Sechs Jahre in Folge mehr Nachfrage als Angebot — und trotzdem sinkt der Silberpreis nicht. Der World Silver Survey 2026 liefert die Erklärung, warum das nicht ewig so bleiben kann.
Das Silver Institute veröffentlichte den Bericht am 15. April gemeinsam mit Metals Focus. Das Kernergebnis: Für 2026 droht das sechste aufeinanderfolgende Defizit — diesmal 46,3 Millionen Unzen. Seit 2021 wurden bereits 762 Millionen Feinunzen aus den globalen Beständen entnommen. Die Puffer schrumpfen. Das Risiko einer Liquiditätskrise wächst.
Angebot schrumpft schneller als die Nachfrage
Das Paradoxe an der aktuellen Lage: Auch die Gesamtnachfrage geht zurück — und das Defizit weitet sich trotzdem aus. Der Grund liegt auf der Angebotsseite. Das globale Silberangebot soll 2026 um 2 Prozent sinken. Das Angebot lässt sich kaum schnell erhöhen, weil ein Großteil des Metalls nur als Nebenprodukt bei der Kupfer-, Blei- oder Zinkförderung anfällt.
Die industrielle Nachfrage — mit über 230 Millionen Unzen dominiert der Solarsektor — fällt auf ein Vier-Jahres-Tief. Materialeinsparungen und teilweise Substitution in PV-Komponenten drücken den Verbrauch. Langfristig steigt der Bedarf durch den Ausbau der Solarkapazitäten dennoch weiter.
Ein Gegengewicht liefert die Investmentnachfrage. Münzen und Barren sollen 2026 um 18 Prozent zulegen, gestützt durch eine Erholung der US-Nachfrage.
Geopolitik und Dollar geben kurzfristig den Ton an
Neben dem Jahresbericht bewegten Signale aus der Nahostdiplomatie den Markt. Washington und Teheran erwägen offenbar eine Verlängerung ihres zweiwöchigen Waffenstillstands. Die Aussicht auf einen möglichen Friedensvertrag zwischen den USA und dem Iran dämpft Inflationserwartungen — und stützt Edelmetalle. Ein schwacher Dollar nahe einem Sechs-Wochen-Tief verstärkte den Effekt.
Silber notiert aktuell bei rund 79 USD je Feinunze und liegt damit knapp über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Auf Wochensicht steht ein Plus von rund 3 Prozent. Es ist der vierte Wochengewinn in Folge.
Technisch neutral, fundamental angespannt
Charttechnisch bleibt die Lage unentschieden. Der nächste relevante Widerstand liegt bei 83,75 USD — dem Vorjahreshoch. Erst ein Rückfall unter den steigenden 200-Tage-Durchschnitt würde das Bild eintrüben.
Die fundamentale Spannung bleibt bestehen: Das strukturelle Defizit engt die physische Liquidität am Londoner Silbermarkt zunehmend ein. Solange das makroökonomische Umfeld Edelmetalle stützt und Gold stark bleibt, dürfte das den Preisrückgang begrenzen — aber die Volatilität von annualisiert knapp 53 Prozent zeigt, wie schnell sich das ändern kann.
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