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Symbolbild, KI-generiert

Sivers Semiconductors Aktie: 28,29 Prozent Kurssprung

Schwedischer Photonik-Spezialist wandelt Kredit in Eigenkapital um und treibt Nasdaq-Notierung voran. CEO kauft Aktien hinzu.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kredit von 12 Mio. Dollar in Aktien getauscht
  • CEO Vathulya stockt Aktienbestand auf
  • Zweitnotierung an der Nasdaq geplant
  • Quartalszahlen erscheinen am 27. August

Ein Kredit wird zu Aktien, ein Vorstandschef kauft nach – und die Aktie von Sivers Semiconductors explodiert. Gestern schoss der Kurs um 28,29 Prozent auf 3,75 Euro nach oben. Der Auslöser: gleich mehrere strukturelle Weichenstellungen, die zusammen die Bilanz des schwedischen Photonik-Spezialisten deutlich entlasten.

Kredit wird zu Kapital

Am 3. Juli 2026 zog der Kreditgeber Bootstrap Europe eine Wandlungsoption. Ein besicherter Kredit über 12 Millionen Dollar wurde in Eigenkapital umgewandelt. Für Sivers bedeutet das: rund 22,8 Millionen neue Stammaktien, aber auch ein gutes Stück weniger Schulden.

Die Aktienbasis wächst damit spürbar. Der Markt honoriert trotzdem die einfachere Kapitalstruktur – ein Signal, das Anleger offenbar höher gewichten als die Verwässerung. Bereits Ende Juni hatte Sivers eine Kapitalerhöhung über umgerechnet rund 700 Millionen schwedische Kronen beschlossen. Das Geld soll in den Ausbau der Fertigungskapazität für Indiumphosphid-Laser und optische Verstärker fließen – Bauteile, die in KI-Rechenzentren zunehmend gefragt sind.

Kurs Richtung Nasdaq

Parallel zur Bilanzbereinigung treibt Sivers ein zweites Projekt voran: eine Zweitnotierung an der Nasdaq in New York. Damit das gelingt, muss der Konzern seine Buchhaltung auf US-Standard bringen.

Der Prozess heißt „Audit Uplift“ und bedeutet konkret: Die Konzernabschlüsse für 2024 und 2025 werden an die Vorgaben des Public Company Accounting Oversight Board angepasst, der US-Aufsichtsbehörde für Wirtschaftsprüfer. Das kostet Zeit. Der eigentlich für Anfang August erwartete Quartalsbericht zum zweiten Quartal 2026 verschiebt sich deshalb auf den 27. August 2026. Das Management begründet die Verzögerung mit der angestrebten Erweiterung der Investorenbasis und einer höheren Liquidität im US-Markt.

Insider mit gemischten Signalen

Ein dritter Faktor kommt von den eigenen Reihen. Am 16. Juli 2026 lief eine Sperrfrist für Verkäufe aus, die noch aus der Kapitalmaßnahme vom April 2026 stammte. Mehrere Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder durften ab diesem Datum wieder Aktien verkaufen.

Die am 21. Juli veröffentlichten Meldungen zeigen ein uneinheitliches Bild. Aufsichtsratschef Bami Bastani verkaufte 275.000 Aktien und übertrug zugleich einen Teil seines Bestands als Schenkung an Familie und wohltätige Organisationen. CEO Vickram Vathulya schlug den gegenteiligen Weg ein: Er kaufte 70.000 zusätzliche Aktien und hält nun insgesamt 4.540.076 Stück. Ein Vorstandschef, der in unruhigen Zeiten nachkauft – das lesen viele Anleger als Vertrauensbeweis.

Volatilität bleibt hoch

Trotz des Kurssprungs bleibt die Aktie weit von ihrem 52-Wochen-Hoch entfernt. Anfang Juni 2026 notierte Sivers noch bei 10,23 Euro – aktuell liegt der Abstand bei fast 64 Prozent. Die annualisierte Volatilität von 167,69 Prozent unterstreicht, wie nervös der Titel zuletzt gehandelt wurde.

Der nächste Termin steht bereits fest: Am 27. August 2026 zeigt sich, ob der Audit-Uplift-Prozess planmäßig verläuft und wie weit Sivers bei der Nasdaq-Zweitnotierung tatsächlich vorangekommen ist.

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