Sivers Semiconductors sorgt erneut für Bewegung am Markt – diesmal wegen einer Wendung auf der Short-Seite. Medienberichten zufolge ist Citadel Securities nicht mehr als öffentlicher Leerverkäufer der Aktie gemeldet. Die Nachricht kursierte am Donnerstag und wurde in der Marktberichterstattung rund um die jüngste Kursbewegung des Papiers aufgegriffen.
Die Meldung wiegt deshalb, weil erst wenige Tage zuvor, am 31. August, D. E. Shaw und Citadel Securities Medienberichten zufolge erneut als offengelegte Short-Positionen in der Aktie geführt wurden. Der Rückzug eines der beiden Häuser von der Short-Seite deutet auf eine veränderte Einschätzung des Risikos hin, auch wenn die genauen Beweggründe offen bleiben.
Kapitalerhöhung und Zahlen als Hintergrund
Der Kursverlauf der vergangenen Wochen lässt sich nicht ohne die Unternehmensmeldungen vom 27. August verstehen. An diesem Tag hatte Sivers Semiconductors Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vorgelegt und zugleich eine Kapitalerhöhung über 825 Millionen schwedische Kronen sowie die Umwandlung eines Wandeldarlehens über 12 Millionen US-Dollar in Eigenkapital bekanntgegeben.
Der Nettoumsatz lag bei 53,8 Millionen schwedischen Kronen, das operative Ergebnis blieb mit einem Verlust von 116,9 Millionen Kronen deutlich negativ. Das Management sprach zugleich von einer erwarteten Umsatzwende im vierten Quartal 2026 und verwies auf eine auf 1,2 Milliarden US-Dollar gewachsene Auftragspipeline zum Ende Juli 2026.
Diese Kombination aus frischem Kapital und einer avisierten Trendwende dürfte den Boden für die veränderte Short-Positionierung bereitet haben. Investoren, die zuvor auf fallende Kurse gesetzt hatten, sehen sich nun mit einer gestärkten Bilanz und einer wachsenden Nachfragebasis konfrontiert.
Kurs bleibt volatil, Erholung von tiefen Ständen
Die Aktie schloss am Freitag bei 2,50 Euro, ein Plus von 3,1 Prozent auf Tagessicht. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 2,1 Prozent zu Buche, auf Monatssicht dagegen ein Rückgang von 19 Prozent – ein Beleg dafür, wie schwankungsanfällig das Papier bleibt. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 161 Prozent unterstreicht diese Nervosität.
Gemessen am 52-Wochen-Tief von 0,2650 Euro vom 3. März 2026 hat sich der Kurs mehr als verachtfacht. Zum 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro vom 3. Juni 2026 klafft dagegen weiterhin eine erhebliche Lücke, der Abstand beträgt 76 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 41,9 signalisiert eine neutrale bis leicht angeschlagene Verfassung, ohne klare Überkauft- oder Überverkauft-Signale.
Ausblick auf Glasgow bleibt Fixpunkt
Parallel zur Diskussion um Short-Positionen und Kapitalstruktur bleibt die für das vierte Quartal 2027 geplante Erweiterung der Fertigungsstätte in Glasgow ein langfristiger Fixpunkt für Anleger.
Der dort geplante Ausbau der Indiumphosphid-Produktion für den Bedarf an AI-Rechenzentren und optischer Vernetzung soll die Kapazität auf mehr als 100 Millionen CW-DFB-Laser jährlich anheben. Bis zu einer Umsatzwende, die das Management für das vierte Quartal 2026 in Aussicht stellt, bleibt die Aktie jedoch von kurzfristigen Nachrichten wie der aktuellen Short-Seller-Rochade geprägt.
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