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Sivers Semiconductors Aktie: Kurs bricht nach Dagens-Industri-Warnung ein

Sivers Semiconductors verzeichnete im zweiten Quartal sinkende Erlöse und höhere Verluste, während das Produktgeschäft sowie die Pipeline zulegten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie verliert 15 Prozent
  • Quartalsumsatz sinkt um 12 Prozent
  • Unbereinigtes EBITDA deutlich stärker negativ
  • Auftragspipeline erreicht 1,2 Milliarden US-Dollar

Die Aktie von Sivers Semiconductors ist am Freitag um 15 Prozent eingebrochen und schloss bei 2,44 Euro. Auslöser war eine Warnung der schwedischen Wirtschaftszeitung Dagens Industri, die Anlegern riet, das Papier zu meiden.

Das Blatt bezeichnete den zuvor am Donnerstag veröffentlichten Zwischenbericht zum zweiten Quartal als katastrophal. Der Kurs verlor damit einen Großteil seiner Gewinne aus dem vorangegangenen Höhenflug, der die Aktie im Frühjahr bis auf ein 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro getrieben hatte.

Was den Bericht so schlecht aussehen ließ

Der Nettoumsatz des schwedischen Halbleiterherstellers sank im zweiten Quartal auf 53,8 Millionen Schwedische Kronen, nach 61,4 Millionen im Vorjahreszeitraum – ein Rückgang von 12 Prozent, währungsbereinigt 10 Prozent. Das bereinigte EBITDA fiel auf minus 35,5 Millionen Kronen, verglichen mit minus 20,9 Millionen im Vorjahr.

Noch deutlicher fällt der Bruch auf Ebene des unbereinigten EBITDA aus: Hier stand ein Minus von 98,3 Millionen Kronen zu Buche, nach minus 22,5 Millionen im Vorjahresquartal. Das operative Ergebnis rutschte auf minus 116,9 Millionen Kronen ab.

Ein erheblicher Teil dieser Verschlechterung geht auf einen Sondereffekt zurück: Sivers musste im zweiten Quartal 42,9 Millionen Kronen an nicht zahlungswirksamen Sozialabgaben verbuchen, die direkt an die starke Kursentwicklung der Aktie gekoppelt sind.

Der Kurs war im Berichtszeitraum von 10,71 auf 63,15 Kronen gestiegen, bevor er sich seither deutlich zurückbildete. Ohne diesen bilanziellen Effekt wäre das operative Bild spürbar milder ausgefallen, doch für Dagens Industri überwog offenbar der Substanzverlust im Kerngeschäft.

Tatsächlich zeigte das Produktgeschäft ein anderes Bild: Die Hardware-Umsätze legten um 13 Prozent zu, währungsbereinigt sogar um 18 Prozent. Das Management begründet den Umsatzrückgang insgesamt mit einer bewussten Umschichtung weg von entwicklungsgetriebenen NRE-Erlösen hin zu skalierbaren Produktumsätzen – ein Übergang, der kurzfristig auf die Zahlen drückt, langfristig aber tragfähigere Erlösströme schaffen soll.

Laut Unternehmensangaben soll sich der Effekt dieser Umstellung im vierten Quartal 2026 bemerkbar machen und sich 2027 beschleunigen, sobald mehrere Programme die Serienfertigung erreichen.

Wachsende Auftragschancen als Gegenargument

Als Beleg für die künftige Entwicklung verweist Sivers auf seine Auftrags-Pipeline, die im Juli auf 1,2 Milliarden US-Dollar angewachsen ist – ein Plus von 268 Prozent gegenüber Dezember 2025. Zeitgleich mit dem Zwischenbericht verkündete das Unternehmen ein neues Programm mit SemiNex im Volumen von 3,4 Millionen US-Dollar zur Entwicklung von InP-Lichtquellen für Rechenzentren im KI-Bereich. Zudem übte der Investor Bootstrap Europe sämtliche Warrants aus der laufenden Fremdfinanzierung aus.

Belastend wirkt daneben, dass Insider zuletzt Aktien abgestoßen hatten. Nach dem Auslaufen der Lock-up-Vereinbarungen für Vorstand und Management im Juli verkaufte Verwaltungsratsvorsitzender Bami Bastani 275.000 Aktien, verschenkte weitere 70.000 an Familienangehörige und spendete 60.000 an wohltätige Zwecke.

Auch Headwaters Capital, das den Verwaltungsrat Todd Thomson vertritt, trennte sich von 950.000 Aktien und übertrug 50.000 an eine Wohltätigkeitsorganisation.

Aktie unter wichtigen Trendlinien

Nach dem Kursrutsch notiert die Aktie 38 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 3,94 Euro und liegt inzwischen 76 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Der RSI von 37,2 signalisiert kein extrem überverkauftes Niveau, doch die annualisierte Volatilität von 169 Prozent zeigt, wie nervös der Handel derzeit verläuft.

Anleger müssen abwägen, ob der von Dagens Industri kritisierte Ergebniseinbruch tatsächlich das operative Fundament trifft oder ob der Sondereffekt aus der Sozialabgabenbuchung die eigentliche Dynamik im Produktgeschäft überdeckt.

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Diskussion zu Sivers Semiconductors

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

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