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Sivers Semiconductors Aktie: Short-Quote sinkt auf 2,76 Prozent

Leerverkäufer senken Wetten auf fallende Sivers-Aktie drastisch. CEO kauft Anteile, während Bilanzkorrektur und Nasdaq-Pläne den Kurs belasten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Short-Quote auf 2,76 Prozent gefallen
  • CEO Vathulya stockt Aktienbestand auf
  • Bilanz für 2025 nach oben korrigiert
  • Zweitnotierung an Nasdaq in Vorbereitung

Sivers Semiconductors durchlebt gerade einen der brutalsten Kurseinbrüche seiner Geschichte. Die Aktie hat in nur 30 Tagen fast 59 Prozent ihres Wertes verloren. Ausgerechnet jetzt, mitten im Absturz, drehen Leerverkäufer bei dem schwedischen Technologiekonzern den Kurs.

Short-Quote schmilzt auf ein Drittel

Am 23. Juli lag die gesamte Short-Quote bei Sivers nur noch bei 2,76 Prozent des Grundkapitals. Anfang Mai waren es noch 6,69 Prozent. Der Hedgefonds Two Sigma Investments hat seine Wette gegen die Aktie unter die meldepflichtige Schwelle von 0,5 Prozent gesenkt.

Damit bleibt aktuell nur noch ein einziger institutioneller Investor mit einer offengelegten Short-Position übrig. Der Rückzug fällt in eine Phase extremen Kursverfalls — ein Signal, dass professionelle Marktteilnehmer ihre Wetten nach dem Ausverkauf offenbar eindecken.

Bilanz für 2025 deutlich nach oben korrigiert

Der Kursverfall überschneidet sich mit einem größeren Bilanz-Umbau. Sivers bereitet gerade eine Zweitnotierung an der Nasdaq in New York vor. Dafür muss der Konzern seine Finanzberichte an die Standards des amerikanischen Prüfungsaufsicht PCAOB anpassen.

Diese Umstellung hat es in sich. Der Nettoverlust für das Geschäftsjahr 2025 wurde rückwirkend von 141 Millionen auf 223 Millionen schwedische Kronen nach oben korrigiert. Grund sind veränderte Regeln bei der Umsatzabgrenzung zwischen Berichtsperioden sowie neue Bewertungen für Lagerbestände und aktivierte Entwicklungskosten.

CEO kauft nach, Insider-Sperre folgt

Nach dem Auslaufen einer Lock-up-Frist am 16. Juli hatten mehrere Insider Aktien verkauft. Der Chairman des Boards trennte sich von 275.000 Aktien, um damit Spenden und familiäre Zuwendungen zu finanzieren. CEO Vickram Vathulya setzte dagegen ein Gegensignal: Er kaufte 70.000 zusätzliche Aktien und hält jetzt insgesamt 4.540.076 Anteile.

Ab dem 28. Juli beginnt für Sivers eine sogenannte Closed Period. In dieser Zeit dürfen Personen mit Führungsverantwortung nach der EU-Marktmissbrauchsverordnung keine Wertpapiere des Unternehmens mehr handeln — bis zur Veröffentlichung des nächsten Finanzberichts.

Charttechnik zeigt überverkauftes Terrain

Die Aktie notiert aktuell bei 2,98 Euro, ein Minus von 0,53 Prozent zum Vortag. Zum 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro aus Anfang Juni fehlen damit fast 71 Prozent. Der 14-Tage-RSI liegt bei 36,4 und nähert sich damit der Zone, die Techniker als überverkauft einstufen.

Die annualisierte Volatilität von knapp 162 Prozent zeigt: Ruhe kehrt hier vorerst nicht ein.

Der nächste wichtige Termin ist der Quartalsbericht zum zweiten Quartal, verschoben auf den 27. August. Die Verzögerung soll Zeit für den Abschluss der PCAOB-konformen Prüfung schaffen. Der Bericht dürfte Klarheit über den Fortschritt bei KI-gestützter Photonik bringen und darüber, wie die Integration mit dem SPAC-Deal von byNordic Acquisition Corporation vorankommt.

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Diskussion zu Sivers Semiconductors

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.