Sivers Semiconductors hat die Zahl seiner ausstehenden Aktien binnen wenigen Wochen deutlich ausgeweitet. Am 31. Juli stieg der Bestand auf 355.081.317 Aktien, nachdem das Unternehmen eine gerichtete Emission von 12.280.701 neuen Aktien platzierte und zugleich ein Darlehen von Bootstrap Europe IV SCSp in 22.847.044 neue Stammaktien wandelte. Für Anleger bedeutet das eine spürbare Verwässerung – zugleich verschafft es dem schwedischen Halbleiterunternehmen frisches Kapital für seine Wachstumspläne.
Kapitalerhöhung finanziert Produktionsausbau
Die Aktienausgabe steht im Zusammenhang mit der bereits Anfang Juli abgeschlossenen gerichteten Kapitalerhöhung über rund 600 Millionen schwedische Kronen, die Pareto Securities begleitet hatte. Das Geld fließt laut Unternehmensangaben in den Ausbau der Fertigungskapazitäten für InP-Laser und optische Verstärker. Sivers positioniert sich damit stärker im Bereich optischer Komponenten – ein Segment, in dem das Unternehmen nach eigenen Angaben zuletzt ein deutlich wachsendes Auftragsvolumen verzeichnete. Die Wandlung des Bootstrap-Darlehens in Aktien reduziert zudem die Verschuldung, verstärkt aber den Verwässerungseffekt für Altaktionäre zusätzlich.
DNB Carnegie kappt Gewinnschätzungen
Parallel zur Kapitalmaßnahme meldeten sich am Donnerstag die Analysten von DNB Carnegie zu Wort. Das Haus senkte seine Nettogewinnschätzungen für 2026 und 2027 mit Verweis auf höhere Zinskosten und Währungsgegenwind. Die Fair-Value-Spanne von DNB Carnegie liegt bei 12,00 bis 26,00 schwedischen Kronen – eine ungewöhnlich breite Bandbreite, die die Unsicherheit rund um Finanzierungskosten und Wechselkurseffekte widerspiegelt. Die jüngsten Kapitalmaßnahmen erhöhen die Zahl der Aktien, über die sich ein etwaiger Gewinn verteilt, was die Vorsicht der Analysten zusätzlich erklärt.
Ergänzend bekräftigte das Unternehmen am 24. Juli in einer Korrektur, dass Vorstandsvorsitzender Vickram Vathulya entgegen anderslautender Meldungen einzelner Datenanbieter keine 1.233.761 Aktien verkauft habe. Die offiziellen Meldungen bestätigen laut Unternehmen, dass er per Saldo weiterhin Aktien zukauft. Auch mehrere Vorstandsmitglieder – darunter Bami Bastani, Karin Raj, Helena Svancar, Todd Thomson und Joakim Nideborn – hatten Anfang Juli Aktienkäufe abgeschlossen, die im Rahmen der Hauptversammlung im Juni 2026 beschlossen worden waren und einer zwölfmonatigen Haltefrist unterliegen. Die Insider-Verkäufe nach dem Ablauf einer Lock-up-Frist Mitte Juli, über die bereits berichtet wurde, liegen inzwischen rund einen Monat zurück – die Aktie hat sich seither um 21,0 Prozent erholt.
Kursreaktion bleibt volatil
An der Börse zeigt sich die Gemengelage aus Kapitalspritze, Verwässerung und vorsichtigeren Gewinnschätzungen in erratischen Kursbewegungen. Die Aktie legte in den vergangenen sieben Handelstagen um 29,94 Prozent zu und schloss am Freitag bei 3,75 Euro. Trotz dieser kräftigen Erholung notiert das Papier weiterhin 29,35 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 5,31 Euro – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Kurssprung die vorangegangenen Verluste bislang nicht ausgeglichen hat. Die extreme Schwankungsbreite der vergangenen Wochen spiegelt sich auch in der annualisierten 30-Tage-Volatilität von 182,20 Prozent wider.
Ob die Kapitalspritze reicht, um den Produktionsausbau ohne weitere Verwässerung zu finanzieren, dürfte sich auch am Zwischenbericht zum zweiten Quartal zeigen, den Sivers Semiconductors auf den 27. August verschoben hat, um die Finanzberichterstattung an die für das Doppel-Listing an der New York Nasdaq erforderlichen PCAOB-Prüfstandards anzupassen. Bis dahin bleibt die Aktie zwischen Wachstumshoffnung und Finanzierungsdruck gefangen.
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