Der KI-Boom schlägt voll auf die Bilanzen durch. SK Hynix liefert im ersten Quartal 2026 Zahlen, die selbst optimistische Prognosen in den Schatten stellen. Die Aktie honoriert das. Mit über 1,2 Millionen Won notiert das Papier exakt am 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von knapp 82 Prozent auf der Anzeigetafel.
Gewinnsprung sprengt Erwartungen
Der südkoreanische Halbleiterkonzern erwirtschaftete von Januar bis März einen operativen Gewinn von 37,6 Billionen Won. Das entspricht einem Anstieg von 405 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Analysten hatten im Vorfeld maximal 36,4 Billionen Won erwartet.
Auch beim Umsatz setzte das Unternehmen eine neue Bestmarke. Die Erlöse verdreifachten sich nahezu auf 52,6 Billionen Won. Die operative Marge kletterte auf beeindruckende 72 Prozent.
KI-Infrastruktur treibt Nachfrage
Hinter diesem Wachstum steht ein gewaltiger Hunger nach Rechenleistung. SK Hynix profitiert massiv von der globalen Aufrüstung der KI-Infrastruktur. Das Unternehmen liefert den begehrten High-Bandwidth Memory (HBM). Diese Speicherchips sind ein kritischer Baustein für KI-Beschleuniger. Nvidia gehört hier zu den wichtigsten Abnehmern.
Das Management sieht eine strukturelle Veränderung im Markt. Die Entwicklung geht vom reinen Training großer Modelle hin zu autonomen KI-Agenten. Diese erfordern schnelle Reaktionen in Echtzeit. Entsprechend wächst der Bedarf an leistungsstarken DRAM- und NAND-Speichern. Das Unternehmen rechnet daher mit weiter steigenden Verkaufspreisen.
Milliarden für neue Fabriken
Um den Bedarf zu decken, weitet der Konzern seine Investitionen drastisch aus. In der südkoreanischen Stadt Cheongju entsteht eine neue Anlage für fortschrittliches Chip-Packaging. Dafür nimmt SK Hynix rund 19 Billionen Won in die Hand. Der Baubeginn ist für diesen April angesetzt.
Parallel dazu expandiert der Chiphersteller in den USA. In Indiana starten die Arbeiten für eine weitere Packaging-Fabrik. Das Projekt kostet knapp vier Milliarden US-Dollar. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant. Damit will das Unternehmen die lokale Versorgung mit HBM-Chips in Nordamerika sichern.
Der Expansionskurs erfordert auch neue Ausrüstung. Bis Ende 2027 kauft SK Hynix EUV-Lithografie-Systeme vom niederländischen Zulieferer ASML. Das geplante Auftragsvolumen liegt bei rund acht Milliarden US-Dollar. Diese Maschinen bilden das Fundament für die Massenproduktion der nächsten Chip-Generation.
