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Silber Preis: Zinserhöhungsrisiko steigt auf 67 Prozent

Silber schließt trotz Zins- und Dollardruck mit Gewinn. Geopolitische Spannungen und Fed-Politik prägen den Handel. Die 60-Dollar-Marke bleibt ein hartnäckiger Widerstand.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Silber schließt mit Tagesgewinn
  • Fed-Zinsentscheidung belastet Edelmetall
  • Nahost-Konflikt treibt Ölpreise
  • 60-Dollar-Marke bleibt Widerstand

Der Silberpreis liefert sich am Donnerstag ein Wechselbad der Gefühle. Zwischenzeitlich rutschte das Metall spürbar ab, ausgelöst durch steigende US-Anleiherenditen und einen festeren Dollar. Am Ende schloss Silber bei 59,27 US-Dollar je Feinunze – ein Tagesgewinn von 2,36 Prozent.

Die Bewegung zeigt: Zwei Kräfte ziehen aktuell an Silber. Auf der einen Seite drückt die Aussicht auf höhere US-Zinsen den Preis. Auf der anderen Seite treibt die Eskalation im Nahen Osten die klassische Nachfrage nach sicheren Häfen an.

Fed hält Zinsen – Warsh sorgt für Nervosität

Die US-Notenbank ließ ihren Leitzins am Mittwoch unverändert. Das gab dem Silberpreis zunächst Auftrieb, denn niedrige Zinsen machen unverzinste Anlagen wie Edelmetalle attraktiver.

Die Erleichterung hielt aber nicht lange. Fed-Chef Kevin Warsh erklärte, höhere Zinsen könnten eine angemessene Reaktion werden, sollte die Inflation über den Prognosezeitraum erhöht bleiben. Drei Mitglieder des FOMC stimmten sogar direkt für eine Zinserhöhung.

Die Aussage schlug an den Märkten sofort durch. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September stieg von 56 Prozent auf 67 Prozent. Für Silber als zinsloses Edelmetall ist das ein klarer Belastungsfaktor.

Nahost-Eskalation heizt die Nervosität an

Neben der Zinsdebatte sorgt der Konflikt im Nahen Osten für zusätzliche Unruhe. Das US-Militär gab an, Dutzende Ziele der iranischen Revolutionsgarden getroffen zu haben. Zuvor hatte Teheran ballistische Raketen auf US-Truppen in Jordanien abgefeuert.

Die Eskalation trifft Silber über einen Umweg: die Ölpreise. Steigende Energiepreise schüren Sorgen vor neuer Inflation – genau jenem Risiko, das die Fed zu höheren Zinsen treiben könnte. Auf diplomatischer Ebene bleibt die Lage festgefahren: Teheran besteht weiter auf der Kontrolle der Straße von Hormus.

Die 60-Dollar-Marke bleibt hart

Seit dem 8. Juli hat Silber an keinem Handelstag mehr über 60 US-Dollar eröffnet. Der aktuelle Kurs von 59,27 Dollar liegt rund 6 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 63,14 Dollar. Der Trend der vergangenen Wochen zeigt: Der Schwung nach oben ist ins Stocken geraten.

Die 30-Tage-Volatilität liegt bei rund 34 Prozent annualisiert. Das ist ein hoher Wert für ein Edelmetall und bestätigt, wie nervös der Markt derzeit reagiert. Analysten nennen drei Gründe für die verhaltenen Erwartungen: die Aussicht auf höhere Zinsen im Herbst, die anhaltende Nahost-Eskalation und eine nachlassende industrielle Nachfrage.

Kurzfristig bleibt die 60-Dollar-Marke damit ein harter Widerstand. Der nächste Test kommt möglicherweise schon vor der Fed-Sitzung im September, sollte sich die Lage im Nahen Osten weiter zuspitzen. Bis dahin bewegt sich Silber im Spannungsfeld zwischen Zinspolitik und Kriegsangst – mit entsprechend hohen Ausschlägen nach oben und unten.

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Diskussion zu Silber Preis

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.