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Symbolbild, KI-generiert

Sivers Semiconductors Aktie: Tomas Duffy tritt zurück

Ermittlungen wegen Insiderhandels und Führungswechsel überschatten die Hauptversammlung von Sivers Semiconductors. Der Nasdaq-Listing-Plan wurde vorerst verschoben.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Ermittlungen wegen verdächtiger Aktienkäufe
  • Rücktritte von Vizepräsident und Gründern
  • Nasdaq-Börsengang vorerst auf Eis gelegt
  • Leerverkäufer zweifeln Umsatzzahlen an

Ein rasanter Kursanstieg trifft auf massive interne Turbulenzen. Bei Sivers Semiconductors klaffen Börsenerfolg und Unternehmensrealität derzeit weit auseinander. Die schwedischen Behörden ermitteln wegen Insiderhandels. Kurz vor der Hauptversammlung räumte ein Teil der Führungsriege hastig seine Posten.

Ermittlungen erzwingen Neuanfang

Das Treffen der Aktionäre am 15. Juni in Stockholm fand unter dramatischen Vorzeichen statt. Vizepräsident Tomas Duffy trat unmittelbar vor der Versammlung zurück. Auch die Gründer Erik Fallström und Keith Halsey legten ihre Mandate nieder. Der Grund wiegt schwer. Schwedische Wirtschaftsermittler prüfen verdächtige Aktienkäufe.

Im April waren Pläne für ein Zweitlisting an der US-Börse Nasdaq vorzeitig durchgesickert. Der Aktienkurs sprang daraufhin in den 48 Stunden vor der offiziellen Meldung ungewöhnlich stark an. Zwei US-Kanzleien prüfen nun, ob Sivers gegen das Wertpapierrecht verstoßen hat. Formelle Klagen gibt es bislang nicht.

Die Aktionäre wählten Joakim Nideborn und Helena Svancar neu in den Aufsichtsrat. Bami Bastani bleibt Vorsitzender, Nideborn übernimmt die Stellvertretung. Das neue Gremium strukturierte sofort die Vergütung um. Der Vorsitzende erhält künftig gut eine Million schwedische Kronen pro Jahr.

Nasdaq-Listing stockt, Kapitalrahmen steht

Eigentlich sollte die Hauptversammlung bis zu 53,8 Millionen neue Aktien für den Nasdaq-Börsengang genehmigen. Das hätte die Altaktionäre um etwa 15 Prozent verwässert. Das Management strich diesen Tagesordnungspunkt in letzter Minute.

Ganz mit leeren Händen steht die Führungsebene aber nicht da. Die Aktionäre erteilten ein allgemeines Mandat zur Ausgabe der gleichen Aktienmenge. Das gibt dem neuen Aufsichtsrat finanzielle Flexibilität. Parallel dazu billigte die Versammlung ein besichertes Wandelndarlehen über rund 327.000 US-Dollar.

Sivers hält an den US-Börsenplänen fest. Das Unternehmen stellte die Bilanzen für 2024 und 2025 bereits auf den amerikanischen PCAOB-Standard um. Durch diese buchhalterische Anpassung stieg der ausgewiesene Nettoverlust für 2025 auf 222,6 Millionen Kronen.

Leerverkäufer greifen an

Neben den juristischen Problemen kämpft der Photonik-Spezialist mit Short-Sellern. Ningi Research veröffentlichte Anfang Juni einen kritischen Bericht. Die Analysten zweifeln rund 31 Prozent der gemeldeten Umsätze für 2025 an. Sivers habe Forschungsgelder fälschlicherweise als kommerzielle Einnahmen verbucht. Das Unternehmen schweigt dazu bislang.

Operativ zeigt sich ein gemischtes Bild. Im ersten Quartal fiel der Umsatz im Jahresvergleich um 22 Prozent. Das Management macht dafür Währungseffekte und den US-Regierungsstillstand verantwortlich.

Im gleichen Schritt wuchs die Projektpipeline massiv an. Sie stieg um 77 Prozent auf fast 800 Millionen US-Dollar. Ein neuer Produktionsvertrag über 8,2 Millionen Dollar signalisiert zudem, dass die Serienfertigung beginnt.

Am Aktienmarkt sorgt diese Gemengelage für extreme Ausschläge. Auf Monatssicht steht trotz eines leichten Rückgangs am Freitag noch ein Plus von fast 75 Prozent. Die annualisierte Volatilität von 236 Prozent zeigt die enorme Nervosität der Anleger. Am 6. August legt Sivers den nächsten Finanzbericht vor. Dann muss das neue Management die Vorwürfe der Leerverkäufer entkräften und den Zeitplan für das Nasdaq-Listing klären.

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