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Sivers: 29. Mai bringt Q1 nach Bilanzkorrektur

Sivers Semiconductors veröffentlicht am 29. Mai die verschobenen Q1-Zahlen. Analysten fokussieren sich auf die operative Entwicklung nach der Bilanzkorrektur.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Q1-Bericht am 29. Mai erwartet
  • Hauptversammlung am 15. Juni
  • Bilanzkorrektur belastet Vorjahreszahlen
  • US-Förderung für EW-STAR-Projekt

Sivers Semiconductors geht in eine heikle Phase. Am 29. Mai kommen die verschobenen Q1-Zahlen, am 15. Juni folgt die Hauptversammlung. Dazwischen entscheidet sich, wie belastbar die Wachstumsstory nach der Bilanzkorrektur wirkt.

Die Aktie zeigte zuletzt extreme Ausschläge. Am 22. Mai schloss sie in Stockholm bei 72,90 Kronen. Im Tagesverlauf lag die Spanne zwischen 60,00 und 74,90 Kronen.

Erstes Quartal nach der Bilanzkorrektur

Der Q1-Bericht war ursprünglich für den 20. Mai geplant. Sivers verschob ihn wegen laufender Prüfungsarbeiten im Zusammenhang mit einer möglichen Zweitnotiz an der Nasdaq New York.

Das macht die Zahlen besonders sensibel. Das Unternehmen hat seine Konzernabschlüsse für 2024 und 2025 angepasst, um näher an die US-Prüfstandards PCAOB zu rücken. Betroffen waren unter anderem Umsatzabgrenzungen, Lagerbewertungen, Annahmen zu aktienbasierter Vergütung und Wertberichtigungen auf aktivierte Entwicklungskosten.

Für 2025 stieg der ausgewiesene Umsatz nur leicht auf 306,6 Millionen Kronen. Der operative Verlust wuchs dagegen von 141,3 auf 177,8 Millionen Kronen.

Das ist der Kernkonflikt. Die Topline wirkt kaum verändert, die Verlustseite aber deutlich schwächer. Damit rückt die Qualität der Margen und Kostenbasis stärker in den Vordergrund.

Unter dem Strich stand für 2025 nun ein Verlust von 222,6 Millionen Kronen, statt zuvor 186,5 Millionen Kronen. Für 2024 fiel der Umsatz auf 219,2 Millionen Kronen.

Der Nettoverlust für 2024 mehr als verdoppelte sich von 116,3 auf 183,9 Millionen Kronen. Die neuen Zahlen verschieben damit auch die Messlatte für das erste Quartal.

Das Management nennt weiterhin eine klare Schwelle. Bei einer jährlichen Umsatzrate von 50 bis 55 Millionen US-Dollar und einer langfristigen Bruttomarge über 50 Prozent soll Sivers operativ beim Cashflow die Gewinnschwelle erreichen.

Hauptversammlung mit Verwässerungsthema

Die Hauptversammlung folgt am 15. Juni um 16 Uhr in Stockholm. Auf der Agenda stehen unter anderem ein Dividendenverzicht, ein neues Aktienoptionsprogramm und Änderungen im Verwaltungsrat.

Das geplante Anreizprogramm umfasst bis zu 7 Millionen Aktienoptionen. Voll verwässert entspräche das rund 2 Prozent. Dafür will Sivers ebenso viele C-Aktien ausgeben.

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Größer ist die geplante allgemeine Ermächtigung für den Verwaltungsrat. Sie umfasst bis zu 53.844.956 Stammaktien und könnte die aktuelle Aktienzahl um rund 15 Prozent verwässern. Sivers nennt organisches Wachstum, Akquisitionen, neue strategische Aktionäre und die mögliche Nasdaq-Notiz als Zwecke.

Auch personell verändert sich einiges. Mit Erik Fällström geht ein Mitgründer und früher Investor. Keith Halsey und der stellvertretende Vorsitzende Tomas Duffy scheiden ebenfalls aus.

Der Nominierungsausschuss schlägt fünf Kandidaten vor. Joakim Nideborn soll neuer stellvertretender Vorsitzender werden. Helena Svancar bringt mehr als zwei Jahrzehnte internationale Managementerfahrung mit.

Rückenwind aus den USA, Druck bei Governance

Neben der Bilanzarbeit meldete Sivers frische Unterstützung aus den USA. Am 19. Mai gab das Unternehmen eine Verlängerung des EW-STAR-Projekts bekannt. Die Förderung für das neue Programmjahr beträgt 6,6 Millionen Dollar.

Das Projekt entwickelt breitbandige Antennen-Arrays für elektronische Kampfführung, Kommunikation und Radar. Sivers arbeitet dabei mit BAE Systems, dem MIT Lincoln Laboratory und der Columbia University zusammen. Der Rahmen kommt aus dem US-Programm Microelectronics Commons.

Die Governance-Seite bleibt empfindlich. Schwedens Wirtschafts­kriminalitätsbehörde prüft möglichen Insiderhandel rund um die Ankündigung der Nasdaq-Pläne. Rund 48 Stunden vor der offiziellen Mitteilung hatte ein reichweitenstarkes anonymes Konto auf X Details veröffentlicht.

Auch die Aktionärsstruktur liefert Gesprächsstoff. Achilles Capital, der größte Einzelinvestor, ist mit DDM Finance verbunden. DDM steckt nach einem Bond-Ausfall in der Restrukturierung und will Beteiligungen im Wert von 30 bis 50 Millionen Euro verkaufen.

Auf der Short-Seite sind zwei Namen sichtbar. Voleon Capital hält eine Short-Position von 1,86 Prozent. Two Sigma liegt bei 1,78 Prozent.

Der Kursverlauf erklärt die Nervosität. Die Jahresspanne reicht von 2,85 bis 74,90 Kronen. Auf nachlaufender Basis liegt die Gesamtrendite bei rund 593 Prozent.

Am 29. Mai muss Sivers zeigen, ob das erste Quartal zur kommunizierten Cashflow-Schwelle passt. Am 15. Juni folgt dann die Abstimmung über Kapitalrahmen, Optionen und Verwaltungsrat. Genau diese Kombination macht die kommenden Wochen so wichtig für die Aktie.

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