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Sivers Semiconductors Aktie: CEO kauft trotz 70-Prozent-Crash

Führungskräfte von Sivers Semiconductors kaufen eigene Aktien, während der Kurs um über 70 Prozent einbricht. Analysten sehen den Markt skeptisch.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Insider-Käufe durch Vorstand und CEO
  • Aktie verliert über 70 Prozent an Wert
  • Kapitalerhöhung mehrfach überzeichnet
  • Neuer Finanzkalender für US-Listing

Fünf Vorstandsmitglieder und der CEO greifen zu eigenen Aktien. Der Kurs bricht trotzdem weiter ein. Bei Sivers Semiconductors klaffen Insider-Vertrauen und Marktrealität gerade weit auseinander.

Am Donnerstag fiel die Aktie des schwedischen Photonik- und Funktechnik-Unternehmens auf 3,07 Euro, ein Minus von 13,48 Prozent an nur einem Tag. Über die vergangene Woche summiert sich der Verlust auf mehr als ein Viertel des Aktienwerts. Binnen eines Monats hat das Papier fast zwei Drittel seines Werts verloren.

Vorstand und CEO stocken auf

Kurz vor dem Absturz kauften gleich mehrere Führungskräfte Anteile am eigenen Unternehmen. Die Vorstandsmitglieder Bami Bastani, Karin Raj, Helena Svancar, Todd Thomson und Joakim Nideborn erwarben Aktien, wie es die Hauptversammlung zuvor genehmigt hatte. Die Papiere müssen sie mindestens zwölf Monate halten.

CEO Vickram Vathulya legte zusätzlich nach. Er kaufte Aktien im Gegenwert von rund 950.000 schwedischen Kronen. Grundlage ist ein auf der Hauptversammlung beschlossenes Aktienprogramm: Jedes Vorstandsmitglied erhält darin eine Million Kronen, wovon etwa die Hälfte für den Kauf von Sivers-Aktien vorgesehen ist – ebenfalls mit einjähriger Haltefrist.

Der Markt sieht das anders

Die Insider-Käufe konnten den Ausverkauf nicht stoppen. Der Kurs fiel von 3,55 Euro am Mittwoch auf aktuell 3,07 Euro und liegt damit 70 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro, das die Aktie erst Anfang Juni erreicht hatte. Der Relative-Stärke-Index von 33,1 deutet auf eine Annäherung an überverkauftes Terrain hin, während eine annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 153 Prozent das Ausmaß der jüngsten Kursschwankungen unterstreicht.

Vorausgegangen war eine Phase intensiver Kapitalmarktaktivität. Der Vorstand hatte eine gerichtete Kapitalerhöhung über gut 12,28 Millionen neue Aktien beschlossen, was etwa 700 Millionen schwedische Kronen entspricht. Der Zeichnungspreis lag bei 57 Kronen je Aktie – ein Abschlag von rund 9,7 Prozent zum Schlusskurs vom 30. Juni. Die Platzierung war mehrfach überzeichnet, schwedische und internationale institutionelle Investoren beteiligten sich, darunter sowohl neue als auch bestehende Aktionäre.

Neuer Finanzkalender sorgt für zusätzliche Unsicherheit

Sivers änderte zudem seinen Berichtskalender. Das Unternehmen begründet den Schritt mit der Stärkung interner Kontrollprozesse und der Vorbereitung auf künftige Anforderungen der US-Prüfbehörde PCAOB – ein Baustein auf dem Weg zum angestrebten Doppel-Listing in den USA.

Sivers ist in Wachstumsmärkten unterwegs: KI-Rechenzentren, Satellitenkommunikation und Verteidigungsphotonik gehören zu den Bereichen, die zuletzt viel Investoreninteresse auf sich gezogen haben. Genau diese Kombination aus Zukunftsversprechen und akuter Kursschwäche macht die aktuelle Lage bemerkenswert.

Drei Signale stehen nebeneinander: Insider kaufen mit persönlichem Kapital, institutionelle Investoren zeichneten die Kapitalerhöhung mehrfach über, und trotzdem notiert die Aktie inzwischen deutlich unter dem Ausgabepreis von 57 Kronen der jüngsten Platzierung. Ob sich diese Lücke schließt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie überzeugend Sivers seine verschärften Berichtsstandards in den kommenden Quartalen umsetzt.

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