SK Hynix plant die größte Kapitalerhöhung der Geschichte. Der südkoreanische Chipriese will fast 30 Milliarden US-Dollar einsammeln. Das Vehikel dafür ist ein neues Listing an der US-Technologiebörse Nasdaq. Damit übertrifft der Konzern sogar den Rekord von Alibaba aus dem Jahr 2014. Die Kriegskasse für den globalen KI-Wettlauf ist prall gefüllt.
Der Weg an die Wall Street
Das Management gibt rund 17,8 Millionen neue Aktien aus. Das entspricht etwa 2,5 Prozent des gesamten Grundkapitals. Der Ausgabepreis liegt bei 2.555.000 Won. Das entspricht exakt dem Schlusskurs vom Dienstag.
Für den US-Markt nutzt SK Hynix sogenannte American Depositary Receipts. Zehn dieser ADRs bilden eine Stammaktie ab. Ein einzelnes Papier kostet folglich 255.500 Won. Ein Bankenkonsortium um Goldman Sachs und JPMorgan begleitet die historische Transaktion.
Der Zeitplan: extrem straff. Die südkoreanische Finanzaufsicht prüft die Pläne bis Anfang Juli. Bereits am 10. Juli 2026 sollen die Papiere an der Nasdaq starten. Die neuen Inlandsaktien folgen Ende des Monats.
Fabriken und Maschinen
Die erlösten Milliarden fließen direkt in die Infrastruktur. SK Hynix baut seine Produktion für High Bandwidth Memory massiv aus. Diese Spezialchips sind für Künstliche Intelligenz unverzichtbar. Der Konzern dominiert diesen Markt bereits als Hauptlieferant für Nvidia und Google.
Ein Großteil des Geldes fließt in den neuen Yongin-Halbleitercluster. Parallel dazu entsteht ein modernes Verpackungswerk in Cheongju. Zusätzlich kauft das Unternehmen extrem teure EUV-Lithografiesysteme von ASML. Ohne diese Maschinen lassen sich moderne Hochleistungschips nicht fertigen.
Rallye ohne Ende
Anleger feiern die aggressive Expansion. Die Aktie kletterte am Mittwoch um 2,6 Prozent auf 2.621.000 Won. Seit Jahresbeginn steht ein massives Plus von 287 Prozent auf der Anzeigetafel.
Die fundamentale Entwicklung stützt diesen Kurslauf. Analysten erwarten im aktuellen Marktumfeld eine operative Gewinnmarge von unglaublichen 76 Prozent.
Das US-Listing verfolgt ein klares Ziel. SK Hynix will die Bewertungslücke zum US-Konkurrenten Micron schließen. Marktbeobachter erwarten einen weiteren Meilenstein. Nach dem Nasdaq-Debüt im Juli dürfte die Aktie bald in den wichtigen Philadelphia Semiconductor Index aufsteigen.
