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Symbolbild, KI-generiert

Silber Preis: Kampf um 60 Dollar

Geopolitische Spannungen und schwache US-Konjunkturdaten treiben Silber an die 60-Dollar-Schwelle. Ein strukturelles Defizit untermauert den Aufwärtstrend.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Silberpreis nähert sich psychologischer 60-Dollar-Marke
  • Nahost-Eskalation und schwache US-Daten als Treiber
  • Gold-Silber-Ratio fällt unter 70er-Marke
  • Sechstes Defizitjahr für globalen Silbermarkt

Der Silberpreis testet an diesem Donnerstag eine psychologische Schwelle: 60 US-Dollar. Im frühen Handel notiert das Edelmetall bei rund 59,66 US-Dollar. Zwei Kräfte treiben den Kurs gerade gleichzeitig: eine Eskalation im Nahen Osten und schwache US-Konjunkturdaten.

Geopolitik treibt die Energiepreise

Der wichtigste Preistreiber liegt an den globalen Schifffahrtswegen. Berichte über eine Sperrung der Bab-el-Mandeb-Straße lösen Sorgen um die Energieversorgung aus. Zusätzlich attackieren Angriffe auf Tanker im Roten Meer die internationalen Lieferketten.

Die Ölpreise reagieren deutlich. Brent-Öl steigt auf rund 97 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte WTI überschreitet die Marke von 86 US-Dollar.

US-Präsident Donald Trump verschärft die Lage zusätzlich. Er droht mit Angriffen auf iranische Infrastruktur, sollte der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus weiter gestört werden. Diese Gemengelage treibt die Risikoprämien für Edelmetalle deutlich nach oben.

Schwache US-Daten befeuern die Rallye

Parallel dazu kühlt sich der US-Arbeitsmarkt spürbar ab. Neue Berichte zeigen schwache Beschäftigungszahlen und einen Rückgang im verarbeitenden Gewerbe. Das dämpft die Erwartungen an eine weiterhin straffe Geldpolitik der Federal Reserve.

Für die kommende Woche rechnen Marktteilnehmer mit stabilen Zinsen. Über den weiteren Kurs im September herrscht dagegen Unsicherheit. Steigender Inflationsdruck durch hohe Energiepreise trifft auf eine schwächelnde Konjunktur — diese Mischung rückt Silber als sicheren Hafen in den Fokus institutioneller Anleger.

Ein Indikator zeigt das besonders deutlich: Das Gold-Silber-Ratio ist unter die Marke von 70 gefallen. Das bescheinigt Silber im Vergleich zu Gold eine relative Stärke.

Ein strukturelles Defizit stützt den Trend

Hinter der kurzfristigen Bewegung steckt ein fundamentales Problem. Der globale Silbermarkt steuert 2026 auf sein sechstes Defizitjahr in Folge zu. Das Angebot stagniert, während die Nachfrage rasant wächst — Lagerbestände können die Lücke kaum noch schließen.

Die Industrie bleibt dabei der stabilste Nachfragefaktor. Drei Bereiche treiben den Verbrauch besonders:

  • Der Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz
  • Die weltweite Photovoltaik-Produktion
  • Der wachsende Bedarf der Elektromobilität

Die Angebotsseite bleibt dabei unflexibel. Rund 70 Prozent der Silberförderung fallen nur als Nebenprodukt beim Abbau von Kupfer, Zink oder Blei an. Minenbetreiber können ihre Kapazitäten deshalb selbst bei steigenden Preisen kaum kurzfristig ausweiten.

Genau das untermauert den Aufwärtstrend strukturell. Im weiteren Tagesverlauf entscheidet sich, ob der Ausbruch über 60 US-Dollar im US-Handel Bestand hat.

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