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Sivers Semiconductors Aktie: 12,94-Prozent-Einbruch auf 3,70 Euro

Sivers Semiconductors kämpft mit Kursverlusten nach Kapitalerhöhung und Zweifeln der Wirtschaftsprüfer an der Fortführung des Unternehmens.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie verliert über zwölf Prozent
  • Privatplatzierung bringt 700 Millionen Kronen
  • Wirtschaftsprüfer äußern Bestandsrisiken
  • US-Börsengang für 2026/2027 geplant

Frisches Kapital auf der einen Seite, existenzielle Warnungen der eigenen Wirtschaftsprüfer auf der anderen. Bei Sivers Semiconductors eskaliert die Lage. Die Aktie des schwedischen Chip-Spezialisten brach am Dienstag um 12,94 Prozent auf 3,70 Euro ein. Damit hat das Papier in nur 30 Tagen mehr als die Hälfte seines Wertes vernichtet.

Massive Eingriffe in die Kapitalstruktur

Das Management treibt die Finanzierung aggressiv voran. Eine Privatplatzierung brachte kürzlich rund 700 Millionen Schwedische Kronen ein. Investoren zahlten 57 Kronen je neuer Aktie. Die Nachfrage war hoch, die Ausgabe mehrfach überzeichnet.

Parallel dazu wandelte der Kreditgeber Bootstrap Europe ein Darlehen in Eigenkapital um. Diese Aktion spülte fast 23 Millionen neue Papiere in den Markt. Für bestehende Aktionäre bedeutet das eine Verwässerung von 6,4 Prozent.

Warnschuss der Prüfer

Diese massiven Aktienausgaben fordern ihren Tribut. Die eigenen Wirtschaftsprüfer äußerten zuletzt erhebliche Zweifel an der Unternehmensfortführung. Kein Wunder, dass die Nervosität am Markt steigt. Der Kurs hat sich vom 52-Wochen-Hoch bei 10,23 Euro massiv entfernt. Aktuell notiert die Aktie knapp 64 Prozent unter diesem Spitzenwert.

Um die Wogen zu glätten, greift die Führungsriege zu einer drastischen Maßnahme. CEO Vickram Vathulya, Finanzchef Thorsgaard und drei Aufsichtsräte haben sich einem strikten Verkaufsstopp unterworfen. Sie dürfen ihre persönlichen Aktienpakete bis zum 16. Juli 2026 nicht anrühren.

US-Börsengang als Ausweg

Operativ steht das Unternehmen spürbar unter Druck. Im ersten Quartal brach der Umsatz um 22 Prozent ein. Das Management macht dafür Währungseffekte und Verzögerungen im US-Verteidigungsbudget verantwortlich. Die Auftrags-Pipeline ist dagegen prall gefüllt. Sivers sitzt auf potenziellen Bestellungen im Wert von fast 800 Millionen Dollar.

Ab 2027 sollen die Auslieferungen anziehen. Bis dahin fließt das frische Kapital in Forschung und den Ausbau der Indium-Phosphid-Produktion. Das Ziel: ein Zweitlisting an der Nasdaq. Sivers hat die Rechnungslegung bereits auf US-Standards umgestellt. Der Sprung an die New Yorker Börse soll zwischen Ende 2026 und Anfang 2027 erfolgen.

Die nächsten harten Fakten stehen bereits im Kalender. Am 6. August 2026 präsentiert das Management den Finanzbericht für das zweite Quartal. Dieser Termin wird konkrete Daten zur aktuellen Liquidität und dem Barmittelverbrauch liefern.

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