Drei Tage vor ihrem Nasdaq-Start bricht die SK-Hynix-Aktie weiter ein. Am Dienstag fiel der Kurs um 6,06 Prozent auf 2.201.000 Won, nach einem Schlusskurs von 2.343.000 Won am Montag. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2.987.000 Won, erst vor knapp zwei Wochen erreicht, trennen die Aktie inzwischen 26,31 Prozent.
Der Ausverkauf trifft nicht nur SK Hynix. Der japanische Speicherchip-Riese Kioxia Holdings brach zeitweise um über 12 Prozent ein und zog damit den gesamten Halbleitersektor in Japan und Südkorea nach unten. SK Hynix und Samsung Electronics verloren zwischenzeitlich beide rund 10 Prozent. Der Nikkei 225 rutschte um 1,75 Prozent auf 68.576,85 Punkte ab.
Referenzpreis sinkt kurz vor dem Listing
Am 6. Juli reichte SK Hynix eine neue Unterlage bei der Aufsicht ein. Sie zeigt: Der Referenzpreis für das Listing wurde von 2,555 Millionen Won Ende Juni auf den Schlusskurs vom 3. Juli bei 2,425 Millionen Won gesenkt. Parallel schrumpfte das Emissionsvolumen um eine Milliarde Dollar.
Genau dieses Muster—je näher der Börsengang rückt, desto niedriger der Referenzpreis—verunsichert Anleger, die zuvor auf steigende Kurse gesetzt hatten. Hinzu kommen mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig. Die Stimmung rund um die Monetarisierung von KI-Anwendungen kühlt ab, Sorgen vor einem Überangebot bei High-Bandwidth-Memory-Chips wachsen, und die geplante US-Notierung verwässert bestehende Anteile.
Aufsichtsdruck auf hochgehebelte ETFs verschärft die Lage zusätzlich. Der frühere Präsidentschaftskandidat Ahn Cheol-soo und die Bank of Korea warnten vor den verstärkten Risiken solcher Hebelprodukte—teilweise forderten sie sogar deren Delisting. Diese Warnungen dämpften die Kauflaune zusätzlich.
Was der Nasdaq-Start bringt
SK Hynix bestätigte am 6. Juli offiziell, über die Ausgabe von American Depositary Receipts 43 Billionen Won einzusammeln, umgerechnet rund 28,075 Milliarden Dollar. Die Notierung am Nasdaq Global Select Market unter dem Ticker „SKHY“ ist für Freitag, den 10. Juli, geplant. Eine Aufnahme in den Philadelphia Semiconductor Index (SOX) gilt als wahrscheinlich.
Passive Fondsströme könnten kurzfristig stabilisierend wirken. Pflichtkäufe von Indexfonds zum Listing-Zeitpunkt könnten dem Kurs eine Untergrenze geben. Bleibt die institutionelle Nachfrage jedoch aus, drohe ein erneuter Test der Unterstützung bei 180.000 Won—ein Niveau, das die Skepsis des Marktes gegenüber den hohen Investitionsausgaben der Chipbranche widerspiegeln würde.
Nicht alle Analysten sehen die Lage negativ. UBS bestätigte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 3,2 Millionen Won und verweist auf die HBM4-Produktion sowie mögliche Aktienrückkäufe als Wachstumstreiber. Bei der Bewertung liegt SK Hynix mit dem 6,2-Fachen des erwarteten Gewinns der kommenden zwölf Monate weiterhin unter dem US-Rivalen Micron Technology, der mit dem 7-Fachen bewertet wird.
Ausblick
Die Kennzahlen zeigen das Ausmaß der jüngsten Talfahrt: Binnen sieben Tagen verlor die Aktie 16,94 Prozent, der RSI von 46 signalisiert eine neutrale bis leicht angeschlagene Marktlage. Trotzdem bleibt der Titel auf Sicht von 30 Tagen mit 15,18 Prozent im Plus, seit Jahresbeginn steht sogar ein Kursgewinn von 225,11 Prozent zu Buche. Diese Zahl macht deutlich, wie außergewöhnlich die KI-Rally bei SK Hynix in diesem Jahr verlaufen ist—selbst nach dem aktuellen Rückschlag.
Die Handelstage rund um den Nasdaq-Start am 10. Juli dürften zeigen, ob sich die Schwäche als vorübergehend erweist oder eine tiefere Korrektur einleitet. Bis dahin bleibt der Bereich um den 50-Tage-Durchschnitt bei 2.088.160 Won ein wichtiger Orientierungspunkt für die weitere Kursentwicklung.
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