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Sivers Semiconductors Aktie: 125 Millionen Kronen aus Emission

Sivers Semiconductors steigt in den OMX Stockholm Benchmark Index auf, während 17 Prozent der Aktien leerverkauft sind. Quartalszahlen zeigen Umsatzrückgang und anhaltende Verluste.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aufnahme in OMX Stockholm Benchmark Index
  • 17 Prozent Short-Interest bei Aktien
  • Umsatzminus von 22 Prozent im Quartal
  • Profitabilität erst ab 2028 erwartet

Sivers Semiconductors rückt heute in den OMX Stockholm Benchmark Index auf — während fast jede fünfte frei handelbare Aktie verliehen ist. Die Indexaufnahme trifft auf ein Unternehmen, das im ersten Quartal 22 Prozent Umsatzrückgang meldete und frühestens 2028 schwarze Zahlen erwartet.

Passive Käufe treffen auf Leerverkäufer

Nasdaq hat die halbjährliche Überprüfung des OMX Stockholm Benchmark Index abgeschlossen. Sivers Semiconductors gehört zu den neu aufgenommenen Titeln. Parallel erfolgte am 29. Mai die Aufnahme in den MSCI Sweden Small-Cap Index.

Indexfonds müssen ihre Portfolios anpassen. Das erzeugt Kaufdruck — in einem Markt, in dem laut S&P Global Market Intelligence per 26. Mai rund 17 Prozent der frei handelbaren Aktien verliehen waren. Anfang März lag die Quote noch bei 1,6 Prozent.

Die Konstellation ist brisant. Steigen die Kurse durch passiven Zufluss, könnten Leerverkäufer unter Druck geraten. Wie viel von diesem Effekt bereits eingepreist ist, bleibt offen.

Quartalszahlen enttäuschen

Der Nettoumsatz im ersten Quartal 2026 sank auf 61,9 Millionen Schwedische Kronen, nach 78,9 Millionen im Vorjahr. Das bereinigte EBITDA rutschte auf minus 13,8 Millionen Kronen ab, das EBITDA auf minus 24,7 Millionen. Der operative Verlust weitete sich auf 41,5 Millionen Kronen aus.

Der Nettoverlust verringerte sich auf 42,7 Millionen Kronen, nach 49,9 Millionen im Vorjahr. Der Cashflow aus operativer Tätigkeit belief sich auf minus 49,2 Millionen Kronen.

Als Gründe nannte das Management den US-Regierungsstillstand im vierten Quartal 2025 und verzögerte Verteidigungsbudgets. Hinzu kam ein ungünstiges Währungsumfeld: Der Dollar verlor 14 Prozent gegenüber der Krone, das Pfund sechs Prozent.

Pipeline auf Rekordhoch, Profitabilität in weiter Ferne

Die Opportunity-Pipeline kletterte seit Jahresende 2025 um 77 Prozent auf 799 Millionen Dollar. CEO Vickram Vathulya verwies auf „enormes Momentum in unseren Fokus-Märkten für Photonik und Wireless“ und kündigte mehrere Produktionshochläufe für 2027 an.

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Das Unternehmen rechnet mit Volumenproduktionen in AI-Rechenzentren, LiDAR, Satellitenkommunikation, Fixed Wireless Access und Verteidigung. Für 2026 erwartet Sivers Umsatzwachstum mit Beschleunigung im zweiten Halbjahr. Langfristig peilt der Vorstand 25 bis 30 Prozent jährliches Wachstum an.

Profitabel wird Sivers nach eigener Einschätzung nicht vor 2028.

Kapitalerhöhung abgeschlossen, Produktrampen angelaufen

Eine außerordentliche Hauptversammlung genehmigte am 11. Mai eine gerichtete Emission von 8,62 Millionen neuen Stammaktien. Die Platzierung wurde am 29. Mai abgewickelt und brachte brutto rund 125 Millionen Kronen ein. Die Gesamtzahl der Aktien stieg auf 319.953.572, die Verwässerung beträgt etwa 2,7 Prozent.

Auf der Produktseite arbeitet Sivers mit Jabil an einem 1,6T-Transceiver-Modul für AI-Rechenzentren. Die Daybreak-Beamforming-ICs für FR3 5G/6G sind allgemein verfügbar. Mit Tachyon Networks läuft eine Entwicklungs- und Produktionspartnerschaft für 60-GHz-Fixed-Wireless-Access-Produkte. Das Automotive-LiDAR-Programm für einen großen Autohersteller soll im vierten Quartal 2026 in Produktion gehen.

Insiderermittlung und Hauptversammlung

Schwedens Wirtschaftskriminalitätsbehörde prüft, ob vor der offiziellen Ankündigung der Nasdaq-Listungspläne im April Insiderinformationen durchgesickert sind. Die Untersuchung überschattet eine Phase, in der Indexaufnahme, Hauptversammlung und Pipeline-Konversion zusammenfallen.

Die ordentliche Hauptversammlung findet am 15. Juni 2026 um 16 Uhr in den Räumen von Setterwalls Advokatbyrå in Stockholm statt. Auf der Tagesordnung steht der Vorschlag, sämtliche Gewinnrücklagen aus 2025 vorzutragen — keine Dividende. Geplant ist zudem ein langfristiges Anreizprogramm mit bis zu sieben Millionen neuen Aktienoptionen. Bei vollständiger Ausübung würde das eine weitere Verwässerung von rund zwei Prozent bedeuten.

Im Zuge der Prüfung einer möglichen Doppelnotierung an der Nasdaq New York hat Sivers die Konzernabschlüsse für 2024 und 2025 auf PCAOB-Standards angehoben. Dabei wurden Umsätze zwischen Berichtsperioden umgegliedert, Bestandsbewertungen überarbeitet, Annahmen für aktienbasierte Vergütungen aktualisiert und zuvor aktivierte Entwicklungsausgaben abgeschrieben.

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