Fast 300 Prozent Kursplus seit Jahresanfang. SK Hynix surft auf der perfekten Welle aus KI-Fantasie und Chip-Knappheit. Parallel dazu öffnet ein neuer ETF in Hongkong ein weiteres Tor für frisches Kapital. Die Rally der Aktie gewinnt damit eine völlig neue Dynamik.
Der Vermögensverwalter CSOP hat am 18. Juni den ersten KOSPI 200 ETF an der Hongkonger Börse gelistet. SK Hynix gehört zu den fünf Schwergewichten des Index. Der Technologiefaktor dominiert das Barometer mit einem Anteil von 66 Prozent. Internationale Investoren erhalten so einen direkten Zugang zum südkoreanischen Halbleiter-Boom.
Wie extrem die Nachfrage nach dem Chip-Bauer ist, zeigt ein Blick auf bestehende Produkte. Der gehebelte SK-Hynix-ETF von CSOP verwaltet mittlerweile 84,6 Milliarden Hongkong-Dollar. Damit ist er das weltweit größte Hebelprodukt auf eine Einzelaktie. Kein Wunder. SK Hynix gilt längst als zentrales Vehikel für den globalen KI-Superzyklus.
Die Börse reagiert entsprechend euphorisch. Am Donnerstag sprang der Kurs um 6,51 Prozent auf 2.685.000 Won. Kurz zuvor markierte das Papier ein neues 52-Wochen-Hoch.
Die technische Lage mahnt indes zur Vorsicht. Die Aktie notiert fast 58 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Hinzu kommt ein RSI-Wert von 72. Diese Kennzahlen signalisieren ein extrem heiß gelaufenes Momentum.
Rekordgewinne untermauern Kursrally
Die fundamentale Basis für diesen Anstieg liefert das operative Geschäft. Im ersten Quartal erwirtschaftete SK Hynix einen Nettogewinn von gut 40 Billionen Won. Die Kundennachfrage übersteigt laut Management die eigenen Produktionskapazitäten deutlich. Außerdem sichert eine mehrjährige Technologiepartnerschaft mit Nvidia künftige Absatzmärkte.
Analysten ziehen bei dieser Entwicklung mit. Die Investmentbank Daiwa bestätigte ihre Kaufempfehlung. Die Experten hoben ihr Kursziel massiv auf 3,6 Millionen Won an. Sie begründen diesen Schritt mit steigenden Speicherpreisen im zweiten Halbjahr.
Die Kombination aus frischen ETF-Zuflüssen und starkem operativen Geschäft treibt den Kurs. Allerdings erfordert die annualisierte Volatilität von fast 96 Prozent starke Nerven. Der nächste Härtetest folgt mit den Zahlen zum zweiten Quartal. Dann muss SK Hynix beweisen, dass die massiven Investitionen in neue Produktionsanlagen weitere Rekordgewinne abwerfen.
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