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Symbolbild, KI-generiert

Silber Preis: OCBC senkt Ziel auf 67 Dollar

Die Bank OCBC kappt ihre Silber-Prognose für 2026 drastisch, während ein strukturelles Defizit und sinkende Risikoprämien den Markt spalten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • OCBC senkt Silberziel um über 25 Prozent
  • Hohe Zinsen belasten den Silberpreis
  • Angebotsdefizit von 46 Millionen Unzen
  • Geopolitische Entspannung lässt Prämie schmelzen

Silber notiert am letzten Handelstag des Juni knapp unter 60 US-Dollar. Die Bank OCBC hat ihre Jahresendzielmarke für 2026 drastisch gesenkt — und damit eine Frage aufgeworfen, die den Markt beschäftigt: Warum fällt ein Rohstoff, dessen Angebot strukturell knapp bleibt?

Massiver Zielpreisschnitt

OCBC revidierte ihre Preisprognose für Ende 2026 von 89,50 auf 67,00 US-Dollar. Das ist ein Rückgang um mehr als ein Viertel. Der Grund: Das makroökonomische Umfeld hat sich gedreht.

Fed-Chef Kevin Warsh hält den Leitzins hoch. Die Inflation liegt bei 4,1 Prozent — deutlich über dem Zielwert. Marktteilnehmer rechnen mit bis zu drei weiteren Zinserhöhungen in diesem Jahr. Höhere Realzinsen machen unverzinste Anlagen wie Silber weniger attraktiv. Ein starker US-Dollar verstärkt den Effekt.

Das Paradoxon bleibt

Trotzdem: Das Silver Institute erwartet für 2026 das sechste Defizitjahr in Folge. Die Angebotslücke liegt bei rund 46 Millionen Unzen. Das ist fundamental bullish — und wird vom Markt gerade weitgehend ignoriert.

Das Bild innerhalb der Industrie ist gemischt. Der Solarsektor braucht weniger Silber: Effizienzgewinne und der teilweise Ersatz durch Kupfer senkten den Bedarf um rund 19 Prozent auf etwa 151 Millionen Unzen. Auf der anderen Seite wächst die Nachfrage aus der KI-Infrastruktur. In Rechenzentren lässt sich Silber wegen seiner Leitfähigkeit kaum ersetzen.

Risikoprämie schmilzt

Ein weiterer Belastungsfaktor: Geopolitik. Im Juni verlor Silber über 20 Prozent. Der Haupttreiber war das Schwinden der Risikoprämie. In Doha verhandeln die USA und der Iran über einen dauerhaften Waffenstillstand. Die Aussicht auf Stabilität in der Straße von Hormuz hat Anleger veranlasst, ihre Absicherungspositionen in Gold und Silber abzubauen.

Kurzfristig dürfte der Preis zwischen 57 und 60 US-Dollar eingeklemmt bleiben. Der entscheidende Datenpunkt kommt bald: Der US-Arbeitsmarktbericht wird zeigen, wie viel Spielraum die Fed für weitere Zinsschritte hat. Hält die technische Unterstützung bei 56,60 US-Dollar nicht, könnten die revidierten Bankprognosen weitere Verkäufe anstoßen.

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