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Sivers Semiconductors Aktie: Quartalsbericht am 6. August

Die Aktie von Sivers Semiconductors steigt um fast 15 Prozent, bleibt aber weit unter dem Rekordhoch. Kapitalerhöhung und Leerverkaufsattacke belasten weiter.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie steigt um 14,66 Prozent
  • Kapitalerhöhung löste Ausverkauf aus
  • Nasdaq-Pläne vorerst auf Eis
  • Auftragsbestand wächst deutlich

Sivers Semiconductors schießt am Freitag um 14,66 Prozent nach oben. Die Aktie schließt bei 5,10 Euro, nach 4,45 Euro am Donnerstag. Der Sprung markiert die erste echte Gegenbewegung seit Wochen brutalen Verkaufsdrucks.

Der schwedische Photonik- und Funkchip-Spezialist hatte seit dem Rekordhoch von 10,23 Euro am 3. Juni mehr als die Hälfte seines Werts verloren. Über 30 Tage steht immer noch ein Minus von fast 39 Prozent zu Buche. Die Aktie notiert damit weiterhin gut 17 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 6,16 Euro.

Kapitalerhöhung löst wochenlangen Ausverkauf aus

Auslöser der Talfahrt war eine Kapitalerhöhung mit Abschlag zum Marktpreis. Institutionelle Investoren zeigten zwar Nachfrage nach der Platzierung. Der Markt reagierte trotzdem mit Verkäufen, weil die Aktienzahl kräftig wuchs — inzwischen sind rund 320 Millionen Aktien im Umlauf.

Die technischen Indikatoren zeigten zuletzt tief überverkaufte Werte. Der 14-Tage-RSI lag bei 40,3. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 210 Prozent zeigt, wie heftig die Kursausschläge in den vergangenen Wochen ausfielen. Bemerkenswert bleibt der Blick auf ein Jahr: Vom 52-Wochen-Tief bei 0,27 Euro im März aus steht die Aktie noch immer über 1.800 Prozent im Plus.

Nasdaq-Pläne auf Eis, Führungswechsel im Vorstand

Die Erholung kann einen schweren Rückschlag von Mitte Juni nicht ungeschehen machen. Auf der Hauptversammlung am 15. Juni sollte eigentlich über die Ausgabe von bis zu 53,8 Millionen neuen Aktien für ein Zweitlisting an der Nasdaq abgestimmt werden. Das hätte eine Verwässerung von rund 15 Prozent bedeutet.

Der Vorstand zog den Tagesordnungspunkt kurzfristig zurück. Der neue Vorstand sollte zunächst Zeit bekommen, das Mitarbeiter-Vergütungsprogramm zu prüfen. Die Sitzung selbst verlief turbulent: Vize-Chairman Tomas Duffy sowie die Gründer Erik Fallström und Keith Halsey traten kurz vor dem Termin zurück.

Die Aktionäre wählten Joakim Nideborn zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden und Helena Svancar in den Vorstand. Bami Bastani bleibt Chairman. Der Vorstand erhielt zwar ein allgemeines Mandat, künftig eine vergleichbare Zahl an Aktien über Bar-, Sach- oder Verrechnungskapital auszugeben. Ein neuer Zeitplan für das US-Listing fehlt bislang — das Vorhaben liegt auf Eis, bis der Vorstand es erneut prüft.

Hinzu kommt eine Leerverkäufer-Attacke. Ningi Research veröffentlichte am 1. Juni einen Bericht, der mindestens 97 Millionen schwedische Kronen der Umsätze 2025 infrage stellt — rund 31 Prozent des ausgewiesenen Jahresumsatzes. Der Vorwurf: Sivers habe Erlöse aus noch nicht produzierten Produkten verbucht und staatliche Forschungssubventionen als kommerzielle Einnahmen ausgewiesen. Eine detaillierte öffentliche Stellungnahme des Unternehmens dazu steht bislang aus.

Auftragsbestand wächst, Verluste auch

Manche Analysten verweisen auf die operative Substanz hinter der Kursturbulenz. Der Auftragsbestand ist seit Jahresbeginn um 77 Prozent auf 799 Millionen US-Dollar gewachsen. Der Umsatz im ersten Quartal 2026 brach dagegen um 22 Prozent auf 61,9 Millionen schwedische Kronen ein.

CEO Vickram Vathulya macht dafür den US-Regierungsstillstand im vierten Quartal 2025 sowie verzögerte Verteidigungsbudgets verantwortlich. Das bereinigte operative Ergebnis lag bei minus 13,8 Millionen Kronen. Die Umstellung der Bilanzierung 2024 und 2025 auf PCAOB-Standards brachte zudem eine unangenehme Korrektur: Der Nettoverlust 2025 wurde von ursprünglich 186,5 Millionen auf 222,6 Millionen Kronen nach oben revidiert.

Der nächste konkrete Termin fällt auf den 6. August. Dann veröffentlicht Sivers seinen Quartalsbericht für das zweite Quartal — der erste echte Test, ob frisches Kapital und wachsender Auftragsbestand sich endlich in Umsatzwachstum übersetzen lassen.

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