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Sivers Semiconductors Aktie: 60,69 Prozent Minus in 30 Tagen

Nach einem spektakulären Kursanstieg bricht die Aktie von Sivers Semiconductors massiv ein. Shortseller reduzieren Positionen, während Insider vor der Blackout-Periode handeln.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie verliert über 60 Prozent
  • Zwei Shortseller reduzieren Wetten
  • Insiderhandel vor Blackout-Periode
  • Bilanzvorwürfe lösten Absturz aus

Ein Kurssturz von über 60 Prozent binnen eines Monats. Das ist die Bilanz von Sivers Semiconductors, nachdem eine der spektakulärsten Rallys der schwedischen Börse in sich zusammengefallen ist. Am Freitag verlor die Aktie des Photonik- und Funktechnik-Unternehmens weitere 6,35 Prozent und schloss bei 2,83 Euro.

Die Woche insgesamt kostete Anlegern ein Minus von 11,45 Prozent. Damit summiert sich der Absturz der vergangenen 30 Handelstage auf 60,69 Prozent. Was einst als Paradebeispiel des KI-Infrastruktur-Hypes galt, entwickelt sich zum Lehrstück über die Risiken spekulativer Kursgewinne.

Leerverkäufer ziehen sich zurück

Ausgerechnet während des freien Falls verschwinden erste bekannte Shortseller aus der Öffentlichkeit. Two Sigma Investments reduzierte seine Position unter die schwedische Meldeschwelle von 0,5 Prozent des Grundkapitals. Der Hedgefonds folgt damit Voleon Capital, das seine Wette gegen die Aktie bereits zuvor verkleinert hatte.

Ein einziger öffentlich gemeldeter Leerverkäufer bleibt übrig. Die Gesamt-Shortquote liegt aber weiterhin bei fast 3 Prozent der ausstehenden Aktien. Das Misstrauen gegenüber dem Wachstumsversprechen des Unternehmens ist also keineswegs verschwunden — einzelne Fonds schließen offenbar nur ihre Positionen, ohne dass sich die grundsätzliche Skepsis auflöst.

Insider-Handel pausiert vor Quartalszahlen

Parallel zum Rückzug der Shortseller endet für das Management der Handlungsspielraum. Ab dem 28. Juli 2026 gilt eine Closed Period nach EU-Marktmissbrauchsverordnung. Bis zur Veröffentlichung des Zwischenberichts für das zweite Quartal am 27. August dürfen Führungskräfte keine Transaktionen mehr mit Unternehmensaktien tätigen.

Die jüngsten Insider-Bewegungen fallen damit in eine besonders sensible Phase. Chairman Bami Bastani verkaufte Aktien, während CEO Vickram Vathulya nach Ablauf einer Sperrfrist zur April-Kapitalerhöhung kaufte. Sobald die Blackout-Periode beginnt, verstummen diese Signale — bis zu den Quartalszahlen bleibt der Markt ohne frische Hinweise aus der Chefetage.

Vom 1.700-Prozent-Hype zum Buchhaltungsvorwurf

Der eigentliche Auslöser des Absturzes liegt einige Wochen zurück. Die Aktie war im laufenden Jahr um rund 1.700 Prozent gestiegen und avancierte damit zu einer der meistgeshorteten Aktien Schwedens. Anleger wetteten auf optische Komponenten für KI-Rechenzentren, die Marktkapitalisierung kletterte zwischenzeitlich auf umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro.

Im Juni platzte die Euphorie. Der Shortseller Ningi Research veröffentlichte einen Bericht, der Sivers Semiconductors vorwarf, gegen IFRS-Bilanzierungsregeln verstoßen zu haben. Nach Darstellung von Ningi Research seien mindestens 97 Millionen Kronen — etwa 31 Prozent des Jahresumsatzes 2025 — fragwürdig verbucht worden, teils für nicht produzierte Produkte, teils für staatliche Subventionen, die als kommerzielle Umsätze ausgewiesen wurden.

Die Vorwürfe blieben nicht ohne Folgen. US-Kanzleien prüfen inzwischen mögliche Sammelklagen im Namen von Aktionären wegen möglicher Verstöße gegen das Wertpapierrecht.

Kein klares Signal am Markt

Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt aktuell bei rund 1,01 Milliarden Euro — ein Bruchteil dessen, was der Hype im Frühsommer noch rechtfertigte. Der technische Rückzug einzelner Shortseller lässt sich derzeit nicht eindeutig deuten. Es könnte eine echte Trendwende markieren, ebenso gut aber lediglich eine Umschichtung von Positionen vor der bevorstehenden Blackout-Periode sein.

Klarheit dürften erst die Quartalszahlen am 27. August bringen. Sie gelten als erster konkreter Test dafür, wie belastbar die Umsatzqualität des Unternehmens nach Monaten der Kontroverse tatsächlich ist.

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Diskussion zu Sivers Semiconductors

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.