Silber kostet am 19. Mai 2026 rund 73,78 Dollar je Feinunze — fünf Prozent weniger als am Vortag. Das ist kein Ausreißer. Es ist das Ergebnis zweier Kräfte, die gleichzeitig auf den Markt drücken.
Solarbranche spart Silber ein
Die Fotovoltaikbranche war jahrelang ein verlässlicher Nachfragemotor. Das ändert sich gerade. Laut dem World Silver Survey 2026 von Metals Focus sank der PV-Silberbedarf 2025 bereits um sechs Prozent auf 186,6 Millionen Unzen. Für 2026 erwarten die Analysten einen weiteren Rückgang um 19 Prozent — auf rund 151 Millionen Unzen.
Der Grund ist einfach: Silber macht inzwischen bis zu 29 Prozent der Modulkosten aus. Als die Preise auf über 80 Dollar je Unze kletterten, beschleunigten die Hersteller ihre Suche nach Alternativen. Chinesische Produzenten führen diesen Wandel an.
Das Paradoxe dabei: Neuere Zelltechnologien wie TOPCon oder Heterojunction brauchen mehr Silber pro Gigawatt als das ältere PERC-Design. Forschungen der Universität Gent zeigen, dass TOPCon-Zellen 1,5-mal mehr Silber benötigen. SHJ-Zellen sogar doppelt so viel. Die Substitution läuft also gegen eine technologische Gegenbewegung.
Fed hält Druck auf Edelmetalle aufrecht
Die zweite Belastung kommt aus Washington. Die US-Notenbank ließ den Leitzins im April 2026 zum dritten Mal in Folge unverändert — bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Vier FOMC-Mitglieder stimmten gegen den Beschluss. Das war das erste Mal seit Oktober 1992, dass vier Offizielle dissentieren.
Die Spaltung signalisiert: Der Druck in Richtung weiterer Zinserhöhungen wächst. Steigende Inflation und Ölpreise verstärken diese Erwartung. Für Silber, das keine Rendite abwirft, ist das ein strukturell ungünstiges Umfeld.
Defizit bleibt, hilft aber nicht
Das Angebot gibt wenig Spielraum. Rund 70 Prozent des weltweiten Silbers entstehen als Nebenprodukt beim Abbau anderer Metalle. Höhere Preise führen also nicht automatisch zu mehr Produktion.
Das Ergebnis: Das Silver Institute prognostiziert für 2026 das sechste Angebotsdefizit in Folge — rund 46 Millionen Unzen. Seit 2021 haben sich die kumulierten Lagerentnahmen auf fast 762 Millionen Unzen aufgetürmt. Die COMEX-Bestände fielen von 531 Millionen Unzen im Oktober 2025 auf rund 315 Millionen Unzen.
Strukturell ist der Markt also eng. Preislich spürt man davon wenig — weil Zinspolitik und Nachfrageverschiebungen den fundamentalen Rückenwind überlagern. Die LBMA-Analysten erwarten für 2026 im Schnitt 79,57 Dollar je Unze, nennen aber eine Handelsspanne von 42 bis 165 Dollar. Eine so breite Spanne spiegelt wider, wie viel in diesem Markt gerade offen ist.
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