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Sivers Semiconductors Aktie: Sperrfrist endet am Donnerstag

Nach Ablauf der Insider-Sperrfrist droht weiterer Verkaufsdruck bei Sivers. Der Kurs ist bereits stark gefallen, während das Management zuvor Aktien kaufte.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Sperrfrist für Insider endet
  • Aktie verliert deutlich an Wert
  • Kapitalerhöhungen verwässern Anteile
  • Management kauft trotz Kursrutsch

Am Donnerstag endet eine Sperrfrist für Insider bei Sivers Semiconductors. Der Zeitpunkt könnte kaum ungünstiger sein. Die Aktie des Photonik- und Funktechnik-Unternehmens ist bereits im freien Fall, und Anleger fürchten nun zusätzlichen Verkaufsdruck durch Vorstandsmitglieder.

Am Mittwoch fiel der Kurs um 6,27 Prozent auf 3,56 Euro, nach einem Schlusskurs von 3,80 Euro am Vortag. Damit liegt die Aktie 65,20 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro, erreicht erst am 3. Juni. Allein in den vergangenen 30 Tagen hat das Papier 56,85 Prozent verloren.

Kapitalerhöhungen treiben die Verwässerung

Die auslaufende Sperrfrist geht auf eine Kapitalmaßnahme vom 16. April 2026 zurück. Damals verpflichteten sich Vorstandschef Vickram Vathulya, Finanzchef Heine Thorsgaard sowie die Board-Mitglieder Bami Bastani, Karin Raj und Todd Thomson, bis zum 16. Juli 2026 keine Aktien zu verkaufen. Diese Frist läuft nun aus, mit den üblichen Ausnahmen für Notfälle.

Der Hintergrund: Sivers hat in diesem Jahr mehrfach frisches Kapital am Aktienmarkt aufgenommen. Der Vorstand beschloss eine gerichtete Aktienemission über 12.280.701 Stammaktien, das entspricht umgerechnet rund 700 Millionen schwedischen Kronen. Der Zeichnungspreis lag bei 57 Kronen je Aktie – ein Abschlag von etwa 9,7 Prozent zum Schlusskurs an der Nasdaq Stockholm vom 30. Juni.

Hinzu kommt eine weitere Verwässerungsquelle. Der Kreditgeber Bootstrap Europe IV SCSp wandelte eine Kreditlinie über 12 Millionen Dollar in mehr als 22,8 Millionen neue Aktien um. Beide Maßnahmen zusammen haben die Aktienzahl deutlich erhöht – ausgerechnet in einer Phase, in der der Kurs kollabiert.

Verzögerte Zahlen, US-Notierung im Blick

Die Aktie notiert derzeit weit unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 6,15 Euro und auch unter dem 100-Tage-Durchschnitt von 3,83 Euro. Der 14-Tage-RSI liegt bei 35,6 – ein Wert, der auf überverkaufte Bedingungen hindeutet, ohne dass sich bislang eine klare Trendwende abzeichnet.

Kapitalerhöhung und Schuldenwandlung sollen die Eigenkapitalbasis vor einer angestrebten Doppelnotierung in den USA stärken. Diese Pläne haben bereits operative Folgen: Am 9. Juli kündigte Sivers Änderungen am Finanzberichtskalender an. Das Unternehmen bereitet seine Prozesse auf die Anforderungen der US-Prüfungsbehörde PCAOB vor.

Die Quartalszahlen für das zweite Quartal verschieben sich dadurch auf den 27. August. Ursprünglich sollten sie früher vorliegen. Zusätzlich haben Verzögerungen bei US-Verteidigungsausgaben und Währungseffekte die Ergebnisse der ersten Jahreshälfte belastet.

Insider kaufen trotz Kurssturz

Während die auslaufende Sperrfrist für Nervosität sorgt, haben mehrere Vorstandsmitglieder in den vergangenen Wochen selbst Aktien gekauft. Bami Bastani, Karin Raj, Helena Svancar, Todd Thomson und Joakim Nideborn erwarben Anteile im Rahmen eines auf der Hauptversammlung genehmigten Programms. CEO Vathulya kaufte zusätzlich Aktien.

Diese neuen Käufe unterscheiden sich von den auslaufenden Sperrfrist-Aktien in einem wichtigen Punkt: Die Papiere müssen mindestens zwölf Monate gehalten werden. Das Management verweist zudem auf ein wachsendes Auftragsvolumen als Gegengewicht zum kurzfristigen Kursdruck. Bis Mai wuchs die Pipeline seit Jahresbeginn um 77 Prozent auf 799 Millionen Dollar, getrieben von der Nachfrage nach Funkverstärkern und Indiumphosphid-Lasern für KI-Rechenzentren und Lidar-Systeme in der Automobilbranche.

Das langfristige Ziel bleibt ambitioniert: Sivers peilt einen Break-even beim bereinigten EBITDA an, sobald der Quartalsumsatz zwischen 50 und 55 Millionen Dollar liegt. Das Management erwartet diesen Meilenstein zum Jahreswechsel 2027 auf 2028, begleitet von einem jährlichen Umsatzwachstum zwischen 25 und 30 Prozent.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt derzeit bei 153,85 Prozent – ein Wert, der die extreme Nervosität rund um das Papier unterstreicht. Ob der Ablauf der Sperrfrist am Donnerstag tatsächlich zu neuen Insider-Verkäufen führt, oder ob die jüngsten Käufe des Managements einen Boden markieren, dürfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen.

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