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SK Hynix Aktie: 10,37-Prozent-Crash nach Quartalszahlen

Trotz Rekordgewinns fällt die SK-Hynix-Aktie nach verfehlten Analystenerwartungen. Anleger setzen auf Kapitalrückgaben, während Analysten optimistisch bleiben.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rekordgewinn trotz Analysten-Enttäuschung
  • Kurs rutscht um über zehn Prozent
  • Investoren fordern Milliarden-Rückkauf
  • Analysten starten mit Kaufempfehlungen

Der südkoreanische Speicherchip-Hersteller SK Hynix hat seinen Aktionären in den vergangenen zwei Wochen eine Berg- und Talfahrt beschert. Auf einen Rekordgewinn im zweiten Quartal folgte ein herber Kurseinbruch, weil die Zahlen hinter den Erwartungen zurückblieben. Am Donnerstag rutschte das Papier um 10,37 Prozent ab und schloss bei 1.495.000 Won – ein weiterer Dämpfer für eine Aktie, die auf Jahressicht dennoch ein Plus von 130,11 Prozent aufweist.

Milliardengewinn verfehlt die Messlatte der Analysten

SK Hynix meldete am 29. Juli für das zweite Quartal einen Umsatz von 79,3187 Billionen Won und einen operativen Gewinn von 60,5426 Billionen Won, was einer operativen Marge von 76 Prozent entspricht. Der Nettogewinn erreichte 93,9226 Billionen Won. Im Jahresvergleich schoss der operative Gewinn um 557 Prozent nach oben – ein Ergebnis, das unter normalen Umständen für Jubel gesorgt hätte. Laut LSEG SmartEstimates hatten Analysten allerdings mit rund 64 Billionen Won operativem Gewinn und 84 Billionen Won Umsatz gerechnet. Die Lücke zu diesen Konsensschätzungen ließ die Aktie am Berichtstag um 9,6 Prozent einbrechen, wie Reuters berichtete.

Die aktuelle Talfahrt ist damit kein Einzelereignis, sondern der zweite deutliche Rückschlag innerhalb weniger Tage. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 2.140.092,50 Won – das Papier notiert derzeit rund 30,14 Prozent darunter, ein Zeichen für den anhaltenden Abwärtsdruck der jüngsten Woche.

Aktionäre warten auf Kapitalrückführung

Im Zentrum der Anlegerdiskussion steht derzeit weniger die Vergangenheit als die Frage nach Ausschüttungen. SK Hynix hatte im Zuge einer ADR-Platzierung eine gesetzlich vorgeschriebene 25-tägige Sperrfrist nach US-Wertpapierrecht einzuhalten, die am 4. August endete. Bereits am 29. Juli erklärte das Unternehmen, es könne wegen dieser Restriktionen noch keine weiteren Details zu Ausschüttungsplänen nennen, wolle diese aber nach Abschluss des ADR-Prozesses Anfang August nachreichen. Am Mittwoch trieb genau diese Erwartung den Kurs zwischenzeitlich an.

Der Druck der Investoren wächst spürbar. Reuters berichtete am Donnerstag, SK Hynix und Samsung Electronics dürften bis Jahresende gemeinsam über eine Nettoliquidität von 263 Milliarden US-Dollar verfügen – mehr als das Doppelte dessen, was Nvidia zuletzt an Nettobarmitteln auswies. Angesichts der durch den KI-Boom befeuerten Rekordgewinne fordern Investoren von beiden Konzernen einen größeren Anteil an dieser Liquidität über Dividenden oder Aktienrückkäufe.

Analysten bleiben trotz Kursrutsch optimistisch

Am 4. August, direkt nach Ablauf der Sperrfrist, starteten gleich mehrere US-Häuser die Coverage der SK-Hynix-ADRs mit positiven Einstufungen. Cantor Fitzgerald vergab ein Overweight-Rating mit einem Kursziel von 300 US-Dollar je ADR, was nach eigener Berechnung einem Aufwärtspotenzial von 100 Prozent entspricht. Auch Rosenblatt, Bank of America, UBS, Needham sowie Stifel, Wolfe Research und RBC Capital Markets initiierten die Aktie mit Kaufempfehlungen, die Kursziele bewegten sich zwischen 200 und 320 US-Dollar je ADR. Barclays-Analyst Simon Coles hatte sein Kursziel bereits am 29. Juli im Zuge der Quartalszahlen von 330 auf 300 US-Dollar gesenkt, die Overweight-Einstufung aber beibehalten und die Anpassung mit niedrigeren erwarteten Durchschnittsverkaufspreisen im zweiten Quartal begründet.

Ein bemerkenswertes Signal aus dem eigenen Lager: SK-Group-Chairman Chey Tae-won kaufte am 31. Juli Aktien im Wert von 4,8 Milliarden Won.

Ausblick: HBM4-Ramp und neue Speichertechnologien

Für das dritte Quartal stellte SK Hynix einen Anstieg der DRAM-Auslieferungen um rund 10 Prozent gegenüber dem Vorquartal in Aussicht, bei NAND-Bit-Lieferungen wird ein Zuwachs im niedrigen einstelligen Prozentbereich erwartet. Die Investitionen für das laufende Jahr sollen die hohe 40-Billionen-Won-Marke erreichen, die erste Reinraumphase des Werks in Yongin soll Anfang 2027 anlaufen. Die Massenproduktion von HBM4 begann im zweiten Quartal, die volle Hochlaufphase ist für die zweite Jahreshälfte geplant, während Muster des Nachfolgers HBM4E bereits ausgeliefert wurden – die Serienfertigung ist für 2027 anvisiert.

Auf der Flash Memory Summit in Santa Clara stellte SK Hynix zudem gemeinsam mit SanDisk erstmals Standardspezifikationen für die Speichertechnologie High Bandwidth Flash vor und präsentierte seinen zehnten-Generation-4D-NAND-Wafer mit 375 Schichten, der die Leistung pro Watt gegenüber der Vorgängergeneration um das 2,5-Fache verbessern soll.

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Diskussion zu SK Hynix

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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