Ausgerechnet am Tag des neuen Jahreshochs verkauften zwei große Fonds ihre Anteile. Singulus Technologies markierte am 2. Juli 2026 bei 11,10 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch. Am selben Tag reduzierte die Fondsgesellschaft Universal-Investment ihre Beteiligung und unterschritt die Meldeschwelle von fünf Prozent.
Am Dienstag schloss die Aktie bei 9,54 Euro. Das sind 14,05 Prozent unter dem Rekordhoch. Auf Wochensicht steht ein Minus von 6,47 Prozent, über 30 Tage bleibt aber ein Plus von 40,29 Prozent.
Zwei Fonds unterschreiten die Meldeschwelle
Laut einer Stimmrechtsmitteilung fiel der Anteil der Universal-Investment-Luxembourg S.A. auf 4,84 Prozent. Der Zeitpunkt fällt auf: Genau an diesem Tag erreichte die Aktie ihr Jahreshoch. Solche Koinzidenzen fallen an der Börse selten unbemerkt auf.
Auch die luxemburgische FPM Funds SICAV senkte ihre Position. Zum 30. Juni 2026 rutschte der Fonds ebenfalls auf 4,84 Prozent. Die Meldungen nach § 40 Abs. 1 WpHG gingen am 2. und 3. Juli 2026 ein.
Marktbeobachter werten die Schritte als klassische Gewinnmitnahmen. Nach einer derart massiven Rally verkaufen professionelle Anleger oft einen Teil ihrer Position. Das drückt kurzfristig auf den Kurs, ändert aber nichts an der fundamentalen Story.
Technisch überhitzt, operativ auf Kurs
Die Kennzahlen zeigen eine Aktie, die weit über ihren Durchschnittswerten notiert. Der Kurs liegt 50,64 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 6,33 Euro. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 2,98 Euro beträgt der Abstand sogar 219,90 Prozent.
Der RSI auf 14-Tage-Basis steht bei 66,0. Das ist tiefer als noch Anfang Juli, aber immer noch erhöht. Die annualisierte Volatilität von 91,03 Prozent zeigt: Wer hier einsteigt, kauft eine der schwankungsstärksten Aktien am Markt.
Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 551,19 Prozent zu Buche. Auf Zwölfmonatssicht sind es 407,45 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief von 1,20 Euro beträgt der Abstand 698,33 Prozent.
Die Rally hat einen operativen Kern. Nach einem schwachen Jahr 2025 mit 48,3 Millionen Euro Umsatz und einem EBIT von minus 11,7 Millionen Euro drehte das erste Quartal 2026 klar ins Plus. Der Umsatz stieg um ein Drittel auf 21,8 Millionen Euro, das EBIT sprang auf 2,2 Millionen Euro.
Besonders auffällig: Der Auftragseingang kletterte von 6,4 auf 28,8 Millionen Euro. Das ist mehr als eine Vervierfachung. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit rund 83 Millionen Euro Umsatz und einem positiven EBIT im unteren einstelligen Millionenbereich.
Bieterverfahren um Triumph-Paket läuft parallel
Die Verkäufe der Fonds fallen zeitlich mit einem laufenden Bieterverfahren zusammen. Der chinesische Großaktionär Triumph Science & Technology Group bietet sein Aktienpaket von rund 16,75 Prozent zum Verkauf an. Das Verfahren läuft nach chinesischem Kapitalmarktrecht seit Anfang Juli über zehn Tage. Ein Ergebnis steht noch aus.
Die parallelen Rückzüge zeigen ein klares Muster: Professionelle Anleger nehmen nach der beispiellosen Kursrally Risiko vom Tisch. Ob die operative Erholung die aktuelle Bewertung trägt, hängt nun stark vom Ausgang des Bieterverfahrens ab. Sollte sich ein neuer Großaktionär bei Triumph durchsetzen, dürfte das die nächste Kursbewegung auslösen.
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