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Symbolbild, KI-generiert

Silber Preis: J.P. Morgan senkt Prognose

Silber stabilisiert sich bei 67 US-Dollar, während Prognosen weit auseinanderliegen und Angebotsdefizit sowie Nachfrage den Markt stützen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • J.P. Morgan reduziert 2026-Prognose
  • Citi bestätigt höhere Silberziele
  • Sechstes globales Defizit in Folge
  • Spekulative Long-Positionen nehmen zu

Silber konsolidiert am heutigen Dienstag bei rund 67 US-Dollar je Feinunze, nachdem die restriktiven Töne von Fed-Chef Kevin Warsh das Edelmetall am Freitag zeitweise deutlich unter Druck gesetzt hatten. Während sich der Kurs stabilisiert, rückt eine andere Frage in den Vordergrund: Wie weit auseinander liegen die großen Häuser inzwischen bei ihren Preiszielen für Silber – und was sagt das über die Unsicherheit am Markt?

Die Bandbreite fällt ungewöhnlich groß aus. J.P. Morgan senkte am 27. August seine Jahresprognose für 2026 von zuvor 81,00 auf durchschnittlich 70,00 US-Dollar und rechnet für das vierte Quartal sogar nur noch mit 63,00 US-Dollar.

Am selben Tag bestätigte Citi dagegen seine Kursziele von 75,00 US-Dollar auf Sicht von drei Monaten und 90,00 US-Dollar auf sechs bis zwölf Monate. Goldman Sachs veröffentlichte parallel eine Prognosespanne von 85,00 bis 100,00 US-Dollar für den Jahresdurchschnitt. Eine LBMA-Umfrage unter 31 Experten kam auf einen Median von rund 80,00 US-Dollar.

Physisches Defizit als Gegengewicht zur Zinsdebatte

Trotz der geldpolitischen Nervosität verweist das Silver Institute in seiner am Montag bestätigten Jahresprognose auf das sechste globale Angebotsdefizit in Folge. Diese physische Knappheit wirkt nach Einschätzung des Instituts als Puffer gegen rein geldpolitisch getriebene Kursrücksetzer – ein Argument, das auch Analyst Peter Krauth stützt. Er erwartet bis Jahresende einen Anstieg auf 80,00 bis 85,00 US-Dollar, gestützt auf das mehrjährige Angebotsdefizit sowie industrielle Nachfrage aus Solar, Elektronik und Elektrofahrzeugen.

Auf der Nachfrageseite zeichnet sich eine Verschiebung ab: Ein leichter Rückgang im Photovoltaik-Sektor durch Substitutionseffekte wird laut einer Analyse vom 25. August durch steigenden Bedarf aus KI-Infrastruktur, Rechenzentren und Stromnetzausbau kompensiert.

Ein Bericht vom 23. August beschreibt zusätzlich ein strukturelles Ungleichgewicht, bei dem das begrenzte Minenangebot auf wachsende Nachfrage aus Halbleiterproduktion und Elektromobilität trifft.

Spekulative Positionierung zieht an

Auch am Terminmarkt zeigt sich zunehmendes Interesse: Managed-Money-Akteure erhöhten ihre Netto-Long-Positionen in der Berichtswoche bis zum 25. August um 2.378 Kontrakte auf insgesamt 14.073 Kontrakte, wie aus den Daten der Terminmarktaufsicht hervorgeht. Das deutet auf wachsendes spekulatives Vertrauen in steigende Preise hin, auch wenn der Kurs seit dem Rekordhoch von 121,78 US-Dollar Ende Januar deutlich Federn gelassen hat.

Aktuell notiert Silber knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 62,12 US-Dollar, während der 200-Tage-Durchschnitt bei 74,72 US-Dollar liegt – der Preis handelt damit spürbar unter diesem längerfristigen Trendindikator.

Der Kontrast zwischen den Analystenprognosen macht deutlich: Die fundamentale Angebotsknappheit gilt als weitgehend unstrittig, die Frage ist nur, wie schnell und wie stark sie sich im Preis niederschlägt, sobald sich die geldpolitische Lage klärt.

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Diskussion zu Silber Preis

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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