund 13 Prozent entfernt.

Die Frage für Investoren lautet jetzt nicht mehr, ob die KI-Nachfrage anhält. Sie lautet, ob SK Hynix seine Beschaffungskosten kontrollieren kann, während es gleichzeitig Kapazitäten ausbaut. Gelingt das, bleibt die Preismacht bei HBM und DRAM der entscheidende Kurstreiber. Steigen die Ausrüstungskosten breiter an, geraten die rekordhohen Margen unter echten Druck — und die Lieferkette holt sich ein Stück des KI-Booms zurück.

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