98.000 neue Stellen statt der erwarteten 118.000. Der schwache ADP-Bericht aus den USA schickt den Silberpreis auf Kurs Richtung 60 Dollar. Auch neue Töne der US-Notenbank befeuern die Rally.
Schwacher Arbeitsmarkt drückt den Dollar
Die US-Arbeitsagentur ADP meldete für Juni nur 98.000 neue Jobs. Analysten hatten mit rund 118.000 gerechnet. Im Mai waren es noch 122.000 Stellen.
Die schwachen Zahlen trafen den Dollar sofort.
Der US-Dollar-Index fiel um 0,3 Prozent. Ein schwächerer Dollar macht Silber für Käufer außerhalb der USA billiger. Die Feinunze legte daraufhin um 1,3 Prozent zu und erreichte rund 59,88 US-Dollar.
Warsh dämpft Zinssorgen
Zusätzlichen Rückenwind brachte die erste große Rede von Fed-Chef Kevin Warsh. Warsh übernahm das Amt am 22. Mai 2026. Am 1. Juli erklärte er in Sintra, die Inflationsrisiken in den USA hätten spürbar nachgelassen.
Das Inflationsziel von 2 Prozent bestätigte Warsh zwar. Er deutete aber an, die Fed werde künftig weniger auf feste Vorfestlegungen setzen. Der Markt wertete das als weniger restriktiv als befürchtet.
Für die Juli-Sitzung preisen Anleger keine Zinserhöhung mehr ein. Die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im September liegt aktuell bei rund 64 Prozent. Eine lockerere Geldpolitik senkt die Opportunitätskosten für das zinslose Silber.
Non-Farm Payrolls im Fokus
Heute, am 2. Juli 2026, veröffentlicht die US-Regierung die offiziellen Arbeitsmarktdaten. Wegen des Unabhängigkeitstags erscheinen die Zahlen einen Tag früher als sonst.
Analysten erwarten einen Zuwachs von 110.000 bis 115.000 Stellen. Im Vormonat lag der Zuwachs noch bei 172.000.
Die Arbeitslosenquote soll stabil bei 4,3 Prozent bleiben. Bestätigen die offiziellen Daten die Schwäche des ADP-Berichts, könnte das den Silberpreis weiter antreiben. Die 60-Dollar-Marke wäre dann in Reichweite.
Gold zieht mit, Risiken bleiben
Silber profitiert derzeit auch von der breiteren Erholung im Edelmetallsektor. Der Goldpreis kletterte zuletzt wieder über 4.000 US-Dollar. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen gab leicht auf 4,49 Prozent nach.
Die Volatilität dürfte hoch bleiben. Neben den Arbeitsmarktdaten beobachten Anleger die Gespräche zwischen den USA und dem Iran genau. Beide Faktoren könnten den Kurs in den kommenden Tagen deutlich bewegen.
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