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Silber Preis: Shanghai-Aufgeld bei 12,1 Prozent

Das hohe Shanghai-Aufgeld signalisiert eine anhaltende physische Silberknappheit in Asien, während der westliche Spotmarkt kaum reagiert.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Zweistelliges Aufgeld in Shanghai
  • Westlicher Spotmarkt bleibt stabil
  • Defizitprognose für Silbermarkt
  • Fokus auf Preisabstand in neuer Woche

Am Freitag schloss der Silberkurs bei 77,03 Dollar je Feinunze — ein Tagesplus von 1,07 Prozent. Die Bewegung fällt aber kaum ins Gewicht im Vergleich zu einer auffälligen Diskrepanz: Der Shanghai Silver Benchmark notierte den ganzen Handelstag über zweistellig über dem COMEX-Vergleichspreis.

Mit einem Aufgeld von 12,1 Prozent in den Morgen- und Nachmittagssitzungen zeigt der asiatische Referenzmarkt eine regionale Knappheit, die sich im westlichen Spotmarkt so nicht abbildet. COMEX-Durchschnitt: 75,96 Dollar. Shanghai: 85,15 Dollar und mehr.

Shanghai-Aufgeld bleibt hoch

Der Shanghai-Benchmark wird in Yuan je Kilogramm notiert und für Vergleichszwecke in Dollar gerechnet. Ein dauerhafter Aufschlag dieser Größenordnung deutet nicht auf einen einheitlichen Weltmarktpreis hin. Er zeigt vielmehr lokale Nachfragedruck, Logistikkosten oder Währungseffekte im physischen Silberhandel.

Am Freitag fixierte der Index in der Morgensitzung bei 85,17 Dollar, am Nachmittag bei 85,15 Dollar. Solche Werte sind für den Rohstoffmarkt relevant, weil sie den Blick auf die physische Realität lenken — weit weg von Futures-Kursen.

Westlicher Spotmarkt: Kaum Bewegung

In New York blieb XAG/USD dagegen fast unverändert. Die Wochenbilanz fällt leicht negativ aus: minus 0,67 Prozent. Auf 30 Tage gerechnet verlor Silber 1,20 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 6,59 Prozent — bei einem Abstand von 34 Prozent zum 52-Wochen-Hoch bei 116,89 Dollar.

Die Lücke zwischen asiatischem und westlichem Preis blieb zum Wochenschluss zweistellig. Der RSI liegt bei 58,9 Punkten, die 30-Tage-Volatilität bei annualisiert 58,7 Prozent. Kein Ausbruch nach oben oder unten, aber eine ungewöhnliche Spreizung.

Makro-Druck trifft auf physische Prämie

Silber steht zwischen zwei Kräften. Höhere Zinserwartungen und ein fester Dollar belasten das Edelmetall im Westen — die Opportunitätskosten für unverzinste Anlagen steigen. Parallel dazu signalisiert das Shanghai-Aufgeld anhaltende physische Nachfrage aus Asien.

Die Weltbank prognostiziert in ihrem April-Outlook für den Edelmetallpreisindex einen Anstieg von 42 Prozent im Jahresvergleich 2026. Für Silber selbst erwartet sie im Schnitt 70 Dollar je Feinunze — das wären 75,9 Prozent mehr als 2025. Für 2027 sinkt der Durchschnittspreis auf 65 Dollar.

Das Silver Institute rechnet mit einem sechsten Defizitjahr in Folge: Rund 46,3 Millionen Unzen fehlen am Markt. Die Gesamtnachfrage soll 2026 zwar um 2 Prozent auf 1,11 Milliarden Unzen fallen, aber die Nachfrage nach Münzen und Barren steigt gleichzeitig um 18 Prozent. Die industrielle Nachfrage hingegen schwächelt — vor allem bei Photovoltaik.

Zwei Kennziffern für die neue Woche

In den kommenden Handelstagen rücken zwei Indikatoren in den Vordergrund: der Abstand zwischen Shanghai und COMEX sowie die Reaktion von XAG/USD auf US-Makrodaten und Fed-Signale. Solange das Aufgeld zweistellig bleibt, ist der Silbermarkt von einer regionalen Spaltung geprägt, die weder Futures noch Spotkurse allein abbilden.

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