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Sivers Semiconductors Aktie: 61,54 Prozent Minus im Monat

Der Vorstand von Sivers Semiconductors verkauft Aktien, während der CEO seine Position aufstockt. Die Aktie fällt weiter und notiert nahe dem Jahrestief.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • CEO Vathulya kauft 70.000 Aktien
  • Mehrere Vorstände stoßen Anteile ab
  • Aktie fällt um fast 10 Prozent
  • Quartalszahlen Ende August erwartet

Sivers Semiconductors bricht weiter ein. Die Aktie fällt am Mittwoch um 9,97 Prozent auf 3,39 Euro. Auf Monatssicht steht ein Minus von 61,54 Prozent zu Buche.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 10,23 Euro, erreicht am 3. Juni, trennen das Papier inzwischen 66,82 Prozent. Der Absturz wirkt umso dramatischer, als die Aktie erst im März bei 0,2650 Euro notierte. Zwischen beiden Extremen liegt eine Kursreise, die viele Anleger kaum nachvollziehen können.

Ein gespaltenes Bild bei den Insidern

Während mehrere Vorstandsmitglieder ihre Aktien abstoßen, kauft ausgerechnet der Firmenchef zu. CEO Vickram Vathulya erwarb 70.000 zusätzliche Aktien. Seine Beteiligung wächst damit auf 4.540.076 Aktien, dazu kommen 3,7 Millionen Mitarbeiteroptionen.

Der Kauf fällt in eine Phase, die für viele Insider das Gegenteil auslöst. Eine Lock-up-Vereinbarung im Zusammenhang mit der Aktienemission vom 16. April war bis zum 16. Juli befristet und ist nun ausgelaufen. Prompt nutzten mehrere Board-Mitglieder das Fenster zum Verkauf.

Verwaltungsratschef Bami Bastani baute seine Position gleich in mehrere Richtungen ab. Er spendete 60.000 Aktien an gemeinnützige Organisationen und schenkte 70.000 Aktien Familienangehörigen. Am 16. Juli verkaufte er zusätzlich 275.000 Aktien und hält nun noch 381.360 Aktien sowie 625.000 Mitarbeiteroptionen.

Board-Mitglied Todd Thomson zog über seine Investmentgesellschaft ebenfalls Kapital ab. Headwaters Capital LLC verkaufte bis zum 22. Juli 950.000 Aktien und verschenkte weitere 50.000 Stück an eine Wohltätigkeitsorganisation. Thomson bleibt mit 477.027 Aktien dennoch größter Anteilseigner im Kreis der Vorstandsmitglieder.

Auch Kairos Ventures, ein Fonds mit historischer Verbindung zum Unternehmen, reduziert weiter seine Position. Der Fonds war 2022 über den Verkauf der Portfoliofirma Mixcomm an Sivers Semiconductors eingestiegen und hat seither immer wieder Anteile abgegeben. Das Investmentkomitee entschied nun, verbliebene Anteile teils an Investoren zu verteilen und den Rest zu liquidieren.

Vorstand kaufte noch vor wenigen Wochen

Die aktuellen Verkäufe stehen im Kontrast zu einem Kaufprogramm, das erst Anfang Juli abgeschlossen wurde. Die Vorstandsmitglieder Bami Bastani, Karin Raj, Helena Svancar, Todd Thomson und Joakim Nideborn erwarben damals Aktien gemäß einem Hauptversammlungsbeschluss. Für diese Papiere gilt eine Haltefrist von mindestens zwölf Monaten. Auch der CEO stockte zu diesem Zeitpunkt zusätzlich auf.

Handelsverbot vor den Quartalszahlen

Ab dem 28. Juli greift eine Closed Period nach EU-Marktmissbrauchsverordnung. Bis zur Veröffentlichung der Quartalszahlen dürfen Personen mit Führungsverantwortung keine Transaktionen mehr in Firmenpapieren durchführen. Die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 legt Sivers Semiconductors am 27. August vor Handelsbeginn an der Nasdaq Stockholm vor.

Die Handelsdaten unterstreichen die Nervosität im Markt. Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von fast 164 Prozent zählt die Aktie zu den unruhigsten Werten überhaupt. Der RSI von 38,9 signalisiert dabei noch keine überverkaufte Lage im klassischen Sinne.

Bis zur Veröffentlichung der Quartalszahlen bleibt die Divergenz zwischen kaufendem CEO und verkaufendem Vorstand ungelöst im Raum stehen. Für den Markt bedeutet das: uneinheitliche Signale ohne neue Fakten bis Ende August.

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Diskussion zu Sivers Semiconductors

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.