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Sivers: MSCI-Aufnahme und Quartal am 29. Mai

Quartalszahlen und MSCI-Aufnahme fallen auf denselben Tag. Indexfonds sorgen für Kaufdruck, während Bilanzanpassungen die Verluste erhöhen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Quartalsbericht und MSCI-Aufnahme am 29. Mai
  • Bilanzanpassung erhöht Nettoverlust für 2024
  • Shortseller und Insiderermittlungen belasten Aktie
  • Operativer Auftrag im Verteidigungsbereich verlängert

Sivers Semiconductors steuert auf eine ungewöhnlich dichte Börsenwoche zu. Am 29. Mai treffen zwei Termine aufeinander: der verspätete Quartalsbericht und die Aufnahme in den MSCI Sweden Small Cap Index. Das sorgt schon jetzt für Kaufdruck.

Die Aktie zieht an der Nasdaq Stockholm kräftig an. Dahinter steckt nicht nur Hoffnung auf bessere Zahlen, sondern auch ein technischer Effekt: Indexfonds müssen ihre Portfolios anpassen.

Doppeltermin treibt die Aktie

Am Freitag notiert die Aktie bei 65,95 SEK. Das Plus liegt bei 11,69 Prozent, das Tageshoch bei 67,55 SEK. Der Handel läuft damit deutlich lebhafter als üblich.

Die 52-Wochen-Spanne reicht von 2,85 SEK bis 67,55 SEK. Das zeigt, wie stark der Markt die Aktie zuletzt neu bewertet hat. Aus einem Nebenwert ist binnen kurzer Zeit ein deutlich sichtbarer Titel geworden.

Der Schlüsseltermin ist der 29. Mai. Sivers veröffentlicht dann den verschobenen Quartalsbericht, der ursprünglich am 20. Mai kommen sollte. Am selben Tag greift nach Börsenschluss die Aufnahme in den MSCI Sweden Small Cap Index.

Gerade diese Kombination macht den Termin brisant. Fonds, die den Index abbilden, müssen die Aktie kaufen oder ihre Gewichtung anpassen. Bei einem oft engen Handelsvolumen kann das den Kurs spürbar bewegen.

Neue Bilanzregeln verändern die Lage

Die Verschiebung des Berichts hängt mit einer umfassenden Bilanzanpassung zusammen. Sivers richtet die Konzernabschlüsse stärker an den US-PCAOB-Standards aus. Das steht im Zusammenhang mit der Prüfung einer möglichen Zweitnotiz an der Nasdaq New York.

Für 2024 weist Sivers nach der Anpassung einen Umsatz von 219,2 Mio. SEK aus. Der Nettoverlust liegt bei 183,9 Mio. SEK. Das sind knapp 68 Mio. SEK mehr als zuvor gemeldet.

Im Folgejahr stieg der Umsatz auf 306,6 Mio. SEK. Der operative Verlust weitete sich auf 177,8 Mio. SEK aus. Vorher hatte Sivers 141,3 Mio. SEK gemeldet.

Unter dem Strich lag der Verlust bei 222,6 Mio. SEK. Das sind 36 Mio. SEK mehr als in der alten Fassung. Das Eigenkapital sank auf 949,8 Mio. SEK, nach zuvor rund 1,08 Mrd. SEK.

Hinter den Änderungen stehen mehrere Bilanzthemen. Sivers verschob Umsätze zwischen Perioden, passte Lagerwerte an und änderte Annahmen für aktienbasierte Vergütungen. Auch aktivierte Entwicklungskosten wurden wertberichtigt.

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Druck aus dem Aktionariat

Neben der Bilanz bleibt das Aktionariat ein Risikofaktor. Achilles Capital ist der größte Einzelinvestor. Die Muttergesellschaft DDM Finance hat Anleihen nicht bedient und steckt in einem Restrukturierungsverfahren.

DDM will Kreditportfolios verkaufen und Beteiligungen aus Technologie sowie Life Sciences abstoßen. Der Wert dieser Pakete liegt zwischen 30 und 50 Mio. Euro. Ob auch das Sivers-Paket verkauft wird, ist offen.

Shortseller sind ebenfalls aktiv. Voleon Capital hält eine Shortposition von 1,86 Prozent der ausstehenden Aktien. Two Sigma liegt bei 1,78 Prozent.

Rechtliche Unsicherheit kommt hinzu. Die schwedische Wirtschaftskriminalitätsbehörde untersucht möglichen Insiderhandel rund um die geplante Nasdaq-Notiz. Rund 48 Stunden vor der offiziellen Mitteilung im April tauchten Details auf X auf.

Der Beitrag kam von einem anonymen Konto mit hoher Reichweite. Danach bewegte sich die Aktie auffällig. Die Staatsanwaltschaft prüft nun einen möglichen Verstoß gegen die EU-Marktmissbrauchsverordnung.

Operativer Rückenwind bleibt

Operativ meldete Sivers zuletzt einen weiteren Auftrag im Verteidigungsbereich. Das Unternehmen erhielt eine Verlängerung für das zweite Jahr des EW-STAR-Projekts. Der Programmwert liegt bei 6,6 Mio. Dollar.

Sivers arbeitet dabei mit BAE Systems, dem MIT Lincoln Laboratory und der Columbia University zusammen. Finanziert wird das Projekt über das Microelectronics-Commons-Programm.

Das Management hat sich außerdem zu einer Sperrfrist von 180 Tagen für neue Aktienausgaben verpflichtet. CEO und CFO unterliegen einer Verkaufsbeschränkung von 90 Tagen.

Für den Weg zur operativen Cashflow-Schwelle nennt Sivers klare Marken. Nötig wäre eine annualisierte Umsatzrate von 50 bis 55 Mio. Dollar. Dazu peilt das Unternehmen langfristig eine Bruttomarge von mehr als 50 Prozent an.

Der 29. Mai wird damit zum ersten Belastungstest nach der Bilanzüberarbeitung. Danach folgt am 15. Juni die Hauptversammlung. Dort stimmen die Aktionäre über einen Dividendenverzicht, neue Aktienoptionen und Änderungen im Board ab.

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