Ein Fondsmanager nennt das Management „völlig unseriös“ — und der Kurs bricht ein. Für Sivers Semiconductors war der Freitag ein harter Dämpfer nach einem bemerkenswerten Kursanstieg.
Scharfe Kritik aus der Investorengemeinde
Richard Bråse, Portfoliomanager bei Protean Aktiesparfond Norden, trat am Freitag im schwedischen Sender Di TV auf. Sein Urteil war eindeutig: Das Unternehmen sei „völlig unseriös“, das Management versuche, den Kurs zu manipulieren.
Konkret wirft Bråse dem Halbleiterunternehmen vor, „unrealistische Pressemitteilungen“ zu veröffentlichen. Ziel sei es, den Aktienkurs künstlich nach oben zu treiben — ohne ausreichende substanzielle Grundlage. Diese Vorwürfe trafen den Kurs unmittelbar.
Steiler Absturz vom Allzeithoch
Die Aktie fiel am Freitag auf 7,12 Euro — ein Tagesverlust von knapp elf Prozent. Das ist umso bemerkenswerter, weil das Papier erst am 3. Juni sein 52-Wochen-Hoch bei 10,23 Euro markiert hatte. Vom Gipfel ist die Aktie damit bereits rund 30 Prozent entfernt.
Kein Wunder, dass Bråses Kritik zündet. Der 30-Tage-Gewinn liegt trotz des heutigen Einbruchs noch bei über 53 Prozent — genau jener Kursanstieg, den der Fondsmanager als problematisch einstuft.
Extreme Volatilität bleibt das Kernrisiko
Die Kennzahlen sprechen eine klare Sprache. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei knapp 244 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt beträgt 3,92 Euro — die Aktie notiert trotz des Rücksetzers noch rund 82 Prozent darüber.
Der RSI hat sich nach dem jüngsten Hoch auf 57,5 abgekühlt. Das überkaufte Terrain ist verlassen. Ob die Glaubwürdigkeitsdebatte damit abgehakt ist, hängt davon ab, wie das Unternehmen auf die öffentlichen Vorwürfe reagiert — und ob es substanzielle Belege für seine Kommunikation liefern kann.
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