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Symbolbild, KI-generiert

Silber Preis: Endeavour-Umsatz springt um 149 Prozent

Steigende US-Renditen und ein technisches Verkaufssignal belasten Silber, während Minenkonzerne wie First Majestic und Endeavour kräftige Quartalszahlen vorlegen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Technisches Verkaufssignal im Tageschart
  • US-Anleiherenditen auf Mehrjahreshoch
  • First Majestic mit Umsatzplus von 57%
  • Endeavour Silberproduktion steigt um 31%

Der Silberpreis gerät am Donnerstag unter Druck. Steigende Renditen am US-Anleihemarkt und ein technisches Verkaufssignal im Tageschart der Silber-Futures belasten das Edelmetall, während parallel gleich zwei große Silberproduzenten mit kräftigen Quartalszahlen aufwarten. Die Gemengelage zeigt exemplarisch, wie stark der Silberpreis derzeit zwischen geldpolitischen Sorgen und robusten Fundamentaldaten der Minenbranche hin- und hergerissen wird.

Verkaufssignal belastet die technische Lage

Der Tageschart der Silber-Futures hat laut FXStreet ein Verkaufssignal ausgebildet, eine wichtige Unterstützungszone könnte in den kommenden Handelstagen brechen. Silber hatte zuletzt bereits über eine Woche spürbar nachgegeben, nachdem das Edelmetall zuvor über Monate hinweg von der Rekordjagd bei Gold profitiert hatte. Auch auf Sicht der vergangenen drei Monate zeigt sich eine deutliche Korrektur gegenüber den zwischenzeitlichen Höchstständen. Über den Zeitraum eines Jahres bleibt die Bilanz des Metalls dennoch klar positiv – ein Hinweis darauf, dass die aktuelle Schwäche eher als Verschnaufpause nach einem kräftigen Aufwärtslauf zu werten ist als als Trendwende.

Fed-Falken und Rekordrenditen drücken auf Edelmetalle

Auslöser der jüngsten Nervosität ist die US-Notenbank. Die Fed hielt ihren Leitzins bei 3,50 bis 3,75 Prozent, doch drei Vertreter der Regionalnotenbanken – Beth Hammack, Neel Kashkari und Lorie Logan – stimmten für eine Zinserhöhung. Der Markt preist inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 57 Prozent für einen weiteren Zinsschritt im September ein. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte in der Folge auf 4,702 Prozent, jene der 30-jährigen Anleihen sogar auf beinahe 5,23 Prozent – den höchsten Stand seit 19 Jahren. Notenbanker Warsh betonte, es werde keine explizite Forward Guidance geben, die Märkte müssten das Zinsniveau selbst finden. Steigende Anleiherenditen erhöhen die Opportunitätskosten des Haltens von zinslosem Silber und Gold und gelten als einer der Hauptgründe für den Rücksetzer bei Edelmetallen.

Zusätzliche Unsicherheit liefert die Lage im Nahen Osten: Nach neuen amerikanischen Angriffen auf iranische Ziele und Vergeltungsdrohungen Irans blieb der Ölpreis volatil, während die Straße von Hormus zeitweise blockiert war. Für Edelmetalle wirkte dies bislang nicht als klarer Fluchtpunkt – die Zinssorgen dominierten das Bild.

Minenproduzenten liefern starke Zahlen

Ein deutlicher Kontrapunkt zur Preisschwäche kommt von der Angebotsseite. First Majestic Silver (NYSE: AG) meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 415,5 Millionen US-Dollar, ein Plus von 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn stieg auf 109,4 Millionen US-Dollar bei einem Ergebnis je Aktie von 0,22 US-Dollar, der freie Cashflow erreichte 194,6 Millionen US-Dollar. Die Silberproduktion legte um 3 Prozent auf knapp 3,8 Millionen Unzen zu, die Gesamtkosten (AISC) lagen bei 25,68 US-Dollar je Unze Silberäquivalent. Das Unternehmen erhöhte seine Quartalsdividende um 217 Prozent auf 0,0152 US-Dollar je Aktie und kaufte 1,2 Millionen eigene Aktien für 22,7 Millionen US-Dollar zurück.

Auch Endeavour Silver profitierte vom hohen Preisniveau der vergangenen Monate: Der Umsatz sprang um 149 Prozent auf 212,1 Millionen US-Dollar, die Silberproduktion stieg um 31 Prozent auf knapp 1,94 Millionen Unzen. Der realisierte Silberpreis des Unternehmens lag im Quartal bei 70,16 US-Dollar je Unze, die Cash-Kosten bei 23,52 US-Dollar, die AISC bei 36,89 US-Dollar je Unze. Der operative Cashflow aus dem Bergbaugeschäft schnellte um 336 Prozent auf 99,9 Millionen US-Dollar hoch.

Für Anleger zeigt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Kurzfristig belasten steigende Zinsen und ein angeschlagenes Chartbild den Silberpreis, während die Produzenten von den hohen Preisniveaus der vergangenen Quartale noch kräftig profitieren. Ob die technische Unterstützung hält, dürfte in den kommenden Handelstagen maßgeblich davon abhängen, wie sich die Zinserwartungen für September weiterentwickeln.

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