Sivers Semiconductors hat die letzte Juliwoche mit einer offiziellen Bestätigung abgeschlossen: Die Zahl der ausstehenden Aktien und Stimmrechte steht nun fest. Damit ist die jüngste Kapitalmaßnahme des schwedischen Halbleiterspezialisten formal abgeschlossen. Der Aktienkurs zeigt davon allerdings wenig Begeisterung.
Neue Aktien, weniger Schulden
Seit Freitag zählt Sivers Semiconductors offiziell 355.081.317 Stammaktien. Der Zuwachs setzt sich aus zwei Quellen zusammen. Zum einen aus 12.280.701 neuen Aktien einer gerichteten Emission vom 30. Juni, die rund 700 Millionen schwedische Kronen einbrachte. Zum anderen aus 22.847.044 Aktien, die am 3. Juli durch die Wandlung eines 12-Millionen-Dollar-Kredits des strategischen Partners Bootstrap Europe entstanden.
Die Wandlung senkt die Schuldenlast von Sivers spürbar. Das Management bezeichnet diesen Schritt als notwendig, um Geschäftschancen in den Bereichen KI-Rechenzentren und Satellitenkommunikation zu nutzen. Die größere Aktienbasis ist zudem Voraussetzung für den geplanten Wechsel zu den Bilanzierungsstandards der US-Aufsichtsbehörde PCAOB. Sivers arbeitet seit Mai 2026 an dieser Umstellung – ein zentraler Baustein für das angestrebte Doppel-Listing in den USA.
Kurs unter Druck, Volatilität extrem hoch
Am Freitag schloss die Aktie bei 2,75 Euro, ein Minus von 1,93 Prozent auf Tagesbasis. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Rückgang auf 48,65 Prozent. Damit liegt der Kurs 51,79 Prozent unter dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von 5,70 Euro – einer Marke, die in den kommenden Wochen als Widerstand gelten dürfte.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 168,16 Prozent. Ein Wert, der zeigt: Der Markt rechnet weiter mit heftigen Kursausschlägen, während das Unternehmen seine Finanzstruktur neu ordnet.
Handelsverbot für das Management
Mit Beginn des Augusts ist Sivers offiziell in die sogenannte „Closed Period“ eingetreten. Vorstand und Geschäftsführung dürfen 30 Tage vor Veröffentlichung des nächsten Finanzberichts keine Aktien handeln. Diese Sperrfrist folgt auf reges Insider-Kaufverhalten im Juli: CEO Vickram Vathulya erwarb 70.000 Aktien und hält nun insgesamt 4,54 Millionen Anteile.
Auf Branchenebene gibt es derweil vorsichtig positive Signale. Die weltweiten Siliziumwafer-Lieferungen wuchsen im zweiten Quartal um 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr – ein Hinweis auf eine sich stabilisierende Nachfrage für Photonik- und RF-Beamformer-Technologien, wie sie Sivers entwickelt.
Nächster Termin: 27. August
Im Fokus steht nun der Quartalsbericht für das zweite Quartal 2026, der für den 27. August angesetzt ist. Sivers hatte den ursprünglichen Termin am 9. Juli verschoben, um die strengeren PCAOB-Prüfstandards für die angestrebte Nasdaq-Notierung in New York vollständig zu erfüllen.
Der Bericht dürfte den ersten umfassenden Einblick in die Finanzlage seit den Neuberechnungen vom Mai liefern, als der Nettoverlust für 2025 auf 222,6 Millionen Kronen nach oben korrigiert wurde. Aktionäre werden genau prüfen, ob die im ersten Halbjahr um 77 Prozent gewachsene Pipeline an Geschäftsmöglichkeiten sich inzwischen in konkreten Produktionsaufträgen niederschlägt.
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