Sivers Semiconductors stürzt am Montag gnadenlos ab. Die Aktie verliert gut 19 Prozent und fällt auf 4,20 Euro. Der Grund für den Ausverkauf liegt auf der Hand. Zwei Kapitalmaßnahmen in kurzer Folge fluten den Markt mit neuen Papieren.
Flut an neuen Aktien
Das Management platzierte kürzlich rund 12,2 Millionen neue Aktien. Der Konzern sammelte so 700 Millionen Schwedische Kronen ein. Der Ausgabepreis lag bei 57 Kronen je Papier.
Das entspricht einem Abschlag von knapp zehn Prozent zum damaligen Schlusskurs. Dennoch war die Nachfrage enorm. Institutionelle Investoren überzeichneten das Angebot mehrfach.
Die Folge: eine massive Verwässerung. Wenige Tage später folgte der nächste Schlag. Der Kreditgeber Bootstrap Europe wandelte ein Darlehen in Aktien um. Die Kreditsumme belief sich auf zwölf Millionen Dollar.
Bootstrap erhielt dafür fast 22,8 Millionen neue Sivers-Papiere. Der Wandlungspreis lag bei extrem niedrigen 4,77 Kronen. Kein Wunder, dass Anleger nun nervös reagieren. Die Zahl der ausstehenden Aktien explodiert förmlich.
Fokus auf Expansion
Um das Vertrauen zu stützen, verpflichtet sich die Führungsetage zum Halten. CEO Vickram Vathulya und CFO Heine Thorsgaard behalten ihre Papiere vorerst. Diese Sperrfrist gilt auch für drei Aufsichtsratsmitglieder. Sie läuft verbindlich bis zum 16. Juli 2026.
Das frische Kapital soll das rasante Wachstum befeuern. Sivers steckt das Geld in den Ausbau der Indium-Phosphid-Produktion. Parallel dazu fließen Mittel in die Forschung. Zusätzlich plant das Unternehmen ein Listing in den USA innerhalb der nächsten Quartale.
Chartbild stark beschädigt
Die jüngsten Kapriolen haben tiefe Spuren im Chart hinterlassen. Seit dem Jahreshoch von 10,23 Euro verlor die Aktie extrem an Wert. Der Abstand zur Spitze beträgt knapp 60 Prozent. Die annualisierte Volatilität kletterte auf über 220 Prozent.
Der Kurs liegt mit 4,20 Euro deutlich unter dem mittelfristigen gleitenden Durchschnitt. Immerhin hält die 100-Tage-Linie bei 3,58 Euro noch als wichtige Unterstützung.
Jetzt rückt ein entscheidendes Datum in den Fokus. Wenn die Haltefrist für das Management am 16. Juli 2026 ausläuft, könnte das Aktienangebot auf dem Markt erneut steigen. Bis dahin muss das operative Geschäft überzeugen.
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