Sivers Semiconductors geht in eine entscheidende Woche. Nach heftigen Kursschwankungen, einer neuen Kapitalmaßnahme und Plänen für eine stärkere US-Ausrichtung rückt nun ein formaler Termin in den Vordergrund: der Stichtag für die Hauptversammlung. Wer mit abstimmen will, muss rechtzeitig im Aktienregister stehen.
Hauptversammlung wird zum Strategietermin
Der Stichtag ist Freitag, der 5. Juni 2026. Er entscheidet darüber, welche Aktionäre auf der Hauptversammlung am 15. Juni 2026 stimmberechtigt sind.
Auf der Tagesordnung steht mehr als Routine. Der Nominierungsausschuss schlägt eine veränderte Besetzung des Verwaltungsrats vor. Neu hinzukommen sollen Joakim Nideborn und Helena Svancar. Dr. Bami Bastani, Todd Thomson und Karin Raj sollen dem Gremium erhalten bleiben.
Die Personalien passen zur breiteren Neuausrichtung. Sivers arbeitet an einem sogenannten Audit Uplift, um Anforderungen des US-Prüfungsstandards PCAOB zu erfüllen. Das ist ein zentraler Baustein für eine mögliche Zweitnotierung an der Nasdaq in New York.
Kapitalerhöhung verändert Stimmverhältnisse
Auch die Kapitalstruktur hat sich zuletzt deutlich verändert. Über eine gerichtete Neuemission von 8,62 Millionen Stammaktien nahm Sivers rund 125 Millionen schwedische Kronen ein.
Beteiligt waren unter anderem DNB Disruptive Opportunities, Storebrand Sverigefond und Hudson Bay Capital Management. Das ist wichtig, weil die Platzierung institutionelles Interesse zeigt — gerade mit Blick auf den geplanten Zugang zum nordamerikanischen Kapitalmarkt.
Seit dem 29. Mai beläuft sich die Gesamtzahl der Aktien auf 319.953.572. Davon entfallen 305.154.751 auf Stammaktien mit jeweils einer Stimme.
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Hinzu kommen 14.798.821 C-Aktien, die nur ein Zehntel einer Stimme tragen. Die gesamten Stimmrechte summieren sich damit auf 306.634.633,1.
GlobalFoundries-Deal trifft auf Shortseller-Druck
Der Kurstreiber der vergangenen Tage war die strategische Zusammenarbeit mit GlobalFoundries. Die Aktie legte zu Wochenbeginn zeitweise um mehr als 50 Prozent zu.
Im Kern geht es um Siliziumphotonik-Lösungen für KI-Infrastruktur. Sivers adressiert damit den Markt für steckbare optische Komponenten, der bis 2030 auf 25 Milliarden Dollar geschätzt wird. Das erklärt die starke Reaktion des Marktes.
Allerdings läuft parallel eine Gegenbewegung. Ein Bericht von Ningi Research vom 1. Juni stellte Fragen zur Umsatzverbuchung und zur Gültigkeit von Verträgen. OTC-notierte Papiere gerieten daraufhin um 9,2 Prozent unter Druck; am Folgetag kündigte Rosen Law Firm eine Untersuchung möglicher Ansprüche von Aktionären an.
Fundamental bleibt das Bild gemischt. Redeye hielt zuletzt an einem Kursziel von 6,20 schwedischen Kronen fest, während andere Marktschätzungen bis 8,00 schwedische Kronen reichen.
Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz um 22 Prozent, was Sivers mit Verzögerungen bei US-Regierungsbudgets begründete. Dem steht eine Opportunity-Pipeline von rund 799 Millionen Dollar gegenüber.
Der nächste harte Termin ist nun der 5. Juni 2026. Nur bis dahin registrierte Aktionäre können auf der Hauptversammlung am 15. Juni abstimmen; Anmeldungen und Briefwahlstimmen müssen spätestens am 9. Juni eingehen.
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