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Silber Preis: Rutsch auf 72,84 Dollar nach US-Arbeitsmarkt

Starke US-Arbeitsmarktdaten setzen Silber unter Druck. Das Edelmetall fällt auf eine kritische Unterstützungszone bei 72 Dollar.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Silberkurs fällt auf 72,84 US-Dollar
  • US-Arbeitsmarktbericht belastet Edelmetall
  • Fed-Zinsperspektive bleibt restriktiv
  • 72-Dollar-Marke als kritische Unterstützung

Starke Konjunkturdaten aus den USA haben Silber am Freitag unter Druck gesetzt. Das Edelmetall rutschte auf rund 72,84 US-Dollar je Feinunze — ein Niveau, das Analysten als kritische Unterstützungszone einstufen.

Warum der Arbeitsmarkt Silber belastet

Der Auslöser ist klar: Der US-Arbeitsmarktbericht für Mai zeigte unerwartet starkes Beschäftigungswachstum. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,3 Prozent. Das Signal: Die Fed hat wenig Grund, die Zinsen bald zu senken.

Hinzu kommt die Inflation. Die US-Kernrate (Core CPI) stieg im April um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das liegt über den Erwartungen. Fed-Chef Kevin Warsh dürfte damit vorerst keinen Spielraum für Lockerungen sehen.

Für Silber ist das ein doppeltes Problem. Das Metall zahlt keine Zinsen. Steigen Realzinsen und der US-Dollar, verliert es gegenüber verzinslichen Anlagen an Attraktivität.

Technisch auf dünnem Eis

Silber hat bereits den 50-Tage-Durchschnitt unterschritten. Die psychologisch wichtige 73-Dollar-Marke ist gefallen. Analysten sehen die Handelsspanne für Juni zwischen 72 und 88 US-Dollar.

Hält die Unterstützung bei 72 Dollar nicht, könnten weitere Korrekturen folgen. Als nächste Auffangzone gelten 65 bis 68 US-Dollar. Zum Vergleich: Die Jahresschlussnotiz 2025 lag bei 76,25 Dollar.

Strukturelles Defizit gegen makroökonomischen Gegenwind

Das fundamentale Bild bleibt eigentlich stark. Silber verzeichnet das sechste Jahr in Folge ein globales Angebotsdefizit. Die Photovoltaik-Industrie und die Halbleiterfertigung für KI treiben die Nachfrage. Das stützt das langfristige Bild.

Kurzfristig dominiert jedoch der Makro-Gegenwind. Starker Dollar, hohe Anleiherenditen — beides überlagert die physische Knappheit. Das im Januar 2026 erreichte Intraday-Allzeithoch von 121,64 Dollar rückt damit in weite Ferne.

Entscheidend wird nun sein, ob Silber die 72-Dollar-Zone verteidigen kann. Gelingt das nicht, dürfte die Korrektur schnell Fahrt aufnehmen.

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