Die Aktie legte in Seoul um 8,83 Prozent zu und schloss bei 2.082.000 Won, nachdem sie am Dienstag noch bei 1.913.000 Won aus dem Handel gegangen war. Damit steht der Titel seit Jahresbeginn mit 208,15 Prozent im Plus, bleibt aber 30,30 Prozent unter seinem am 25. Juni 2026 markierten 52-Wochen-Hoch von 2.987.000 Won zurück. Zum 52-Wochen-Tief von 420.500 Won vom 16. Oktober 2025 beträgt der Abstand dagegen 395,12 Prozent. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 126,21 Prozent unterstreicht, wie nervös der Handel in den vergangenen Wochen verlief.
Nasdaq-ADR als Kurstreiber
Auslöser der jüngsten Erholung war der Sprung der in den USA gehandelten American Depositary Receipts von SK Hynix, die am 14. Juli um 27,29 Prozent auf 193,92 Dollar kletterten. Grund dafür waren schwächer als erwartet ausgefallene US-Inflationsdaten für Juni, die laut MK bei 3,5 Prozent im Jahresvergleich lagen statt der erwarteten 3,8 Prozent. Die Bank Barclays nahm die Coverage der ADRs mit einem „Overweight“-Rating auf und setzte ein Kursziel von 330 Dollar, was nach Berechnungen von TipRanks einem Aufwärtspotenzial von rund 70 Prozent entspräche. Barclays begründete die positive Einschätzung mit einer über Jahre andauernden Nachfrage, die das Angebot an DRAM-Speicher übersteigen dürfte, und rechnet damit, dass SK Hynix bis Ende 2027 liquide Mittel von mehr als 40 Prozent der Marktkapitalisierung aufbauen könnte.
Die Erholung kam nicht unerwartet steil: Erst am 13. Juli hatte die Aktie ihren stärksten Tagesverlust seit dem Börsengang erlitten, nachdem Korea Investment & Securities die Prognose für den operativen Gewinn im zweiten Quartal auf rund 60,4 Billionen Won gesenkt hatte – deutlich unter den Markterwartungen. Auch Mirae Asset hatte seine Schätzung zuvor auf 62,3 Billionen Won zurückgenommen. Analysten verweisen darauf, dass langfristige HBM-Lieferverträge den Spielraum nach oben trotz steigender Spotpreise begrenzen. KB Securities hielt an seinem Kursziel von 4,2 Millionen Won mit Kaufempfehlung fest.
Speicherengpass soll bis 2027 zuspitzen
Die grundlegende Investmentthese bleibt der erwartete Angebotsengpass bei Speicherchips. Nach Einschätzung von Meritz Securities decken DRAM-Anbieter derzeit nur 75 bis 80 Prozent der Nachfrage ab, die Erfüllungsquote könnte 2027 auf 60 Prozent fallen. Der Vorstandsvorsitzende von SK Hynix, Kwak Noh-jung, rechnet nach Angaben von Reuters mit dem bislang schwersten Versorgungsengpass für Speicherchips im Jahr 2027, wobei die Nachfrage nach Einschätzung des Unternehmens die Kapazitäten über das Jahr 2030 hinaus übersteigen dürfte. HSBC verweist auf robuste Cloud-Investitionen als stützenden Faktor, während ein Bericht von Bank of America vom 15. Juli mahnt, dass die neue Speicherkapazität von SK Hynix bis 2028 wegen der Schließung älterer Anlagen nur ein Sechstel der ursprünglichen Planung erreichen könnte. Neue Fabriken in Gwangju und Jeolla könnten laut diesem Bericht bis zu zehn Jahre Bauzeit benötigen, während das jährliche Wachstum der südkoreanischen Wafer-Kapazität unter zehn Prozent liege – deutlich hinter dem Ziel einer Verdopplung bis 2030.
Prämie der US-Papiere sorgt für Diskussionen
Für Gesprächsstoff sorgt zudem die Kluft zwischen den Nasdaq-ADRs und der Seouler Stammaktie. Nach dem Kurssprung notierten die ADRs laut Korea JoongAng Daily mehr als 50 Prozent über dem Kurs der lokalen Aktie – bei Notierungsstart hatte der Aufschlag lediglich 3 Prozent betragen. Analysten sind sich uneinig, ob die Differenz eine dauerhafte Neubewertung signalisiert oder eine vorübergehende Verzerrung darstellt; einige Kommentatoren zogen sogar Vergleiche zur Dotcom-Blase. Goldman Sachs führte den vorangegangenen Ausverkauf teilweise auf die Auflösung von ETF-Positionen zurück. Der Nasdaq-Börsengang selbst hatte am 10. Juli rund 26,5 Milliarden Dollar eingebracht und war nach Angaben von AOL siebenfach überzeichnet – der größte ausländische Börsengang in den USA. Nicht alle Anleger profitierten: Privatanleger, die auf inverse Hebelprodukte gesetzt hatten, verzeichneten laut Seoul Economic Daily deutliche Verluste, ein entsprechender ETF fiel um mehr als 20 Prozent.
Charttechnisch notiert die Aktie derzeit 4,56 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 2.181.404,51 Won, aber deutlich über dem 100-Tage-Durchschnitt von 1.599.778,34 Won. Der RSI von 45,7 signalisiert keine überkaufte Lage. Die Marktkapitalisierung liegt umgerechnet bei 826,78 Milliarden Euro. Anleger blicken nun auf die für den 29. Juli terminierte Vorlage der Quartalszahlen, für die der Markt einen Umsatz von 83 Billionen Won und einen operativen Gewinn von 64 Billionen Won erwartet – nach 52,6 Billionen Won Umsatz und 37,6 Billionen Won operativem Gewinn im ersten Quartal.
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