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Silber Preis: Ölpreis-Schock belastet Kurs

Steigende Ölpreise und Zinssorgen drücken den Silberpreis trotz Nahost-Konflikts. Gold zeigt sich etwas widerstandsfähiger.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Silber fällt auf Wochensicht um 4 Prozent
  • Ölpreisrallye schürt Inflationsängste
  • Gold schneidet besser ab als Silber
  • Fed-Signale verstärken Zinserwartungen

Silber gilt als Krisenmetall. Ausgerechnet in einer Woche mit eskalierendem Nahost-Konflikt bricht der Kurs aber ein. Der Grund: Steigende Ölpreise schüren Zinssorgen – und die wiegen für Anleger schwerer als geopolitische Angst.

Am Freitag fiel der Spotpreis für Silber um 0,6 Prozent auf 55,20 Dollar je Feinunze. Auf Wochensicht steht ein Verlust von rund 4 Prozent zu Buche. Montag lag der Kurs noch bei 58,55 Dollar, am Donnerstagabend bei 56,32 Dollar. Auch Platin und Palladium steuern auf eine schwache Woche zu.

Ölpreis-Schock belastet Edelmetalle

Der Auslöser liegt nicht bei Silber selbst, sondern beim Öl. Die Ölpreise legten diese Woche um rund 12 Prozent zu. Grund ist die Eskalation zwischen den USA und dem Iran.

Die USA griffen den Iran im Wochenverlauf mehrfach an. Der Iran reagierte mit Angriffen auf US-Militärstützpunkte in Nachbarländern. Anleger befürchten nun einen breiteren Regionalkonflikt mit möglichen langfristigen Störungen der Energieversorgung.

Das treibt die Ölpreise und damit die Inflationssorgen. Für Silber wird das zum Problem. Als renditelose Anlage leidet das Metall besonders, wenn Zinserhöhungen wahrscheinlicher werden. Anleger bauen deshalb Positionen ab, trotz der Krisenlage.

Gold zeigt sich widerstandsfähiger

Gold übersteht die Woche besser als Silber. Der Spotpreis stieg am Freitag um 0,3 Prozent auf 3.980,64 Dollar je Feinunze. Zuvor hatte das Metall sein tiefstes Niveau seit dem 1. Juli erreicht. Die Gold-Futures für August fielen dagegen um 0,2 Prozent auf 3.984,10 Dollar.

Ganz verschont bleibt aber auch Gold nicht. Das Edelmetall hat in dieser Woche 3,4 Prozent verloren – den größten Wochenverlust seit dem 1. Juni. Die Nahost-Spannungen überlagerten damit sogar schwächere US-Inflationsdaten für Juni.

Chefmarktanalyst Tim Waterer von KCM Trade bringt es auf den Punkt: „Selbst mit milderen CPI- und PPI-Zahlen konnten die Trader angesichts des Ölpreisschocks in dieser Woche die kühleren Inflationsdaten nicht feiern.“

Gold-Silber-Verhältnis unter Druck

Wie stark Silber gegenüber Gold zurückfällt, zeigt das Gold-Silber-Verhältnis. Es kletterte zurück in Richtung 71:1. Der langjährige Durchschnitt liegt bei etwa 60. Der Markt bestraft damit Silbers Industrieseite, sobald die Angst vor Zinserhöhungen zunimmt.

Auf der physischen Marktseite zeigt sich ein anderes Bild. Die registrierten Silberbestände am COMEX lagen zum 13. Juli bei 94,9 Millionen Unzen – ein Anstieg gegenüber dem Tief von 82 Millionen Unzen im Juni.

Verglichen mit den 150 Millionen Unzen vor einem Jahr bleibt der Bestand aber deutlich niedriger.

Zinspolitik als zusätzlicher Belastungsfaktor

Die US-Notenbank spielt für Silbers Kursentwicklung eine wichtige Rolle. Steigende Ölpreise könnten die Inflationssorgen erneut anfachen und die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen steigern. Unverzinste Metalle wie Silber haben es in einem Hochzinsumfeld schwerer, weil Investoren zu Anlagen mit höheren Renditen wechseln.

Innerhalb der Fed mehren sich die Stimmen für eine straffere Geldpolitik. Lorie Logan, Präsidentin der Dallas Fed, sprach sich als erste unter den neuen Kollegen von Fed-Chef Kevin Warsh offen für eine Zinserhöhung aus. Auch Fed-Vizechef Philip Jefferson zeigte sich offen für höhere Zinsen, sollte sich die Inflation kurzfristig nicht verbessern.

Laut CME FedWatch Tool preisen Händler aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 73 Prozent für eine Zinserhöhung im Dezember ein.

Marktausblick

Silber reagiert in diesem Umfeld besonders empfindlich auf Zins- und Wachstumssignale. Als renditelose Anlage spürt das Metall steigende Zinserwartungen stärker als Gold. Gold kann seine Funktion als sicherer Hafen bei anhaltender geopolitischer Unsicherheit eher zurückgewinnen.

Solange sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran nicht entspannt, dürfte der Ölpreis hoch bleiben. Das hält auch die Zinserwartungen und damit den Druck auf Silber aufrecht.

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Diskussion zu Silber Preis

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.