Silber tritt auf der Stelle. Der Future schloss am Montag bei 66,81 US-Dollar je Feinunze, praktisch unverändert zum Vortag. Der ADX-Indikator signalisiert mit einem Wert von 17,4 derzeit keinen klaren Trend – das Edelmetall verharrt in einer Seitwärtszone, während Anleger auf den nächsten Impuls warten.
Blick auf die Minenseite
Abseits der Kursbewegung rückt die Produktionsseite des Silbermarktes in den Fokus. Nach Daten von Metals Focus und dem Silver Institute steuert der Markt 2026 auf sein sechstes Defizitjahr in Folge zu, mit einem Fehlbetrag von 46,3 Millionen Unzen – ein Thema, das den Markt bereits seit einigen Wochen begleitet.
Zugleich meldet der Produzent Sierra Madre für das zweite Quartal 2026 einen Nettoumsatz von 8,23 Millionen US-Dollar bei einem Bruttogewinn von 1,58 Millionen US-Dollar und Gesamtkosten (AISC) von 54,73 US-Dollar je Silberäquivalent-Unze.
Vizsla Silver wiederum verweist auf die im vergangenen November vorgelegte Machbarkeitsstudie zum Projekt Panuco, die eine Jahresproduktion von 17,4 Millionen Silberäquivalent-Unzen sowie einen Kapitalwert von 1,802 Milliarden US-Dollar bei einer internen Verzinsung von 111 Prozent in Aussicht stellt.
Solche Projektzahlen unterstreichen, wie stark Anleger auf zukünftiges Angebotswachstum einzelner Minenbetreiber setzen, während der Gesamtmarkt strukturell knapp bleibt.
Charttechnik zeigt Erholungspotenzial
Charttechnisch sehen Analysten trotz der jüngsten Konsolidierung Chancen auf eine Erholung. Nach einem Schlusskurs von 66,11 US-Dollar bei einer Tagesspanne zwischen 64,75 und 67,21 US-Dollar gilt die Marke von 65,03 US-Dollar als Unterstützung, während ein Widerstand bei 70,87 US-Dollar verortet wird.
Gelingt der Ausbruch, halten Beobachter einen Anstieg auf 71 bis 73 US-Dollar für möglich. Rutscht der Kurs dagegen unter 65 US-Dollar, droht ein Rückfall auf 63 US-Dollar. Der aktuelle Kurs von 66,81 US-Dollar liegt damit fast genau zwischen beiden Szenarien.
Der Blick auf die mittelfristige Entwicklung relativiert die kurzfristige Nervosität. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von 59 Prozent zu Buche, getrieben von der Kombination aus struktureller Angebotsknappheit und der breiten Nachfrage nach Edelmetallen.
Zugleich notiert Silber gut 45 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 121,78 US-Dollar, das Ende Januar erreicht wurde – ein Hinweis darauf, dass die zwischenzeitliche Rally deutlich an Schwung verloren hat.
Makro-Umfeld bleibt entscheidend
Für die kommenden Handelstage dürfte weniger die Minenstatistik als das geldpolitische Umfeld den Ton angeben. Die US-Inflationsdaten und die Fed-Sitzung Mitte September stehen ebenso im Kalender wie die EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag.
Da Silber sowohl als Industriemetall als auch als Wertspeicher gehandelt wird, dürften Zinssignale und die parallele Goldpreis-Entwicklung – zuletzt getrieben von kräftigen ETF-Zuflüssen – über die Richtung der Ausbruchsbewegung mitentscheiden. Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 36 Prozent bleibt der Markt für kurzfristige Ausschläge in beide Richtungen anfällig.
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