SK Hynix greift nach frischem Kapital in gewaltiger Höhe. Der südkoreanische Speicherchip-Hersteller will an der Nasdaq rund 28 Milliarden Dollar einsammeln. Das Geld soll die Produktion von KI-Chips massiv ausbauen.
Konkret hat SK Hynix sein Fundraising-Ziel auf 43,141 Billionen Won festgelegt. Ursprünglich waren 45,453 Billionen Won geplant. Trotz der Kürzung zählt die Aktienplatzierung zu den größten Kapitalerhöhungen der Börsengeschichte.
Kapital für die KI-Aufrüstung
Mit dem Erlös aus dem Verkauf der American Depositary Receipts will SK Hynix seine Produktion von High-Bandwidth-Memory-Chips hochfahren. Diese Bauteile bilden das Rückgrat moderner KI-Server. Das Unternehmen zählt Nvidia und Google zu seinen wichtigsten Abnehmern.
Das Geld fließt in neue Fabriken in Südkorea und in den Kauf von EUV-Anlagen des niederländischen Ausrüsters ASML. Diese Maschinen gelten als Schlüsseltechnologie für modernste Chipfertigung. Der Schritt passt zur nationalen Strategie Südkoreas: Das Land hat ein Investitionsprogramm für Halbleiter und KI im Umfang von 576 Milliarden Dollar aufgelegt. SK Hynix soll neben Samsung Electronics eine der tragenden Säulen dieses Programms werden.
Große Investoren wollen einsteigen
Namhafte Fondsgesellschaften zeigen bereits konkretes Interesse. Baillie Gifford Overseas, Coatue Management und Situational Awareness Partners wollen zusammen ADRs im Wert von bis zu 7 Milliarden Dollar kaufen. Analysten erwarten, dass die Nasdaq-Notierung die Bewertungslücke zu Konkurrent Micron Technology verkleinert.
Zudem könnte eine Aufnahme in den Philadelphia Semiconductor Index winken. Das würde zusätzliches passives Kapital anziehen. UBS Group AG rät ihren Kunden bereits, die US-Papiere zu kaufen und die in Seoul gelisteten Aktien zu verkaufen. Die Bank erwartet, dass die ADRs mit einem Aufschlag handeln, weil globale Portfoliomanager leichter darauf zugreifen können.
Kurs unter Druck trotz Rekordjahr
Während die Kapitalpläne Fantasie wecken, zeigt der Aktienkurs deutliche Nerven. Am Montag schloss die Aktie bei 2.343.000 Won, am Dienstag brach sie um 6,06 Prozent auf 2.201.000 Won ein. Auf Wochensicht steht ein Minus von 16,94 Prozent zu Buche.
Der Kurs notiert damit rund 26 Prozent unter seinem Hoch vom 25. Juni bei 2.987.000 Won. Seit Jahresbeginn bleibt dennoch ein Plus von 225 Prozent stehen — ein Ausmaß, das die massive Neubewertung von Speicherchip-Herstellern im KI-Boom widerspiegelt. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei hohen 115,71 Prozent, der RSI von 46 signalisiert derzeit weder Über- noch Unterkauf.
Marktbeobachter führen den jüngsten Rücksetzer auf neue Zweifel am KI-Boom zurück. Es geht um die Sorge, ob die weltweite Rechenkapazität am Ende die tatsächliche Nachfrage übersteigt. Für SK Hynix bleibt die Nasdaq-Notierung dennoch der zentrale Hebel, um frisches Kapital für den Ausbau der HBM-Produktion zu sichern — unabhängig davon, wie sich der Kurs in Seoul kurzfristig entwickelt.
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