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Sivers Semiconductors Aktie: 18-Prozent-Sprung nach Bootstrap-Wandlung

Sivers wandelt Schulden in Aktien und sammelt frisches Kapital ein. Der Kurs steigt deutlich, bleibt aber weit unter dem Jahreshoch.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kurs legt um über 18 Prozent zu
  • Wandeldarlehen in Aktien getauscht
  • Kapitalerhöhung über 700 Mio. Kronen platziert
  • US-Notierung für 2026/2027 geplant

Ein Kurssprung von über 18 Prozent an einem einzigen Tag — und trotzdem liegt die Aktie noch fast die Hälfte unter ihrem Jahreshoch. Bei Sivers Semiconductors zeigt sich diese Woche, wie stark frisches Kapital und Schuldenabbau einen ausgebombten Kurs bewegen können. Der schwedische Photonik- und Funkchip-Hersteller hat binnen weniger Tage gleich mehrere Kapitalmaßnahmen durchgezogen.

Am Freitag schloss die Aktie bei 5,20 Euro, ein Plus von 18,34 Prozent zum Vortag. Zum 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro, erreicht am 3. Juni 2026, fehlen dennoch rund 49 Prozent. Der jüngste Sprung ändert daran wenig — auf Wochensicht steht die Aktie noch immer 11,86 Prozent im Minus, auf Monatssicht sogar 37,72 Prozent.

Kreditgeber wandelt Darlehen in Aktien

Späte Nachrichten am 3. Juli brachten den Auslöser: Kreditgeber Bootstrap Europe zieht sein Wandlungsrecht. Ein Darlehen über 12 Millionen Dollar wird in Aktien getauscht. Der Vorstand beschloss daraufhin die Ausgabe von 22.847.044 neuen Stammaktien an Bootstrap.

Das Darlehen stammt aus einer Refinanzierung vom Februar 2026. Damals sicherte sich Sivers eine Kreditlinie über insgesamt 17 Millionen Dollar bei Bootstrap, darunter ein fest verzinstes Wandeldarlehen über 12 Millionen Dollar. Der Wandlungspreis lag bei 4,77 schwedischen Kronen je Aktie. Bezahlt wurde nicht mit frischem Geld — die Forderung von Bootstrap wurde einfach mit dem Wert der neuen Aktien verrechnet.

Kapitalerhöhung und Sperrfristen vor US-Notierung

Der Schulden-Aktien-Tausch folgte direkt auf eine platzierte Kapitalerhöhung über 700 Millionen schwedische Kronen, die am 1. Juli abgeschlossen wurde. Gestützt auf die Ermächtigung der Hauptversammlung vom 15. Juni beschloss der Vorstand die Ausgabe von 12.280.701 neuen Aktien zu einem Preis von 57 Kronen je Aktie im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens.

Die Nachfrage übertraf das Angebot um ein Vielfaches. Sowohl schwedische als auch internationale institutionelle Investoren griffen zu, darunter neue und bestehende Aktionäre.

Für Insider gilt weiterhin Vorsicht. Vorstandsmitglieder Bami Bastani, Karin Raj und Todd Thomson sowie CEO Vickram Vathulya und CFO Heine Thorsgaard haben sich verpflichtet, bis zum 16. Juli keine Aktien zu verkaufen.

Das Management verknüpft die Kapitalmaßnahmen mit einem langfristigen Ziel: einer Notierung in den USA. Die Finanzberichterstattung läuft bereits nach US-GAAP-Standards. Ein Listing an der Nasdaq ist für den Jahreswechsel 2026/2027 vorgesehen — der Schritt soll den Zugang zu amerikanischem institutionellem Kapital öffnen.

Auftragsbestand wächst deutlich

Hinter den Kapitalmaßnahmen steht ein Geschäft, das nach Unternehmensangaben kräftig zulegt. Die Projekt-Pipeline von Sivers wuchs seit Ende 2025 um 77 Prozent auf einen Rekordwert von 799 Millionen Dollar. Treiber sind Indiumphosphid-Laser und optische Verstärker, die für KI-Rechenzentren der nächsten Generation und automobile LiDAR-Systeme gebraucht werden.

Charttechnik bleibt angespannt

Die Aktie notiert derzeit rund 15,58 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 6,16 Euro, liegt aber deutlich über dem 100-Tage-Durchschnitt von 3,54 Euro. Der 14-Tage-RSI von 41,2 deutet auf neutrale Dynamik nach der jüngsten Erholung hin. Eine annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 213 Prozent zeigt jedoch, wie empfindlich der Kurs auf neue Unternehmensnachrichten reagiert.

Zwischen dem 52-Wochen-Tief von 0,27 Euro am 3. März und dem Hoch im Juni liegt eine enorme Spanne — sie prägt den Handel in diesem Papier seit Monaten. Bis zum Ende der Sperrfrist am 16. Juli dürfte der Markt genau beobachten, wie die neuen Aktien aus Kapitalerhöhung und Bootstrap-Wandlung verdaut werden. Die angepeilte Nasdaq-Notierung zum Jahreswechsel 2026/2027 bleibt der nächste größere Termin auf der Agenda.

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