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Sivers Semiconductors Aktie: Montag entscheidet über Nasdaq-Listing

Short-Squeeze treibt Aktie, während Vorwürfe und Ermittlungen den Chipentwickler belasten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursrallye durch Short-Squeeze
  • Schwere Vorwürfe von Leerverkäufern
  • Behörden prüfen mögliche Informationslecks
  • Abstimmung über Nasdaq-Notierung

Sivers Semiconductors steht vor einer entscheidenden Woche. Ein massiver Short-Squeeze trieb den Kurs zuletzt rasant nach oben. Am Freitag schloss das Papier bei 8,38 Euro. Das entspricht einem Wochenplus von gut 25 Prozent. Hinter den Kulissen tobt ein Konflikt aus Leerverkäufer-Attacken, Insiderverkäufen und behördlichen Ermittlungen.

Short-Squeeze treibt den Kurs

Die jüngste Kursrallye resultiert stark aus technischen Faktoren. Die Bank Nordea hob die Leihgebühren für Sivers-Aktien zeitweise auf extreme 228,5 Prozent an. Die Folge: Leerverkäufer mussten ihre Positionen zwingend eindecken. Im März lag die Leerverkaufsquote noch bei rund 17 Prozent des Streubesitzes. Hedgefonds wie Voleon Capital und Two Sigma hielten nennenswerte Anteile.

Die Eindeckungen trieben die Volatilität auf annualisierte 242 Prozent. Der Kurs liegt aktuell rund 18 Prozent unter dem Jahreshoch von 10,23 Euro.

Vom Tief bei 0,27 Euro im März ist die Aktie meilenweit entfernt. Jüngste Aufnahmen in schwedische Aktienindizes stützten den Kurs zusätzlich durch passive Käufe.

Schwere Vorwürfe und rechtliche Risiken

Auslöser der jüngsten Turbulenzen war ein kritischer Bericht von Ningi Research Anfang Juni. Die Leerverkäufer werfen Sivers fragwürdige Buchhaltungsmethoden vor. Konkret geht es um 97 Millionen Schwedische Kronen. Das entspricht knapp einem Drittel des ausgewiesenen Vorjahresumsatzes. Ningi behauptet, das Unternehmen verbuche Einnahmen für noch nicht produzierte Produkte.

Die Vorwürfe riefen umgehend US-Kanzleien auf den Plan. Rosen Law Firm und Bronstein, Gewirtz & Grossman prüfen mögliche Verstöße gegen Wertpapiergesetze. Eine formelle Klage liegt bisher nicht vor. Das rechtliche Risiko lastet schwer auf dem schwedischen Chipentwickler.

Behörden ermitteln, Insider verkaufen

Parallel dazu ermittelt die schwedische Behörde für Wirtschaftskriminalität. Sie prüft mögliche Informationslecks im Vorfeld der geplanten Nasdaq-Notierung im April. Der Aktienkurs war kurz vor der offiziellen Ankündigung stark gestiegen. Bestätigte Verstöße gibt es bislang nicht.

Auffällige Aktiengeschäfte des Managements sorgen für zusätzliche Unruhe. Harish Krishnaswamy, Chef der Wireless-Tochter, verkaufte Ende Mai 1,39 Millionen Aktien. Er erlöste damit knapp 100 Millionen Kronen.

Besonders brisant: Aufsichtsratsmitglied Erik Fällström liquidierte über seine Firma Achilles Capital rund 29 Millionen Papiere. Im selben Zeitraum bezeichnete er die Aktie öffentlich als unterbewertet.

Lichtblicke im operativen Geschäft

Operativ liefert Sivers ein gemischtes Bild. Der Umsatz sank im ersten Quartal 2026 um 22 Prozent auf 61,9 Millionen Kronen. Der operative Verlust weitete sich auf 41,5 Millionen Kronen aus. Das Management verweist auf Verzögerungen bei US-Verteidigungsbudgets.

Ein Hoffnungsschimmer bleibt die neue Partnerschaft mit GlobalFoundries. Beide Unternehmen entwickeln gemeinsam fortschrittliche Silizium-Photonik-Lösungen für KI-Infrastruktur. Sivers integriert seine Laser-Arrays in die Plattform des US-Konzerns. Das Management schätzt den adressierbaren Markt bis 2030 auf 25 Milliarden US-Dollar.

Hauptversammlung als Weichenstellung

Am Montag treffen sich die Aktionäre zur entscheidenden Hauptversammlung. Auf der Agenda steht die geplante Doppelnotierung an der US-Börse Nasdaq. Die Aktionäre stimmen über eine Kapitalerhöhung von bis zu 53,8 Millionen neuen Aktien ab. Das würde bestehende Anteile um rund 15 Prozent verwässern.

Zur Abstimmung steht auch die nachträgliche Genehmigung eines Wandelkredits über 12 Millionen US-Dollar. Das Votum am Montag bestimmt die künftige Kapitalstruktur des Unternehmens. Fällt die Entscheidung positiv aus, rückt das Nasdaq-Listing in greifbare Nähe.

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