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Silber Preis: Weltbank erwartet 70 Dollar 2026

Das Edelmetall notiert bei 58,49 US-Dollar. Die anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank gilt als wichtiger Impulsgeber für die weitere Preisentwicklung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Feinunze kostet aktuell 58,49 US-Dollar
  • Weltbank prognostiziert 70 Dollar für 2026
  • Fed-Entscheidung am 29. Juli erwartet
  • Gold-Silber-Ratio zeigt historisch günstige Bewertung

Der Silberpreis hat sich nach den kräftigen Ausschlägen der vergangenen Wochen auf hohem Niveau stabilisiert. Zum Wochenschluss notierte die Feinunze bei 58,49 US-Dollar, ein Plus von 0,99 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht damit ein Gewinn von 4,04 Prozent zu Buche – ein Zeichen dafür, dass die zwischenzeitlichen Rücksetzer der Vorwoche keine Trendwende einleiteten, sondern eher eine Verschnaufpause markierten.

Von den Rekordständen zu Jahresbeginn ist das Edelmetall dennoch weit entfernt. Das 52-Wochen-Hoch von 121,78 US-Dollar, aufgestellt Ende Januar, liegt fast 52 Prozent über dem aktuellen Niveau. Wer den kompletten Bogen der vergangenen zwölf Monate betrachtet, erkennt damit eine der volatilsten Phasen der jüngeren Silbergeschichte – von einer Verdopplung bis zur Halbierung innerhalb weniger Monate.

Fed-Entscheidung als kurzfristiger Taktgeber

Die kommende Woche dürfte für die Edelmetallmärkte richtungsweisend werden. Am 29. Juli entscheidet die US-Notenbank über die Zinsen, der Leitzins liegt derzeit bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Der Markt rechnet mehrheitlich mit einer Zinspause, doch die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung ist zuletzt gestiegen – im Dot Plot vom Juni sprachen sich neun von 18 Notenbankmitgliedern für mindestens einen weiteren Zinsschritt bis Jahresende aus. Für Silber als zinslos gehaltenes Edelmetall wäre ein restriktiverer Kurs der Fed tendenziell belastend, zumal parallel auch der Goldpreis zuletzt zwischen 4.150 und 4.300 US-Dollar je Feinunze in eine Konsolidierungsphase eingetreten ist. Beide Edelmetalle bewegen sich damit in einem fragilen Gleichgewicht zwischen Zinserwartungen und fortgesetzten Zentralbankkäufen.

Ein Blick auf das Gold-Silber-Verhältnis unterstreicht diese Gemengelage: Anfang Juli kletterte die Kennziffer auf rund 69 – ein Hinweis darauf, dass Silber im Vergleich zu Gold historisch günstig bewertet bleibt, obwohl beide Metalle im laufenden Jahr deutliche Kursschwankungen durchlaufen haben.

Weltbank sieht Silber 2026 im Schnitt bei 70 Dollar

Für die mittelfristige Einordnung liefert die Weltbank in ihrem im April veröffentlichten Rohstoffmarktausblick eine markante Zahl: Sie rechnet für 2026 mit einem durchschnittlichen Silberpreis von rund 70 US-Dollar je Feinunze, ein Plus von 76 Prozent gegenüber dem Vorjahresdurchschnitt. Für 2027 erwartet die Institution dagegen einen Rückgang um etwa 7 Prozent. Der Gesamtindex für Edelmetalle habe sich im Jahresvergleich um 84 Prozent verteuert, wobei die Weltbank sowohl Aufwärtsrisiken – etwa durch anhaltend hohe Inflation – als auch Abwärtsrisiken wie eine Verlangsamung der Zentralbankkäufe benennt.

Diese Prognose passt zum aktuellen charttechnischen Bild: Der gleitende 20-Tage-Durchschnitt verläuft bei etwa 58,86 US-Dollar und bildet eine erste Unterstützung. Oberhalb des Marktes gelten 60,94 und 62,39 US-Dollar als nächste Widerstandsmarken – gelingt ein nachhaltiger Ausbruch, wird ein Anstieg in Richtung 70 US-Dollar für möglich gehalten.

Wettmärkte erwarten keine großen Sprünge

Dass ein solcher Ausbruch kurzfristig nicht die wahrscheinlichste Variante ist, zeigen Daten der Prognoseplattform Polymarket vom 24. Juli: Die Wahrscheinlichkeit, dass Silber im Juli noch die Marke von 66 US-Dollar erreicht, wird dort mit lediglich 3 Prozent beziffert. Ein Rutsch zurück auf 46 US-Dollar gilt mit 1 Prozent als noch unwahrscheinlicher – wenngliech die Liquidität in diesen Wettmärkten mit rund 20.000 US-Dollar sehr gering ist und die Aussagekraft entsprechend begrenzt bleibt.

Für Anleger bedeutet das aktuelle Bild vor allem eines: Der Silberpreis bewegt sich in einer breiten Handelsspanne zwischen dem 50-Tage-Durchschnitt von 64,98 US-Dollar und dem markanten Tief vom 27. Oktober bei 45,51 US-Dollar. Solange die Fed-Entscheidung und die Richtung des Goldpreises offen bleiben, dürfte diese Spanne die Referenz für die kommenden Handelstage bilden.

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Diskussion zu Silber Preis

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.