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Symbolbild, KI-generiert

Silber: Waffenstillstand auf der Kippe

Der jüngste Silberanstieg ist gefährdet, da der US-iranische Waffenstillstand erste Risse zeigt. Gleichzeitig belasten Handelsstreitigkeiten mit Mexiko das Angebot und Analysten haben divergierende Kursziele.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Fragiler Waffenstillstand belastet Silberrally
  • Handelsstreit mit Mexiko gefährdet Angebot
  • Strukturelles Defizit durch hohe Nachfrage
  • Analysten erwarten stark divergierende Kurse

Drei Wochengewinne in Folge — und ausgerechnet jetzt gerät die Grundlage des jüngsten Silberanstiegs ins Wanken. Der am 8. April vereinbarte US-iranische Waffenstillstand, der den Ölpreis drückte und Inflationsängste dämpfte, zeigt bereits erste Risse. Israelische Angriffe auf den Libanon und anhaltende Störungen in der Straße von Hormuz belasten die fragile Vereinbarung, während die Islamabad-Verhandlungen unter Vizepräsident JD Vance weiterlaufen.

Der Silberpreis legte in der abgelaufenen Woche rund vier Prozent zu und schloss bei knapp 76 US-Dollar je Unze — getragen von einem schwächeren Dollar und der Erwartung früherer Zinssenkungen der Fed.

Das Fed-Dilemma

Das makroökonomische Bild bleibt gespalten. Die US-Inflation kletterte auf 3,3 Prozent — den höchsten Stand seit Mai 2024 — mit einem monatlichen Anstieg von 0,9 Prozent, dem steilsten seit Mitte 2022. Die Notenbank hält den Leitzins dennoch unverändert bei 3,5 bis 3,75 Prozent; die Märkte preisen für das gesamte Jahr 2026 lediglich einen einzigen Zinsschritt ein.

Fed-Vertreter signalisierten in den März-Protokollen, trotz Iran-Konflikt noch in diesem Jahr mit Senkungen zu rechnen. Beim nächsten FOMC-Treffen am 28. und 29. April erwarten die Märkte jedoch keine Bewegung.

Mexiko-Faktor und strukturelles Defizit

Ein wenig beachtetes Risiko betrifft die Angebotsseite. Die USA leiteten im März Handelsinvestigationen gegen Mexiko ein — auch wegen mutmaßlicher Zwangsarbeitsverletzungen. Mexiko produziert rund ein Viertel des globalen Minenangebots. Fresnillo PLC, der weltgrößte primäre Silberproduzent mit ausschließlicher Präsenz in Mexiko, senkte seine 2026er Produktionsguidance bereits um neun Prozent — noch bevor mögliche Zölle eingepreist wurden. First Majestic Silver korrigierte die eigene Guidance um elf Prozent nach unten. Am 15. April läuft die Kommentarfrist zur Handelsuntersuchung ab.

Das strukturelle Fundament bleibt dabei angespannt: Die Nachfrage überstieg das Minenangebot 2025 um schätzungsweise 160 bis 200 Millionen Unzen. Chinas Exportbeschränkungen für Silber, die für zwei Jahre gelten sollen, verschärfen die Lage zusätzlich.

Drei Kursziele, eine offene Frage

Die Analystenerwartungen für Jahresende klaffen weit auseinander: Commerzbank sieht Silber bei 90 US-Dollar, UBS kalkuliert mit einem Durchschnitt von 85 US-Dollar, die Deutsche Bank erwartet 100 US-Dollar. Ob einer dieser Werte erreichbar ist, entscheidet sich in den nächsten Tagen maßgeblich in Islamabad — und daran, ob der Waffenstillstand die Woche übersteht.

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