Sivers Semiconductors hat heute ein gemeinsames Entwicklungsprogramm mit SemiNex Corporation angekündigt. Ziel ist die Entwicklung von Lichtquellen der nächsten Generation auf Indiumphosphid-Basis für Interconnect-Anwendungen in KI-Rechenzentren. Das Programm ist zunächst mit rund 3,4 Millionen US-Dollar bewertet.
Parallel dazu warnte das Unternehmen vor einem nicht zahlungswirksamen Sonderaufwand für Sozialabgaben in Höhe von 42,9 Millionen SEK im zweiten Quartal 2026. Der Posten resultiert aus der kräftigen Aktienkursentwicklung der vergangenen Monate, die bestimmte an den Aktienkurs gekoppelte Verpflichtungen verteuert hat. Anleger sollten diesen Effekt als bilanzielle Größe einordnen, nicht als operativen Rückschlag.
Umsatzverschiebung ins zweite Halbjahr
Das Management bekräftigte zudem, dass ursprünglich für das erste Halbjahr 2026 erwartete Umsätze nun ins zweite Halbjahr verschoben werden. Als Gründe nannte das Unternehmen den Zeitplan von Kundenprogrammen sowie Verzögerungen bei US-Haushaltsgenehmigungen. Das rückt die für den 27. August 2026 angesetzte Veröffentlichung des Zwischenberichts zum zweiten Quartal in den Fokus – dort dürfte sich zeigen, wie stark die Verschiebung das Zahlenwerk belastet.
Die Aktie reagiert am heutigen Donnerstag mit einem Rückgang von 1,7 Prozent auf 3,85 Euro und gibt damit einen Teil der jüngsten Gewinne ab. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 17 Prozent, nachdem das Papier bereits am Montag im Zuge sektorweiten Optimismus rund um ein Investitionsprojekt von TSMC und Sony in Japan um 14 Prozent gesprungen war.
Zum 50-Tage-Durchschnitt von 5,01 Euro liegt der aktuelle Kurs weiterhin deutlich zurück, was die hohe Schwankungsbreite der vergangenen Wochen unterstreicht.
Kapitalstruktur wächst durch Wandlung und Kapitalerhöhung
Ende Juli hatte Sivers seine Gesamtaktienzahl aktualisiert: Nach einer gerichteten Emission von 12.280.701 Aktien und der Wandlung eines Darlehens von Bootstrap Europe IV SCSp in 22.847.044 neue Aktien beläuft sich das Grundkapital nun auf 355.081.317 Aktien und Stimmen. Die Verwässerung durch diese Maßnahmen dürfte einer der Faktoren sein, die Investoren im Hinblick auf künftige Ergebnisse je Aktie im Blick behalten.
Auf der Analystenseite bleibt die Einschätzung von Anfang August maßgeblich unverändert im Rückblick: Ein Beitrag auf Seeking Alpha hatte am 6. August eine spekulative Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 52 SEK ausgesprochen und dabei auf hohes Ausführungsrisiko, aber erhebliches Aufwärtspotenzial durch Produktionsanläufe in den Bereichen LiDAR und AI-Optik verwiesen.
Gleichzeitig bauten institutionelle Adressen ihre Shortpositionen zuletzt weiter aus: Jane Street Group hielt Anfang August eine Netto-Shortposition von 0,51 Prozent, D.E. Shaw & Co erhöhte die eigene Position auf 0,62 Prozent. Diese gegenläufigen Signale – spekulativer Optimismus auf der einen, wachsende Shortwetten auf der anderen Seite – spiegeln die Unsicherheit rund um die Umsatzverschiebung und den bevorstehenden Quartalsbericht wider.
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