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SK Hynix Aktie: 1,764 Millionen Won nach 40-Prozent-Sturz

Speicherchip-Aktie fällt vierten Tag in Folge und notiert erstmals seit Mai unter 1,8 Millionen Won. Analysten sehen trotz Korrektur Potenzial.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie fällt unter 1,8 Millionen Won
  • Kospi-Index löst Handelsstopp aus
  • Kimi K3 schürt KI-Investitionszweifel
  • Chef warnt vor Chipflation bis 2027

Juli 2026 auf 1.764.000 Won gefallen, ein Minus von 4,23 Prozent zum Vortag. Damit rutschte der Speicherchip-Hersteller erstmals seit dem 20. Mai unter die Marke von 1,8 Millionen Won. Vom Rekordhoch bei 2.987.000 Won, notiert am 25. Juni, trennen die Aktie inzwischen 40,94 Prozent. Seit Jahresbeginn steht trotz des jüngsten Absturzes noch immer ein Plus von 171,51 Prozent – ein Beleg dafür, wie außergewöhnlich die Kursrallye der vergangenen Monate ausgefallen war, bevor die Korrektur einsetzte.

Vierter Verlusttag – Handelsstopp am Gesamtmarkt

Der breite Kospi-Index brach am selben Tag um 4,46 Prozent auf 6.516,27 Punkte ein und löste zeitweise den sogenannten Sidecar-Mechanismus aus, eine automatische fünfminütige Handelspause für Programmhandel. Auslöser der Verkaufswelle war unter anderem das in der vergangenen Woche vorgestellte offene KI-Modell Kimi K3 des chinesischen Anbieters Moonshot AI, das Zweifel an der Notwendigkeit der milliardenschweren Investitionspläne westlicher Hyperscaler in KI-Infrastruktur neu befeuert hatte. Bereits am 16. Juli waren Samsung Electronics und SK Hynix deshalb zweistellig eingebrochen, SK Hynix damals um 11,53 Prozent. Verschärft wurde die Stimmung durch geopolitische Spannungen zwischen den USA und dem Iran, die den Brent-Ölpreis über 91 US-Dollar trieben und die Nervosität an den Finanzmärkten zusätzlich erhöhten. Auch die Nasdaq-Notierung der Aktie blieb nicht verschont: Die SK-Hynix-ADR schloss zuletzt bei 154,03 US-Dollar, ein Aufschlag von 29,4 Prozent gegenüber dem Seoul-Schlusskurs – ein Hinweis darauf, dass US-Investoren die Aktie trotz allem deutlich optimistischer bewerten als der heimische Markt.

Gehebelte Wetten brechen zusammen

Besonders hart trifft der Kurssturz private Anleger, die seit dem 27. Mai netto 14 Billionen Won in gehebelte Einzelaktien-ETFs auf koreanische Chipwerte gesteckt hatten. Der Kodex SK Hynix 2x ETF verlor rund 70 Prozent gegenüber seinem Juni-Hoch und knapp 50 Prozent seit seinem Debüt. Aufsichtsbehörden reagierten bereits mit verschärften Regeln: Seit dem 16. Juli benötigen Anleger für den Handel solcher Hebelprodukte ein Mindestguthaben von 30 Millionen Won statt bisher 3 Millionen. Auch direkt investierte Privatanleger geraten in die Verlustzone: Der durchschnittliche Einstandskurs von 295.591 SK-Hynix-Aktionären liegt bei 1.811.094 Won – über dem aktuellen Kursniveau.

Chey Tae-won warnt vor „Chipflation“ und Engpässen bis 2027

Auf dem KCCI-Sommerforum auf Jeju bezeichnete SK-Group-Chairman Chey Tae-won die Lage am Speicherchipmarkt als „völliges Chaos“. Die Kundschaft fordere für 2027 zwischen 60 und 100 Prozent mehr KI-Speicher, die Gesamtnachfrage nach Speicherchips werde um 50 bis 60 Prozent steigen – kein Unternehmen könne die Produktion im kommenden Jahr in diesem Ausmaß erhöhen. Chey warnte vor einer „Chipflation“, bei der Hersteller von PCs und Smartphones die hohen Speicherpreise an Verbraucher weiterreichen, und forderte geringere Margen der Speicherhersteller, um neue Wettbewerber wie den chinesischen Anbieter CXMT fernzuhalten. SK Hynix beschleunigt als Reaktion den Ausbau des Yongin-Clusters auf Februar 2027 und wandelt die Fertigungslinie Cheongju M15X auf HBM-Produktion um – ein bereits im März zugesagtes Investment von 21,6 Billionen Won. Zudem prüft der Konzern laut Chey weitere Standorte, darunter in den USA, wo bereits eine Fabrik in Indiana mit 3,87 Milliarden US-Dollar entsteht.

Analysten sehen trotz Absturz Kaufchance vor den Zahlen

Trotz der Turbulenzen bleiben mehrere Häuser konstruktiv. JPMorgan wertet die Korrektur von 20 bis 25 Prozent am Halbleitermarkt als Kapitalumschichtung statt als fundamentalen Bruch und verweist auf anhaltend enge DRAM- und NAND-Märkte bis 2028. Morgan Stanley hob die Prognose für den DRAM-Preisanstieg im dritten Quartal auf 21 Prozent gegenüber dem Vorquartal an, getrieben von Server-Speicher der LPDDR5-Klasse. Barclays initiierte die Nasdaq-Notierung mit „Overweight“ und rund 70 Prozent Kursaufholpotenzial, nachdem die ADR zeitweise unter den Ausgabepreis von 149 US-Dollar gefallen war. NH Investment & Securities sieht den Kospi-Boden bei 6.000 Punkten erreicht und erwartet nach den anstehenden Quartalszahlen der US-Technologiekonzerne eine Erholung in Richtung 7.000 bis 7.500 Punkte. SK Hynix selbst legt seine Quartalszahlen am 29. Juli vor – einen Tag nach den Berichten von Microsoft und Meta und einen Tag vor Amazon. Historisch verbesserten positive Überraschungen bei Alphabet die Kurse von Samsung und SK Hynix im Schnitt um 11 beziehungsweise 17 Prozent binnen eines Monats. Ob sich dieses Muster wiederholt, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen.

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Diskussion zu SK Hynix

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.