Die Aktie von Sivers Semiconductors hat in den letzten Wochen eine spektakuläre Rallye hingelegt – plus 65 Prozent in 30 Tagen. Doch während der Kurs steigt, verschlechtern sich die Finanzierungsbedingungen für Hebelprodukte massiv.
Nordea hat die Basiszinsspannen für Leverage-Zertifikate auf die Aktie zum dritten Mal innerhalb weniger Tage erhöht. Betroffen sind Bear-Zertifikate, die auf fallende Kurse wetten. Die Spanne für einen -1er Hebel steigt auf 76,5 Prozent. Beim -2er Hebel sind es 152,5 Prozent, beim -3er Hebel 228,5 Prozent. Der Grund: schlechte Liquidität und gestiegene Kreditkosten für die zugrunde liegenden Aktien.
Bereits am 28. Mai hatte Nordea die Margen angehoben – damals auf 51,5, 102,5 und 153,5 Prozent. Die erneute Verschärfung zeigt: Der Markt für Sivers-Aktien wird enger. Das ist kein gutes Signal für Anleger, die mit geliehenem Geld auf Kursbewegungen setzen.
Kapitalerhöhung und US-Pläne
Zeitgleich verändert sich die Kapitalstruktur des Unternehmens. Eine Kapitalerhöhung über 8,62 Millionen Aktien brachte 125 Millionen Schwedische Kronen ein. Die Aktienanzahl steigt auf knapp 320 Millionen. Das Geld fließt in die Wachstumsstrategie – und in die Vorbereitung eines Zweitlistings an der Nasdaq in New York.
Der Weg dorthin ist aufwendig. Sivers muss seine Jahresabschlüsse für 2024 und 2025 an US-Prüfungsstandards (PCAOB) anpassen. Der Prozess dauert länger als gedacht. Der Jahresbericht 2025 erschien erst Mitte Mai, die Hauptversammlung wurde auf den 15. Juni verschoben.
Die Q1-Zahlen vom 29. Mai zeigen einen wachsenden Auftragspool. Die Opportunity Pipeline liegt bei 799 Millionen US-Dollar – ein Plus von 77 Prozent seit Jahresbeginn. Der Umsatz litt unter dem US-Regierungsstillstand im Q4 2025 und verzögerten Verteidigungsbudgets. Das Management rechnet ab 2027 mit deutlich höheren Produktauslieferungen.
Hebelprodukte bleiben riskant
Die Kursentwicklung der letzten Wochen ist beeindruckend. Von 0,27 Euro im März auf über 10 Euro Anfang Juni. Aktuell notiert die Aktie bei 8,28 Euro (minus 5,4 Prozent). Der RSI liegt bei 65 – neutral, aber mit Luft nach oben.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro beträgt 19 Prozent. Das zeigt: Die Aktie hat bereits viel von ihrer jüngsten Rallye eingebüßt. Die gestiegenen Margen für Hebelprodukte könnten den Druck erhöhen.
Die Hauptversammlung am 15. Juni wird richtungsweisend. Dann entscheiden die Aktionäre über neue Board-Mitglieder mit US- und M&A-Expertise. Und das Management muss zum Fortschritt der Nasdaq-Vorbereitungen Rede und Antwort stehen.
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