Startseite » News zu Unternehmen » Analystenstimmen » Sivers Semiconductors: 35 Millionen Aktien verwässern

Sivers Semiconductors: 35 Millionen Aktien verwässern

Sivers Semiconductors erweitert Aktienbestand durch Emission und Darlehenswandlung. Analysten von DNB Carnegie reduzieren Gewinnschätzungen für 2026 und 2027.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktienbestand auf 355 Millionen gestiegen
  • DNB Carnegie senkt Gewinnprognosen
  • Kurs erholt sich um 29,94 Prozent
  • Zwischenbericht auf 27. August verschoben

Sivers Semiconductors hat die Zahl seiner ausstehenden Aktien binnen wenigen Wochen deutlich ausgeweitet. Am 31. Juli stieg der Bestand auf 355.081.317 Aktien, nachdem das Unternehmen eine gerichtete Emission von 12.280.701 neuen Aktien platzierte und zugleich ein Darlehen von Bootstrap Europe IV SCSp in 22.847.044 neue Stammaktien wandelte. Für Anleger bedeutet das eine spürbare Verwässerung – zugleich verschafft es dem schwedischen Halbleiterunternehmen frisches Kapital für seine Wachstumspläne.

Kapitalerhöhung finanziert Produktionsausbau

Die Aktienausgabe steht im Zusammenhang mit der bereits Anfang Juli abgeschlossenen gerichteten Kapitalerhöhung über rund 600 Millionen schwedische Kronen, die Pareto Securities begleitet hatte. Das Geld fließt laut Unternehmensangaben in den Ausbau der Fertigungskapazitäten für InP-Laser und optische Verstärker. Sivers positioniert sich damit stärker im Bereich optischer Komponenten – ein Segment, in dem das Unternehmen nach eigenen Angaben zuletzt ein deutlich wachsendes Auftragsvolumen verzeichnete. Die Wandlung des Bootstrap-Darlehens in Aktien reduziert zudem die Verschuldung, verstärkt aber den Verwässerungseffekt für Altaktionäre zusätzlich.

DNB Carnegie kappt Gewinnschätzungen

Parallel zur Kapitalmaßnahme meldeten sich am Donnerstag die Analysten von DNB Carnegie zu Wort. Das Haus senkte seine Nettogewinnschätzungen für 2026 und 2027 mit Verweis auf höhere Zinskosten und Währungsgegenwind. Die Fair-Value-Spanne von DNB Carnegie liegt bei 12,00 bis 26,00 schwedischen Kronen – eine ungewöhnlich breite Bandbreite, die die Unsicherheit rund um Finanzierungskosten und Wechselkurseffekte widerspiegelt. Die jüngsten Kapitalmaßnahmen erhöhen die Zahl der Aktien, über die sich ein etwaiger Gewinn verteilt, was die Vorsicht der Analysten zusätzlich erklärt.

Ergänzend bekräftigte das Unternehmen am 24. Juli in einer Korrektur, dass Vorstandsvorsitzender Vickram Vathulya entgegen anderslautender Meldungen einzelner Datenanbieter keine 1.233.761 Aktien verkauft habe. Die offiziellen Meldungen bestätigen laut Unternehmen, dass er per Saldo weiterhin Aktien zukauft. Auch mehrere Vorstandsmitglieder – darunter Bami Bastani, Karin Raj, Helena Svancar, Todd Thomson und Joakim Nideborn – hatten Anfang Juli Aktienkäufe abgeschlossen, die im Rahmen der Hauptversammlung im Juni 2026 beschlossen worden waren und einer zwölfmonatigen Haltefrist unterliegen. Die Insider-Verkäufe nach dem Ablauf einer Lock-up-Frist Mitte Juli, über die bereits berichtet wurde, liegen inzwischen rund einen Monat zurück – die Aktie hat sich seither um 21,0 Prozent erholt.

Kursreaktion bleibt volatil

An der Börse zeigt sich die Gemengelage aus Kapitalspritze, Verwässerung und vorsichtigeren Gewinnschätzungen in erratischen Kursbewegungen. Die Aktie legte in den vergangenen sieben Handelstagen um 29,94 Prozent zu und schloss am Freitag bei 3,75 Euro. Trotz dieser kräftigen Erholung notiert das Papier weiterhin 29,35 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 5,31 Euro – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Kurssprung die vorangegangenen Verluste bislang nicht ausgeglichen hat. Die extreme Schwankungsbreite der vergangenen Wochen spiegelt sich auch in der annualisierten 30-Tage-Volatilität von 182,20 Prozent wider.

Ob die Kapitalspritze reicht, um den Produktionsausbau ohne weitere Verwässerung zu finanzieren, dürfte sich auch am Zwischenbericht zum zweiten Quartal zeigen, den Sivers Semiconductors auf den 27. August verschoben hat, um die Finanzberichterstattung an die für das Doppel-Listing an der New York Nasdaq erforderlichen PCAOB-Prüfstandards anzupassen. Bis dahin bleibt die Aktie zwischen Wachstumshoffnung und Finanzierungsdruck gefangen.

Anzeige

Sivers Semiconductors-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Sivers Semiconductors-Analyse vom 10. August liefert die Antwort:

Die neusten Sivers Semiconductors-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Sivers Semiconductors-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Sivers Semiconductors: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Sivers Semiconductors

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.