SK Hynix hat zuletzt vor allem als HBM-Profiteur von der KI-Nachfrage profitiert. Nun kommt ein zweites Technologiekapitel hinzu — und das könnte die Bewertungsdiskussion für die kommende Woche verschieben.
375-Lagen-NAND: Verifikation abgeschlossen
Laut Berichten von TrendForce und Digital Citizen vom 12. und 13. Juni hat SK Hynix ein 375-Lagen-NAND-Design verifiziert. Die Massenproduktion soll bis Ende 2026 anlaufen. Dafür will das Unternehmen bestehende Fertigungskapazitäten umrüsten.
Technisch ist das kein einfacher Schritt. TrendForce berichtet, dass SK Hynix Molybdän in einen Teil der Wortleitungsstruktur einführt. Der Grund: Bei immer dünneren und dichter gestapelten Lagen steigen Widerstand und Signalverzögerung. Molybdän soll beides reduzieren.
Bemerkenswert ist auch eine Zielkorrektur. Das 375-Lagen-Produkt galt ursprünglich als 400-Lagen-Klasse. SK Hynix hat die Zahl nach unten angepasst — wegen der Fertigungskomplexität bei noch höheren Stapelzahlen. Das ist kein Rückschritt, sondern ein Zeichen dafür, wie anspruchsvoll der Weg zur 400-Lagen-Grenze wirklich ist.
Wettbewerb um die nächste Skalierungsstufe
Der Abstand zu den Konkurrenten ist erheblich. Samsung startete die Massenproduktion von 286-Lagen-NAND im April 2024. Kioxia vermarktet 218-Lagen-NAND, das 2023 entwickelt wurde. SK Hynix würde mit 375 Lagen einen deutlichen Vorsprung herausarbeiten — und sich nah an die nächste Industrie-Schwelle von 400 Lagen heranschieben.
Für Investoren ist das relevant, weil NAND-Flash ein zentrales Element in Hochdichte-Speichersystemen für Rechenzentren ist. Der KI-Bezug ist indirekt, aber real: Datenzentren brauchen schnellen Massenspeicher. SK Hynix könnte seine KI-Speichergeschichte damit über HBM hinaus ausweiten.
Kurs weit über den gleitenden Durchschnitten
Die Aktie schloss am Freitag bei 2.150.000 KRW, ein Tagesplus von 2,33 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt der Kursanstieg rund 218 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei etwa 1,57 Millionen KRW — der aktuelle Kurs notiert fast 37 Prozent darüber.
Der RSI von 58,4 zeigt keine extreme Überkauft-Situation. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 100 Prozent macht aber deutlich, wie dynamisch sich die Aktie bewegt. Vom Allzeithoch bei 2.407.000 KRW Anfang Juni fehlen noch gut zehn Prozent.
Bei diesem Bewertungsniveau werden neue Meldungen an hohen Erwartungen gemessen. Bestätigen weitere Berichte den Produktionszeitplan für das 375-Lagen-NAND, dürfte der Markt SK Hynix zunehmend als umfassende Advanced-Memory-Story einpreisen — und nicht mehr nur als HBM-Wette auf den KI-Boom.
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