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Silber Preis: Unter 63 Dollar auf Zinsdruck

Silber rutscht unter die 63-Dollar-Marke, belastet durch steigende US-Renditen und Ölpreise. Charttechnische Unterstützung rückt in den Fokus.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Silber fällt unter 63 Dollar
  • US-Renditen auf 20-Jahres-Hoch
  • Ölpreis steigt wegen Hormus-Krise
  • Angebotslücke bleibt strukturelles Thema

Der Silberpreis setzt seinen Rückgang am Mittwoch fort und fällt unter die Marke von 63 US-Dollar je Feinunze. Zuletzt notierte Silber bei 62,78 Dollar, ein Minus von 0,86 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Verlust von 4,18 Prozent, über einen Monat bleibt dennoch ein Plus von 12,70 Prozent. Über zwölf Monate liegt Silber weiterhin mit 65,81 Prozent im Plus.

Auslöser der aktuellen Schwäche sind kräftig steigende Anleiherenditen. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen kletterte auf 5,34 Prozent und markiert damit den höchsten Stand seit fast 20 Jahren. Höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten des Haltens von zinslosem Silber und Gold und schmälern deren Attraktivität gegenüber verzinsten Anlagen.

Zusätzlich belasten steigende Ölpreise die Stimmung: Brent-Öl kletterte auf rund 91 bis 92 Dollar, WTI liegt bei etwa 85 Dollar je Barrel. Hintergrund ist die zugespitzte Lage rund um die Straße von Hormus, nachdem Gespräche zwischen den USA und Iran nach Aussagen von US-Präsident Donald Trump nicht stattfinden.

Technisches Bild trübt sich ein

Aus charttechnischer Sicht hat Silber seinen 55-Tage-Durchschnitt bei 63,71 Dollar unterschritten. Als nächste Unterstützung gilt die Zone um 62,50 bis 62,80 Dollar, darunter rückt die Marke von 60,90 Dollar in den Blick. Auf der Oberseite müsste Silber den Widerstand bei rund 64,20 Dollar zurückerobern, um das kurzfristige Abwärtsmomentum zu brechen.

Das Gold-Silber-Ratio ist zuletzt auf rund 69 gestiegen – ein Zeichen dafür, dass Silber im aktuellen Ausverkauf stärker nachgibt als Gold. Am Dienstag war der Silber-Future bereits um 3,77 Prozent auf 63,42 Dollar gefallen, nachdem die US-Industrieproduktion im Juli mit plus 0,2 Prozent schwächer ausfiel als die erwarteten 0,3 Prozent und die Baubeginne um 12,4 Prozent einbrachen.

Medienberichten zufolge sind die spekulativen Netto-Long-Positionen der Anleger auf nur noch rund 20,5 Prozent des offenen Interesses gesunken, das entspricht dem 20. Perzentil der vergangenen 60 Wochen. Gleichzeitig haben Short-Positionen seit Mitte Juli um rund 40 Prozent zugelegt.

Der Markt positioniert sich damit zunehmend pessimistisch, obwohl das physische Angebotsdefizit für 2026 auf 46,3 bis 67 Millionen Unzen geschätzt wird, deutlich mehr als die 40,3 Millionen Unzen des Vorjahres.

Fundamentale Nachfrage bleibt angespannt

Trotz der kurzfristigen Schwäche bleibt die strukturelle Angebotslücke ein Thema für Anleger mit längerem Zeithorizont. Neue Explorationsergebnisse unterstreichen dies: Hycroft meldete Bohrergebnisse in Nevada mit bis zu 748,02 Gramm Silber pro Tonne auf dem Vortex-Projekt, während Sun Silver eine Ressourcenausweitung auf sein mit 539 Millionen Unzen Silberäquivalent bezifferte Projekt bekanntgab. Solche Meldungen ändern kurzfristig nichts am Preisdruck, verdeutlichen aber das langfristige Interesse an neuen Förderquellen.

Im Fokus der Anleger steht nun das am Mittwoch erwartete Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung. Zudem wird für den 28. August eine Rede des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh beim Notenbanktreffen in Jackson Hole erwartet, die weitere Hinweise zur Zinspolitik liefern dürfte. Bis dahin bleibt Silber zwischen der Aussicht auf ein anhaltendes Angebotsdefizit und dem Gegenwind hoher Anleiherenditen gefangen.

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Diskussion zu Silber Preis

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.